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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : kleben?



c.oeli
11.10.2002, 19:17
hallo zusammen!
eine frage an euch.
soll man diverse schraubverbindungen am rennrad
mit kleber (loctite-mittelfest) sichern z.b.
vorbau,speichennippel,....oder es generell
sein lassen?
wer hat erfahrungen gemacht ?
besten dank,gruss oeli

yoda
11.10.2002, 20:07
Hallo c.oeli,

schaden wird der Schraubenkleber jedenfalls nicht. Empfehlenswert ist er bei den Nippeln auf jeden Fall.

Alle Schrauben zu sichern halte ich aber nicht für notwendig.

Opa-Bernie
11.10.2002, 21:28
Hallo oeli,

leider habe ich keine eigenen Erfahrungen mit Schraubensicherungslack (loctite) gemacht. Beim zentrieren diverser Räder habe ich nichts für deren Fixierung verwendet.

Bei loctite und der langen Gewindelänge (Speiche/ Nippel) hätte ich aber Bedenken, dass beim Lösen dieser Verbindung (Nachzentrieren), doch einige Kräfte an der Speiche entstehen und diese recht verdreht wird eventuell mit platischen Verformungen.

Kürzlich habe ich von jemanden gehört, dass für die Sicherung von Speichen/ Nippel normaler Klarlack nachträglich aufgetragen recht sinnvoll ist.



Bernd

yoda
11.10.2002, 21:43
Mittelfestes Loctide macht die Nippel nicht zu schwergängig.

Ganz im Gegenteil! Das Zeug schützt auch vor Schmutz und Wasser, welche die Nippel unlösbar machen können.

blackwater
12.10.2002, 08:59
Guten Morgen Allerseits,

H.C. Smolik hat mal empfohlen, die Speichengewinde vor dem
Einspeichen in Leinölfirnis zu tauchen. Der Firnis verharzt und verhindert ein Lockern der Speichennippel. Hält aber eben nur so fest, dass sich die Räder dennoch nachzentrieren lassen.
Ist quasi ein "ökologisches Hausmittel"

Grüße, blackwater

sensole
15.10.2002, 08:22
Es gibt Schraubverbindungen mit "Stopmuttern", Federringen und ähnlichen Sicherungselementen, dort noch zusätzlich Loctite aufzubringen, ist überlüssig.
Generell sind Schraubverbindungen, die permanent unter Zug oder Druck stehen, in der Regel recht sicher; Speichen sind da ein Sonderfall, da sie wechselnd ent- und belastet werden (hab schon mal alten Nagellack benutzt, hat aber nichts benutzt, da die Speichen schon gelängt waren.)

Camby
15.10.2002, 11:01
zu speichen kann ich nix sagen, da ich noch nie ein laufrad selbst eingespeicht habe.
sonst solltest du halt die schrauben mit loctite sichern, die sich von selbst mal loswackeln; z.b. flaschenhalter, schutzblech; aber auch am vorbau kann es sinnvoll sein.

messenger
15.10.2002, 11:20
... ein deutliches Zeichen für zu geringe Speichenspannung oder/und zu weiche Felgen. Bei Entlastung verlieren sie ihre komplette Vorspannung, womit die Reibung der Nippel so gering wird, daß sie sich losdrehen können.
Festkleben kann da zwar Abhilfe schaffen, was bleibt, ist aber das ständige Arbeiten der Speiche im Bogen und der Nabenbohrung. Das macht sie nicht ewig mit.

Gruß mess.

Thunderbolt
15.10.2002, 20:45
Hallo zusammen,

da wirds wohl mal wieder Zeit für technische Fakten.

Die Frage war, soll man Schraubverbindungen am Rennrad mit Schraubensicherungsmittel wie Loctite (Schraubensicherungslack ist was anderes) sichern?

Anders herum gefragt: Wie kann man Schrauben sichern und gegen was?

**** Unwirksame "Sicherungselemente" ********

Mitverspannte Sicherungselemente wie Federringe und Zahnscheiben sind bei hochbelasteten Verbindungen unwirksam.
Diese Elemente sind nur da angebracht, wo die axiale Spannkraft von kurzen Schrauben niedriger ist als die Federkraft des Elements. Also mehr was für einfache Schraubverbindungen im Stahlbau oder für die Holzschraube am Wochenendhaus.
Innenverzahnte Zahnscheiben erlauben zursätzlich ein Anziehen ohne Gegenhalten am Kopf.


**** Verliersicherungen ********

Ähnliche sind die Formschlüssigen Sicherungselemente wie Splinte, Federstecker oder Blechlaschen. Sie halten dann nur eine Restvorspannkraft aufrecht und verhindern meist nur ein Auseinanderfallen der Schraubverbindung, können dennoch abgeschert werden und sind schwer zu montieren.
Beispiel: Achsmuttern am Motorad.

Kraftschlüssige Sicherungselement wie die selbstsicherden Muttern (Polystop, Thermagmuttern) sind brauchbar. Die Vorspannkraft geht im Betrieb ähnlich wie bei den formschlüssigen Sicherungen jedoch in Richtung Losdrehmoment ein Stück verloren, bis es gleich Klemmmoment (4 m!) ist.


**** Losdrehsicherungen ********

Losdrehsicherungen sind Sperrzahnschrauben oder Gewindesicherungsmittel wie Loctite.
Sperrzahnschrauben krallen sich mit ihrem Kopf in das weichere Material und verhindern so ein Losdrehen. Am Rennrad eher selten bis auf die Schnellspanner von Rädern und teilweise Sattelrohrklemmung.

Also bei kritischen Verschraubungen (Bremsen, Vorbau, Sattel, Schutzbleche, Gepäckträger) ruhig ein kleines Tröpfchen Loctite. Sichert und schützt auch vor Korrosion. Und man muss die Schraube auch nicht so fest andonnern.

Bei Speichen bin ich mir nicht so sicher, das Gewinde wird ja öfters bewegt und dann ist die Sicherung hin.

Ich nehme immer Loctit grün (hochfest) aber es würde auch mittelfest (blau) reichen. Keine Angst vor totaler Verklebung, die Schrauben gehen immer leichter auf als festkorridiert.

Ausnahme: Shimano Werks(Montags)montage der Ultegrabremse bei mir. Der kleine Imbusschraube viel zuviel Loctite grün mitgegenen und den ganzen Verstellmechanismus verpappt. War nur noch mit dem Hammer zu lösen. Also sparsam mit Loctite umgehen.

Viel Spass beim Schrauben.