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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unfall Auf Öffentlicher Strasse Trotz Radweg



Speichenbieger
25.06.2006, 16:09
ich denke dies passt durchaus unter Technik siehe Licht und Katzenauge, Reflektoren:
folgender Fall: Ich fuhr heute mit dem Auto von Trier kommmend, über die Hohe Acht ( Nürburgring ) Richtung Bad Honnef. Plötzlich in einem Waldgebiet bei Adenau ein dicker Stau durch einen Unfall : Motorradfahrer gegen Rennrad ! Der RR Fahrer stark verletzt, daß der Rettungswagen mit Notarzt kommen musste. Der Motorradfahrer war soweit wegen Kombi , Helm und Glück ok und wieder auf den Beinen , wie man sehen konnte, nur das Bike sah überhaupt nicht gut aus. Dem Augenschein nach hatte der Biker das RR samt Fahrer beim Überholen in einer Kurve wie auch immer (Fahrfehler, Geschwindigkeit?) berührt und dadurch den Unfall verursacht. genauers konnte man nicht sagen, weil kein direkter Zeuge anwesend war. Ein Fall also für den Sachverständigen!

Weshalb jetzt die ganze Geschichte? Rechts und links der Fahrstrecke gab es einen Fahrradweg! Die Fahrbahn ist mit Leitplanken eingegrenzt. Andere Anwesende (meistens Biker, die vielleicht auch zum Unfallgegner des RR Fahrers gehörten) behaupteten nun, der RR fahrer hätte den Radweg nehmen müssen. Dieser ist aber an einigen Teilen, wie man sehen konnte, wahrscheinlich noch vom Winter defekt, so daß feine RR wheels sofort erledigt sind. Streckenweise sah der Radweg wieder gut aus.!
Die in meinem Sinne tollste Meinung war: der RR Fahrer hätte im dunklen "Tann" den Unfall vermeiden können, wenn er mit Katzenaugen an den Pedalen und Licht etc. gefahren wäre. So hätte er den Unfall vermeiden können Andere meinten genau deshalb, dass der RR Fahrer ein ernstes Problem hätte und sogar den Schaden an Bike und dessen Fahrer begleichen müsste. !!! Übrigens:Es gab kein Extra Schild , dass die Nutzung von Rädern auf der Strasse verbot.
Jetzt bin ich total verunsichert. Muss man , wenn der Radweg an einigen Stellen ( hier waren es etwa 3-4 Meter) das Rad schieben, um nicht seine teueren Felgen zu killen und darf die Srasse nicht benutzen und wie sieht es mit den Katzenaugen am Rennrad aus ? Verliert man im Falle eines Unfalls sogar Leistungen aus der Unfallversicherung. Wer kennt die rechtlichen Spielregeln und eventuellen Schadenersatzansprüche , vielleicht auch gegen die Gemeinde oder Kreis wegen des defekten Radweges.????

lelebebbel
25.06.2006, 16:19
Das wird in dem eher komplizierten Fall wahrscheinlich vor Gericht geklärt werden.

Nur soviel: ich glaube, das sieht für den RR Fahrer nicht gut aus.
Sieh es mal aus Sicht des Motorradfahrers: Wenn ein Radweg vorhanden und mittels Leitplanke von der Straße getrennt ist, dann rechnet wohl keiner damit, in einer Kurve auf einmal einen Radfahrer auf der Straße anzutreffen.

Wenn dem Radfahrer die Schuld an dem Unfall zugesprochen wird, dann wird seine Haftpflicht die Schäden des Unfallgegners (Motorrad, Schutzkleidung, Schmerzensgeld..) übernehmen.

Esco
25.06.2006, 16:24
Nur soviel: ich glaube, das sieht für den RR Fahrer nicht gut aus.
Sieh es mal aus Sicht des Motorradfahrers: Wenn ein Radweg vorhanden und mittels Leitplanke von der Straße getrennt ist, dann rechnet wohl keiner damit, in einer Kurve auf einmal einen Radfahrer auf der Straße anzutreffen.
es sieht fuer den rennradfahrer warscheinlich wirklich nicht top aus, aber ein vorhandener radweg schuetzt den motorradfahrer nicht davor, dass in der kurve nicht gerade ein radfahrer rumkriecht, ein radfahrer auf dem boden liegt oder ein liegengebliebenes auto in stehendem zustand auf ihn wartet. ein traktor ist nicht schneller wie ein radfahrer, in den waere der motorradfahrer dann volles rohr hinten reingesemmelt. also so einfach ist es nicht.

Esco

klappradl
25.06.2006, 16:39
Der Motorradfahrer ist für die Sichtverhältnisse zu schnell gefahren. Diese Schuld wird er nicht los und wird wahrscheinlich auf seinem Schaden sitzen bleiben. Der Radfahrer hätte den Radweg benutzen müssen, demnach wir er eine Teilschuld bekommen. Ob sich die fehlenden Reflektoren auf die Schuldfrage auswirken ist natürlich eine interessante Frage.

arrabbiata
25.06.2006, 16:47
AFAIK ist ein Radweg immer benutzungspflichtig, Ausnahme: wenn er temporär nicht befahrbar ist (weil z.B. tiefer Schnee liegt).
War der Radweg benutzungspflichtig (also mit einem der entspr. Schilder bezeichnet), hätte er benutzt werden müssen.
Es spielt aber sicher dann noch eine Rolle, ob der Motorradfarhrer der Strecke angemessen gefahren ist.

Tristero
25.06.2006, 16:48
Nur soviel: ich glaube, das sieht für den RR Fahrer nicht gut aus.
Sieh es mal aus Sicht des Motorradfahrers: Wenn ein Radweg vorhanden und mittels Leitplanke von der Straße getrennt ist, dann rechnet wohl keiner damit, in einer Kurve auf einmal einen Radfahrer auf der Straße anzutreffen.


Falscher Ansatz! Verstößt schon gegen §1 der Straßenverkehrsordnung. Zum Glück, muß man sagen. Das wäre ja auch noch schöner! Der Motorradfahrer war zu schnell, da er nicht auf Sicht gefahren ist. Dazu kommt die allgemeine Betriebsgefahr motorisierter Fahrzeuge, weswegen der Gesetzgeber ja auch die Zwangshaftpflichtversicherung fordert. Womöglich wird der Radweg gar keine Rolle spielen, oder wenn, dann nur eine sehr untergeordnete.

Tristero
25.06.2006, 16:49
Ob sich die fehlenden Reflektoren auf die Schuldfrage auswirken ist natürlich eine interessante Frage.

Wiso sollten sie? RR unter 11kg sind davon befreit.

Ahr-Biker
25.06.2006, 16:55
Zunächst einmal gute Besserung dem beteiligten RR-Fahrer.

Wo soll denn das genau passiert sein? Ich kenne in der Nähe von Adenau keine Straße, wo links und rechts ein Radweg verläuft.

Meinst du vll. die B 258 Richtung Döttingen? Hier gibt es Seitenstreifen, die m. W. aber nicht als Radweg gekennzeichnet sind.


In der Nähe des Nürburgrings gilt folgendes Gesetz:

§ 1
Der Motorradfahrer hat immer Schuld, da er zu schnell gefahren ist.

§ 2
Sollte er einmal nicht zu schnell gefahren sein, tritt automatisch § 1 in Kraft.


--
Zumutbarkeit von Radwegen (http://bernd.sluka.de/Radfahren/rechtlich.html#strassenbegleitend)

Mehr als 50 Gründe, einen Radweg zu meiden (http://www.kulturserver-swh.de/home/martinstoehr/radwegmeiden.html)

stanlee
25.06.2006, 16:59
ich wünsche den RR fahrer alles gute!

aber, das sind immer wieder die Möchtegerne Profis die meinen immer die Strasse benutzen zu müssen :mad: obwohl ein Nagelneuer breiter Radweg neben der Landstraße ist!

gozilla
25.06.2006, 16:59
es sieht fuer den rennradfahrer warscheinlich wirklich nicht top aus, aber ein vorhandener radweg schuetzt den motorradfahrer nicht davor, dass in der kurve nicht gerade ein radfahrer rumkriecht, ein radfahrer auf dem boden liegt oder ein liegengebliebenes auto in stehendem zustand auf ihn wartet. ein traktor ist nicht schneller wie ein radfahrer, in den waere der motorradfahrer dann volles rohr hinten reingesemmelt. also so einfach ist es nicht.

Esco


Um mal Esco zu ziteren da ich heute temporär in seiner erweiterten Heimat den Schurwaldhöhen unterwegs war...gleicher Fall wie s.o. Waldgebiet, viel Ausflugsverkehr , viel Motorräder und allerdings (nur durch Grasstreifen) getrennten Rad/Gehweg...normalerweise fahr ich da auf der Straße erst recht wenn wir zu Mehreren unterwegs sind und besser als Hindernis wahrgenommen werden können...allerdings bin ich dann an einer Stelle an der der gut trainierte Radler immer noch mit gut 40km/h am Verkehr teilhaben kann dann doch auf den Radweg gewechselt...

Grund...High Speed Stück und unfähige Autofahrer und Motorradfahrer die Dir mit über 100 am Hinterteil vorbeipfeifen... :mad:

...bin erst wieder auf die normale Straße als dieses Stück vorbei war...und ich denke im obigen Fall wird die Radwegbenutzungpficht durchaus eine Rolle spielen...

Gruß G

klappradl
25.06.2006, 17:02
Wiso sollten sie? RR unter 11kg sind davon befreit.
Nein, sind sie nicht. Dynamobeleuchtung muß nicht sein aber die Reflektoren sind auch beim Rennrad vorgeschrieben. (Ich hab auch keine).

calforce
25.06.2006, 17:03
Zur Benutzungspflicht von Radwegen war in der vorletzten ADAC-Motorwelt erst ein Urteil abgedruckt: Demnach muss der Radweg (auch von Rennradlern) benutzt werden. Ist er in schlechtem Zustand - und welcher ist das nicht :ü - ist das Tempo entsprechend zu reduzieren. Zu Radwegen zählen übrigens laut diesem Artikel auch befestigte Schotterwege usw.
Meiner Meinung nach unpraktikabel und schwachsinnig, aber wenn die Gerichte das so sehen, muss es ja richtig sein :ä :rolleyes:

LKG
25.06.2006, 17:04
Was wir eigentlich alles ans Rad bauen müßten...:

http://bundesrecht.juris.de/stvzo/__67.html

speedpower
25.06.2006, 17:21
Das ist doch mal größter ******, ich bin ja auch auf RR von Trecking umgestiegen, beim Trecking bin ich auch Boardsteine runter, die Felgen haben beide durchs Fahren eh nen Schlag, bin damit Teilweise auch auf Strecken unterwegs, auf denen ein Mtb zweifelsohne richtig wäre, aber das is egal.
aber wie soll ich mit dem RR sowas machen.
Der durschnittliche deutsche Radweg wurde so geplant: Breit genug für 2 lame Omas die man selbst dann nicht überholen kann, wenn man klingelt/ruft und die hintereinander sind, da sie dann zu sehr zittern. Man pflanzte am liebsten sogar beiseitig große Bäume, dass er nach 5 Jahren eh total im Arsch ist und die Schlaglöcher sind als erlebnisfördernde Einrichtungen gemeint.
Wenn der Richter das so ok findet, wäre ich dafür ein Sammelklage von RR Fahrern für staatliche Bezahlung neuer Spitzenfelgen pro gefahrener Tour.

El Barto
25.06.2006, 17:26
Ich nutze auch keine Radwege,wegen Fussgängern zum Teil mit Hunden.
Hat eigentlich ein Fussgänger das Recht einen Radweg zu benutzen?

klappradl
25.06.2006, 17:31
Ich nutze auch keine Radwege,wegen Fussgängern zum Teil mit Hunden.
Hat eigentlich ein Fussgänger das Recht einen Radweg zu benutzen?
Nein. Aber außerorts sind das meistens kombinierte Rad/Fußwege und die dürfen natürlich auch Fußgänger benutzen, sogar mit Hund.

speedpower
25.06.2006, 17:54
noch mal zu meiner idee: auf den straßen stellen sie ja achtung schäden schilder auf, aber da die nicht auf den radwegen sind, dürften wir doch unsere gemeinden wegen neuer laufräder verklagen können ???

lelebebbel
25.06.2006, 19:35
es sieht fuer den rennradfahrer warscheinlich wirklich nicht top aus, aber ein vorhandener radweg schuetzt den motorradfahrer nicht davor, dass in der kurve nicht gerade ein radfahrer rumkriecht, ein radfahrer auf dem boden liegt oder ein liegengebliebenes auto in stehendem zustand auf ihn wartet. ein traktor ist nicht schneller wie ein radfahrer, in den waere der motorradfahrer dann volles rohr hinten reingesemmelt. also so einfach ist es nicht.

Esco

Ein Traktor, ein liegengebliebenes Auto und sogar ein verunfalltes Auto ist größer und besser beleuchtet (mit Reflektoren ausgestattet) als ein Rennrad, und daher früher zu erkennen. Mit einem verunfallten Radfahrer kann der Kfz-Fahrer an der Stelle genausowenig rechnen wie mit einem fahrenden, schließlich ist der Radweg ja auf der anderen Seite der Leitplanke. Ich gehe auch davon aus, dass es zu einer Teilschuld kommt. Auch wegen der Regel, die Ahr-Biker genannt hat. In der Eifel sind Motorradfahrer grundsätzlich immer und überall Schuld "weil sie zu schnell gefahren sind", wobei es dabei unerheblich ist, ob sie zu schnell gefahren sind.

rider
25.06.2006, 19:47
Mit einem verunfallten Radfahrer kann der Kfz-Fahrer an der Stelle genausowenig rechnen wie mit einem fahrenden, schließlich ist der Radweg ja auf der anderen Seite der Leitplanke.Dennoch muss der Motorradfahrer auf Sicht fahren und ggf. rechtzeitig anhalten können. Das scheinen aber viele Lenker von Motorfahrzeugen zu vergessen.

LKG
25.06.2006, 19:49
Ich gehe auch davon aus, dass es zu einer Teilschuld kommt.

man muß unterscheiden:
1. Ansprüche des Motorradfahrers
2. Ansprüche des Radfahrers.

1. Er muß beweisen. Hat der Radler keinen Fehler gemacht, ist er also nicht geschlenkert o.ä. steht nur die Ordnungswidrigkeit, nicht auf dem Radweg gefahren zu sein, im Raum. Dagegen steht, daß der Motorradfahrer offensichtlich nicht angepaßt gefahren ist, insbesondere nicht innerhalb Sichtweite anhalten konnte. Ich denke: Er kriegt nichts. Man könnte aber auch 10- 20% zusprechen wegen des Umstandes, daß der Radfahrer an einem Ort war, wo er nichts zu suchen hatte. Ist juristische Ansichtssache.

Was fehlende Beleuchtung angeht kann man keine Aussage treffen, kommt auf die Umstände am Unfallort an. Fehlte eine notwendige Beleuchtung/ Reflektoren usw. kommt deutliches Mitverschulden in Betracht.

2. Gefährdungshaftung. Der Motorradfahrer haftet, auf Verschulden kommt es nicht an. Ein Mitverschulden kann der Motorradfahrer wieder nicht beweisen, s.o. (wieder: Ansichtssache, s.o.).

RWBP zu mißachten ist haftungsrechtlich zumindest riskant. Meistens wirkt es sich wohl nicht aus, weil das Verschulden des Motorisierten als weit überwiegend angenommen wird. Sicher und juristisch eindeutig ist das aber nicht.

Gruß LKG

zwanzich
26.06.2006, 11:52
Zur Benutzungspflicht von Radwegen war in der vorletzten ADAC-Motorwelt erst ein Urteil abgedruckt: Demnach muss der Radweg (auch von Rennradlern) benutzt werden. Ist er in schlechtem Zustand - und welcher ist das nicht :ü - ist das Tempo entsprechend zu reduzieren. Zu Radwegen zählen übrigens laut diesem Artikel auch befestigte Schotterwege usw.
Meiner Meinung nach unpraktikabel und schwachsinnig, aber wenn die Gerichte das so sehen, muss es ja richtig sein :ä :rolleyes:

Quark.
Es gibt einen ganzen Sack voller Urteile, die die Benutzungspflicht bei schlchter Beschaffenheit verneinen, zum Teil sogar Urteile, die die Benutzungpflicht grundsätzlich verneinen (ungeachtet der Beschaffenheit).

Nach deinem Tenor: wenn die so urteilen, muß das ja auch richtig sein. Und nun?

(der ADAC ist in dieser Frage ganz sicher der falsche Berater, weil befangen)

backpenther
26.06.2006, 11:52
Wir Rennradfahrer sind, was Radwege anbetrifft sowieso die Dummen. Es empfiehlt sich immer, sich Strecken auszusuchen, wo es keine Rad/Fußwege gibt. Benutzt man sie nicht, begibt man sich in eine haftungsjuristisch schwierige Position, und und benutzt man Sie, ist man genauso dumm dran, das ergab jetzt ein neues Urteil:

Fahrradfahrer fährt auf Rad-Fußweg einen Fußgänger an, weil der sich gerade schneuzt und dabei unkontrolliert bewegt. Der Radfahrer mußte allein haften, da er langsamer hätte fahren müssen.

Dazu kommt noch, das manche Radwege nicht einmal eine Asphaltdecke haben und trotzdem benutzt werden müssen. Hierzulande sind die Radwege praktisch eben, also kann man als RR-Fahrer doch mindestens 30 fahren und wenn was passiert, bist du dran, abgesehen davon, daß Du dauernd wieder bremsen mußt, weil Fußgänger keinen Platz machen oder freilaufende Hunde dabei haben etc.

Ich meide deshalb einfach die Strecken, wo es Radwege gibt. Traurig, aber nicht zu ändern...

PS: Hier gab es sogar den Fall, das im Winter der Radweg nicht geräumt war, ein Radfahrer deshalb auf der Straße fuhr und prompt von einem übereifrigen Polizisten verwarnt wurde. Die Anliegergemeinden des Radweges hatten nach Prüfung der Gesetzeslage die Wahl, entweder für teures Geld auch den Radweg räumen und streuen zu lassen, oder aber überall Schilder anzubringen, daß der Radweg bei Schnee- und Eisglätte nicht benutzt werden muß - was Sie dann auch gemacht haben.

4130
26.06.2006, 11:58
Ein Traktor, ein liegengebliebenes Auto und sogar ein verunfalltes Auto ist größer und besser beleuchtet (mit Reflektoren ausgestattet) als ein Rennrad, und daher früher zu erkennen. Mit einem verunfallten Radfahrer kann der Kfz-Fahrer an der Stelle genausowenig rechnen wie mit einem fahrenden,
nein, er muss auch mit Wildschweinen sowie mit getarnten und nachts unbeleuchteten Panzern rechnen.

Sichtfahrgebot, wie auch andere schon schruben

Radlerfreund
26.06.2006, 12:31
Ich plane meine Tour auch weitgehendst dahin, daß kaum oder garkeine Radwege parallel zur Straße verlaufen.
Aber auch ich bin Auto/Motorradfahrer und kann nur den Kopf schütteln, wenn Rennradfahrer auf der Straße fahren, wo es parallel einen neuen, gut ausgebauten Radweg gibt!

speedpower
26.06.2006, 12:38
Ich plane meine Tour auch weitgehendst dahin, daß kaum oder garkeine Radwege parallel zur Straße verlaufen.
Aber auch ich bin Auto/Motorradfahrer und kann nur den Kopf schütteln, wenn Rennradfahrer auf der Straße fahren, wo es parallel einen neuen, gut ausgebauten Radweg gibt!

dann brauchst du ja deinenm kopf extrem wenig bewegen, wenn ich den allgemeinen zustand der radwege in diesem unserem lande überdenke

lede69
26.06.2006, 13:54
Ich plane meine Tour auch weitgehendst dahin, daß kaum oder garkeine Radwege parallel zur Straße verlaufen.
Aber auch ich bin Auto/Motorradfahrer und kann nur den Kopf schütteln, wenn Rennradfahrer auf der Straße fahren, wo es parallel einen neuen, gut ausgebauten Radweg gibt!
Ich habe letzte Woche auf meiner Hausrunde spontan in Wendlingen am Neckar beschlossen "Heute probiere ich's mal wieder". Fahre also auf den Radweg. Bisher dachte ich immer der sei eigentlich breit genug und in einwandfreiem Zustand. Was mich abgehalten hatte war nur der Umstand, dass auf ca 800m 4 Querstrassen zu überwinden sind, 3 davon noch mit Verkehrsinsel. Ich möchte nochmals betonen, dass der Belag von der Strasse aus glatt und gut befahrbar aussah.
Ich habe den Radweg nach 400m an der zweiten Querstrasse verlassen. Der Asphalt ist durch Baumwurzeln so aufgeworfen, dass ich die komplette Strecke im Stehen mit unter 25km/h fahren musste. Auf der Strasse sind 35km/h locker drin. Ausserdem lag am Donnerstag der KW25 noch Streugut auf dem Radweg, und zur Krönung 3 zerdöpperte Flaschen (also Glasscherben). Bei einer der nötigen Brems- und Ausweichaktionen hätte es mich beinahe gelegt.
Fazit: der Radweg wirkt zwar, als sei er in einem guten Zustand ist er aber nicht. Nur ist das von aussen nicht zu erkennen. Vorsicht also mit so Aussagen wie "breiter, glatter Radweg", "1a-Zustand" oder "gut ausgebaut".
Ich lasse mich jedenfalls weiter anhupen bevor ich mich in Glasscherben lege!

müsing-jarifa
26.06.2006, 14:14
Zur Benutzungspflicht von Radwegen war in der vorletzten ADAC-Motorwelt erst ein Urteil abgedruckt: Demnach muss der Radweg (auch von Rennradlern) benutzt werden. Ist er in schlechtem Zustand - und welcher ist das nicht :ü - ist das Tempo entsprechend zu reduzieren. Zu Radwegen zählen übrigens laut diesem Artikel auch befestigte Schotterwege usw.
Meiner Meinung nach unpraktikabel und schwachsinnig, aber wenn die Gerichte das so sehen, muss es ja richtig sein :ä :rolleyes:

Schon allein die Dummheit, mit der einige Leserbriefe geantwortet haben, spricht Bände- dem ist aber definitiv nicht immer so. Man sollte sich von einem solchen Käseblättchen nicht ins Bockshorn jagen lassen. Ich hatte mal einen ähnlichen Fall und ich mußte den Weg nicht benutzen, weil er erstens schmaler war als 1,5m und zweitens in einem nicht benutzungswürdigen Zustand, wobei das natürlich abhängig vom Richter ist. Auf hoher See und vor Gericht......Hat bei mir aber dennoch ewig gedauert. Nebenbei gesagt macht sich ein Autofahrer, der einen durch Hupen auf den vermeintlichen Mißstand aufmerksam macht, ebenfalls strafbar!!!

calforce
26.06.2006, 14:39
Quark.
Es gibt einen ganzen Sack voller Urteile, die die Benutzungspflicht bei schlchter Beschaffenheit verneinen, zum Teil sogar Urteile, die die Benutzungpflicht grundsätzlich verneinen (ungeachtet der Beschaffenheit).

Nach deinem Tenor: wenn die so urteilen, muß das ja auch richtig sein. Und nun?

(der ADAC ist in dieser Frage ganz sicher der falsche Berater, weil befangen)

Ist doch immer wieder schön, was für freundliche Forumsmitglieder es gibt... :rolleyes:

Hab ich nicht geschrieben, dass ich das für schwachsinnig halte? Ich fahre ja selber meistens Strasse, es sei denn, es gibt einen echt guten Radweg.

Tatsache ist, dass das ein relativ aktueller Artikel war. Die näheren Umstände sind unbekannt. Trotzdem muss man davon ausgehen, dass einen die meisten Leute - und dazu gehören auch immer wieder Richter - als ungebeten Gast auf der Strasse ansehen.

Zur Benutzungspflicht:
Irgendeine Seite (http://bernd.sluka.de/Radfahren/rechtlich.html)
ADFC Berlin (http://www.adfc-berlin.de/radweg.cm#rechtslage)

Also: es herrscht bei Beschilderten Wegen sehr wohl eine Benutzungspflicht (wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, und das waren sie im vorliegenden Fall), aus der man ohne gscheiten Grund nicht rauskommt.

hpfxxde
26.06.2006, 17:21
wir hatten diese Diskussion auch erst neulich
da viele Radwege zum RR fahren unzumutbar sind

hier noch ein Link zu einigen interessanten Infos

http://www.adfc.de/index.php?id=526&languageid=1

vor allem der Absatz: Qualitätskriterien für Radwege

da dürften viele Radwege "rechtswidrig" sein

GrrIngo
26.06.2006, 22:05
"rechtswidrig" sind sie leider oft nicht - auch wenn sie gegen noch so viele Verwaltungsvorschriften verstoßen. Hier helfen gelegentliche, freundliche Mails an die entsprechenden Ämter (Vorsicht, besser keine Antwort erwarten. Manchmal tun sie trotzdem was :)). Widerspruch einlegen hilft ebenfalls manchmal.

Gruß
GrrIngo

cuberadler
27.06.2006, 08:08
Was den eigenen Schaden (am Rad und am Körper) betrifft hat der Radfahrer wohl ein Problem. Die Haftpflichtversicherung des Motorradfahrers wird maximal einen Teil des Schadens ersetzen. Die Krankheitskosten zahlt die Krankenversicherung, aber eventuell bleibende Gesundheitschäden, Krankenhaustagegeld etc. wird die Unfallversicherung des Radfahrers (falls er eine hat) nicht übernehmen.
Das mit der Benutzungspflicht von vorhandenen Radwegen ist aber ein Thema, das wohl allen Rennradfahrern auf den Nägeln brennt. Es gibt zwar immer wieder gut ausgebaute Radwegabschnitte, die dann auch kaum von Spaziergängern, Skatern, Kinderwagenschiebern, Rollstuhlfahrern etc. benutzt werden, die Betonung liegt aber auf "-abschnitte". Vor Ortschaften wechseln dann viele Radwege urpötzlich an nicht einsehbaren Stellen auf die Straße, in den vielen Kurven und und Knicken liegen Steine oder Scherben herum, die Bordsteine malträtieren die Reifen und Felgen usw.. Ein nicht asphaltierter Radweg ist ohnehin eine Zumutung für den Rennradler. Insgesamt habe ich die Erfahrung gemacht, dass man (selbst auf vielbefahrenen Straßen) bei entsprechend vorausschauender Fahrweise (an Kreuzungen, an Kuppen oder in unübersichtlichen Kurven immer damit rechnen, dass man übersehen oder ignoriert wird) auf der Straße sicherer unterwegs ist. Ich warte immer noch auf den ersten (Rennrad-fahrenden?!) Richter, der dies bei seinem Urteil berücksichtigt.

zwanzich
27.06.2006, 08:18
Ist doch immer wieder schön, was für freundliche Forumsmitglieder es gibt... :rolleyes:


Nicht wahr? Schön, daß du es auch erkannt hast.



Hab ich nicht geschrieben, dass ich das für schwachsinnig halte?


Richtig, du hast deine Meinung den nicht ganz korrekt geschilderten Fakten gegenber gestellt.


Tatsache ist, dass das ein relativ aktueller Artikel war. Die näheren Umstände sind unbekannt.

Sag ich doch: Quark!


Trotzdem muss man davon ausgehen, dass einen die meisten Leute - und dazu gehören auch immer wieder Richter - als ungebeten Gast auf der Strasse ansehen.

Keine Frage. Aber diese Menschen gehören nicht zum Nabel der Welt.
Das Glas ist nun mal halb voll oder halb leer...



Zur Benutzungspflicht:
Irgendeine Seite (http://bernd.sluka.de/Radfahren/rechtlich.html)
ADFC Berlin (http://www.adfc-berlin.de/radweg.cm#rechtslage)

Also: es herrscht bei Beschilderten Wegen sehr wohl eine Benutzungspflicht (wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, und das waren sie im vorliegenden Fall), aus der man ohne gscheiten Grund nicht rauskommt.

Und wo ist nun die Neuigkeit?
Warum heißt der Grundsatz Grundsatz? Richtig, weil es von ihm Ausnahmen gibt.

speedpower
27.06.2006, 13:53
ich musste eh wegen na fahrradregistierung zur polizei, habe den netten wachmeistern, der das rennrad gleich hochheben wollte, gefragt, wie es so rechtlich ist:
wir müssen auf radwegen fahren, zustand egal, strafe 10€ - aber er meinte, sobald wir zu mehreren sind oder der beamte es nicht total eng sieht, kommen wir so davon
für nen unfall heißt es, dass ein teil der schlud drin ist