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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Laufrad einspeichen...



lenni
01.06.2003, 17:47
ist offensichtlich etwas was ich nicht hinbekomme.

Probleme habe ich mit dem hinteren Laufrad welches
"knarzt" - Was ich auch nach mehrmaligen zentrieren wohl nicht
weg bekomme.

CXP 33 mit Sapim Messerspreichen/Tune Narbe

Zwar bekomme ich beim einspeichen und zentrieren
"den Geradeauslauf hin" aber n i c h t die gleichmässige
Speichenspannung.

Was heisst, das Ritzelseite ist bombenfest gespannt und
die gegenübenliegende Seite ist, sagen wir mal, Butterweich
welche sich relativ leicht auf Druck zusammen bzw. auseinander
drücken lasse . So arbeiten die Speichen auf dieser Seite
an den Kreuzpunkten und knarzen eben.

Grundlegende Frage, muss es nicht so sein das beide Seiten die gleiche Spannung aufweisen ??

Kowalski
01.06.2003, 19:36
Nein, muß es nicht.

Die Speichen auf der Freilaufseite greifen ja auch unter wesentlich steilerem Winkel an. Malen wir die Situation als Kräfteparallelogramm auf, ja? Die Speichenspannung ist die Kraft die entlang der Speiche wirkt. Wir können sie in zwei Komponenten zerlegen, die eine wirkt rechtwinklig zur Nabenachse und zieht die Felge Richtung Nabe, die andere zieht parallel zur Nabenachse die Felge "zur Seite". Wenn nun die Speichen beider Seiten mit genau der gleichen Kraft parallel zur Achse an der Felge "ziehen" sollen, dann muß die Seite mit den steiler angreifenden Speichen logischerweise eine höhere Spannung aufweisen.

Tipp: Abdrücken, nach dem Einspeichen oder Zentrieren, damit sich die Speichen bzw Nippel "setzen" können.

Gruß, Kowalski



PS:

Ist immer ein Kompromiß... beim RR sollte das LR schlagfrei auszentriert sein, bei der Discnabe des MTB sollte der Schwerpunkt auf Speichenspannung liegen.

kogafreund
01.06.2003, 19:36
Hallo,
beide Seiten haben regelmäßig eben NICHT die selbe Speichenspannung. Die Speichen der rechten Seite (= Zahnkranzseite) stehen steiler und sind kürzer. Dadurch sind diese automatisch "strammer" als die Speichen der linken Seite.
Diese "Asymmetrie" ist die Regel. Beim Einspeichen also mit der rechten Seite beginnen und die dortigen Speichen zuerst anziehen. Danach die Felge nach links "rüberziehen", indem die Speichen der linken Seite gespannt werden. Andersrum wäre es wesentlich schwieriger, eben weil die rechte Seite ohnehin schon eine höhere Spannung hat. Die Nippel der rechten Seite sind deshalb später schwerer anzuziehen. Die Speichen der linken Seite sind wie erwähnt weniger gespannt. Sie dürfen aber keinesfalls zu locker sein. Schließlich sollen die Speichen der rechten Seite die ganze Arbeit ja nicht alleine machen. Dann krachts nämlich früher oder später.
Gruß
kogafreund

Nomade
01.06.2003, 20:02
Das Thema einspeichen finde ich auch sehr interessant. Ich habe letzte Woche mein erstes Vorderrad eingespeicht und versunche mich nächste Woche an einem Hinterrad.

Das Vorderrad habe ich bis auf einen kleinen Höhenschlag an der Nahtstelle der Felge gut hinbekommen. Ich wollte zwar erst Radial einspeichen, leider waren die Speichen zu lang und bin desshalb auf zweifache Kreuzung gegangen. Bin mal gespannt wielange das hält.

Was die Speichenspannung betrifft, hab ich mir sagen lassen, dass sie in etwa stimmt, wenn die Speiche beim verdrehen des Nippel ein leises Knacken von sich gibt. Ist das wahr?

Kann ich beim Hinterrad die Ritzelseite radial einspeichen und die Gegenseite dreifach gekreuzt oder ist das Unsinn?

Kowalski
01.06.2003, 20:12
@lennefer:

Habe noch was: Wenn alles fertig ist, versuch's doch mal in den Kreuzungen mit Binden und Verlöten...


@Nomade:

Die Speichenspannung kann man indirekt nur testen indem man "guckt ob das LR stabil ist" bzw direkt mit einem Tensiometer (zB von dtswiss) ... was sich schon teuer anhört und leider auch ist.

Am Hinterrad hat Radialspeichung nichts verloren. Gar nichts. Ist aber nur "Meinung". Dh, es gibt zwar gute physikalische Gründe dagegen, aber halt auch Geschmacksfragen...

Gruß, Kowalski

Tribikedevil
01.06.2003, 20:14
Was sind eigentlich die Vor- und Nachteile von radial und über kreuz eingespeichten Laufrädern?

Cubeteam
01.06.2003, 21:55
@ Nomade

Meines wissens darf man radial-Einspeichung am Hinterrad nur auf der linken Seite, keinesfalls aber an der ritzel-Seite anwenden. Bin mir da aber nicht 100% sicher.
Frag lieber nochmal genau nach.
MfG
Patrick

tomso
01.06.2003, 22:19
bei www.smolik-velotech.de unter Laufräder.
Ist ziemlich ergiebig finde ich.

Gruß
tomso

Kowalski
01.06.2003, 23:50
Die Bibel des Laufradbaus. Den "Schraner" aus dem Delius Klasing Verlag...

Mehr geht gar nicht.

Gruß, Kowalski

f_freeloader
02.06.2003, 01:44
Hallo,

ganz grob gesagt wirken Brems- oder Beschleunigungskräfte am Rad tangential (parallel zur Straßenoberfläche). Radial eingespeichte Räder werden dadurch stark belastet, weil die Speichen im rechten Winkel zur wirkenden Kraft stehen. Der Trick von mehrfach gekreuzten Einspeichsystemen ist, daß die Speichen näher in Richtung der Kraft verlaufen.
Radial sieht cool aus, bringt auch eine minimale Gewichtsersparnis, ist aber technisch gesehen schlecht.

Grüße
f_freeloader

hotwheel
02.06.2003, 11:09
Hi,

versuch es mal mit Spruehwachs oder einen Trofen Oel an den Speichennippeln, dann sollte das Knarzen eigentlich Geschichte sein.

Gruss hotwheel

lenni
02.06.2003, 19:30
für alle Antworten...

Habe jetzt mal die Kreuzpunkte und Nippel mit etwas Öl
versorgt, das knarzen war auch zwei Tage weg..

jetzt ist es wieder da.

Offentischtlich arbeiten die Speichen an den Kreuzpunkten
der linken Seite enorm...

Stefftschik
09.06.2003, 20:32
Hi,

bei den Tune Naben würde ich dir das Verwenden von Messingunterlegscheiben raten, da die Naben relativ grosse Speichenlöcher haben. Auf diese Weise setzen sich die Nippelköpfe besser in die Nabe.

Gruss

Stefftschik

F-Racer
09.06.2003, 23:28
Hallo!

Ich habe auch gerade das Hinterrad neu aufgebaut!

Ich habe haargenau die gleichen Probleme!
Beim abdrücken tut sich komischer Weise nichts! Sagt mir bitte nocheinmal, wie man das richtig macht!
Bei mir knacken die Speichen dabei nicht!
Wenn ich aber auf dem Rad sitze und losfahre fängt es erstmal ordentlich zu knacken an. Dann haben sich die Speichen gesetzt. Es ist aber keine extremer Schlag hereingekommen.

Bei der letzten Fahrt haben sich einige Speichen der linken Seite so extrem gelockert, dass ich so eine schlimme Acht hineinbekommen habe, dass ich anhalten musste und nachzentrieren musste.

AUßerdem höre ich ein komisches Geschräusch, wenn ich im Stehen fahre (rolle) und das Rad auf die rechte Seite kippe, dannklackert, oder knarzt es ziemlich übel.

Nomade
10.06.2003, 00:34
Abdrücken ist ganz einfach. Du nimmst den Schnellspanner herraus und legst das Rad flach auf den Boden(Teppich oder Schaumstoff unterlegen). Dann stützt du Dich links und rechts auf die Felge und drückst die Felge Richtung Boden, ruhig mit etwas Gewalt.
Dabei kann der Teil der Felge, der direkt unter dir liegt auf dem Boden aufliegen. Das wiederholst Du an verschiedenen Stellen und auf beiden Seiten.

Du musst beim Aufstützen auf die Felge eigentlich hören wie sich die unteren Speichen mit einem klicken entlasten und sich bewegen.

Übrigens ist es nach meiner Erfahrung nicht schlecht einen Speichenschlüssel bei der ersten Ausfahrt dabei zu haben. Manchmal löst sich eine Speiche.

Als Anfänger(bin ich ja auch noch), wirst Du wohl das Rad eh ein paar mal nachzentrieren müssen. Da ich kein Speichenspannungsmessgerät habe, hab ich zuerst zu locker eingespeicht. Nach dreimaligem nachziehen der Speichen scheint das jetzt zu gehen.

discbrake
10.06.2003, 22:02
Wenn das Rad neu eingespeicht ist, oder extrem nachzentriert werden musste ist das knarren auf den ersten Metern ganz normal.
Sollte es nach ein paar hundert Meter nicht weg sein liegt es meiner meinung nach daran, dass die Speichenspannung insgesamt etwas niedrig ist. Im Wiegetritt "arbeiten" die Speichen dann, d.h. sie bewegen sich.... Vielleicht solltest Du mal die Speichenspannung Deiner Eigenbau-Laufräder mit anderen vergleichen.
Haben die Speichen (einzelne oder alle) zu wenig Spannung besteht die Gefahr, dass sie sich lockern und frühzeitig brechen.

Sind alle Speichen gleichmäßig gespannt und die Speichenspannung hoch genung, knarrt während der 1. Fahrt nix und es gibt allenfalls ne leichte 8.

Die höhere Speichenspannung bewirkt nicht, dass das Laufrad steifer wird, sondern dass die Speichen soweit gespannt werden, dass sie sich nicht mehr bewegen!

messenger
10.06.2003, 22:55
Original geschrieben von discbrake
......

Die höhere Speichenspannung bewirkt nicht, dass das Laufrad steifer wird, sondern dass die Speichen soweit gespannt werden, dass sie sich nicht mehr bewegen!


Meinst Du jetzt die vertikale oder Seitensteifigkeit? Vertikal würde ich Dir spontan mal recht geben, da hängt sie wohl überwiegend von der Felgenabflachung - also hauptsächlich von der Felge und dessen Profil - ab.
Seitensteifigkeit ist meiner Meinung nach aber Resultat aus SPEICHENSPANNUNG, -anzahl, -winkel......Daraus resultieren doch die Probleme mit den asymmetrischen Hinterradnaben!
Aber ich schau nochmal bei Smolik nach...

Bin jetzt ein bißchen verunsichert, weil ich gerade vorhin meinem mir zu weichen Open pro - HR eine ordentliche Zusatzportion Vorspannung verpaßt habe.

Gruß mess.

xyz
10.06.2003, 22:59
jo, aber die ursache von speichenbrüchen ist nachweislich fast immer zu niedrige und nicht etwa zu hohe speichenspannung!
wie die experten von whizz-wheels bei einem meiner laufradsätze die 28 dt revs festgezogen haben war richtig heftig!
da gabs kein knacken am anfang, kein achzentrieren etc.-klasse arbeit!

messenger
10.06.2003, 23:12
Nö, Angst vor Speichenbruch hab ich ja auch nicht.
Aber ich wollte ja gerade mehr Seitensteifigkeit und nun meint Discbrake, daß das nix mit der Spannung zu tun hätte...

Gruß mess.

discbrake
11.06.2003, 19:10
Original geschrieben von messenger



Seitensteifigkeit ist meiner Meinung nach aber Resultat aus SPEICHENSPANNUNG, -anzahl, -winkel......Daraus resultieren doch die Probleme mit den asymmetrischen Hinterradnaben!
Aber ich schau nochmal bei Smolik nach...

Gruß mess.

Weder die Seiten- noch die Vertikale Steifigkeit wird von der Speichenspannung beeinflusst. Die Speichen erfüllen die statische Funktion eines "Seiles", d.h. sie werden nur auf Zug beansprucht. Die Dehnsteifigkeit eines Bauteils ist E x A, wobei A der Querschnitt ist und E eine Materialkonstante (Elastizitätsmodul). E x A ist konstant, also ist das Rad gleich steif, egal wie stark Du spannst. Die Steifigkeit wird nur durch Anzahl, Querschnitt, Länge (kurz gleich steifer -> radilaes Einspeichen) und Flanschabstand zur Laufradmitte beeinflusst.

Gruß

messenger
11.06.2003, 19:49
Interessantes Thema!
Wenn das so stimmt, hat ja Guru und Laufradproduzent Smolik einfach mal Mist geschrieben auf seiner HP.
Zitat:
" Eine Erhöhung der Seitensteifigekit des Hinterrades ist deswegen nur durch Vergrößern der Speichenschräge (Achsverbreiterung) oder ERHÖHEN DER SPEICHENSPANNUNG möglich. Die nun aber verkraften die Speichen mit einem Durchmesser von 1,8 mm nicht mehr - sie neigen dazu sich oberhalb von 950 bis 1000 N beim Anziehen abzudrehen. Mit 2 mm Speichen hingegen kann die Spannung noch auf etwa 1200 N gesteigert werden, dann ist auch hier (falls eine ausreichend stabile Felge verwendet wird) das Ende der Fahnenstange erreicht. "

Was Du beschreibst (und mir durchaus schlüssig erscheint), ist aber nur die Verkantung der Felgenebene gegen die Nabe. Wie siehts aber mit der seitlichen Durchbiegung der Felge selbst aus; unabhängig von Vorspannung?, irrelevant?

Gruß mess.

Kowalski
11.06.2003, 21:24
Original geschrieben von discbrake
Die Steifigkeit wird nur durch Anzahl, Querschnitt, Länge (kurz gleich steifer -> radilaes Einspeichen) und Flanschabstand zur Laufradmitte beeinflusst.




Vorspannung des gesamten Systems "Laufrad" spielt keine Rolle???


Hmmmm... ich denke, daß die "Seitenkräfte" an der Felge bei gleichbleibender Speichenspannung genau von Flanschabstand und Speichenlänge (also grob: Laufraddurchmesser) abhängig sind. Natürlich heben sich diese Kräfte genau auf, aber ich mutmaße mal daß sie im Falle einer seitlich auf die Felge einwirkenden Kraft eine gewisse Rolle spielen?

Hmmm... Kowalski




Nachtrag zu meinem ersten Post hier (kein Kunstwerk, ich weiß) bezüglich unterschiedlicher Speichenspannung am Hinterrad:

f_freeloader
11.06.2003, 21:53
Hallo,

die Antwort von discbrake scheint mir in die falsche Richtung zu gehen. Klar können Speichen nur auf Zug belastet werden. Daß ein Laufrad trotzdem Druck abkann, liegt an der Vorspannung der Speichen. Die muß so hoch sein, daß auch bei starken Belastungen die Zugkraft der Speichen dominiert. Wenn das nicht mehr der Fall ist, eiert das Laufrad ziemlich umher.
Also: mehr Spannung = mehr Festigkeit und Stabilität. Eine steife Felge hilft natürlich.

Grüße
f_freeloader

discbrake
11.06.2003, 22:27
Hallo Messengger, Kowalski & Freeloader,

hab Eure Artikel, Diagramme und verweise auf die Schmolik-Homepage gelesen und letzteren zugegebenermaßen nicht kapiert. Was Schmolik berechnet ist die horizontale Komponente der Speichenkraft. Er betrachtet dabei aber nicht um wieviel die Felge dabei ausgelenkt wird. Steifigkeit ist doch Kraft/Weg oder?
er berechnet nichmal ne Spannung (entgegen dem Text), sonst müßte er die Kraft doch noch durch die Querschnittsfläche teilen?!?

Erklärt mir dochmal eins:
Wirkt auf eine Feder (oder in diesem Fall auf die Speiche) eine Kraft mit dem Betrag "F" ein, so verlängert sich diese um die Strecke "s". Wirkt eine Kraft von "2F" ein so verlängert sich die Speiche um "2s" (Hooksches Gesetz, Kraft und Weg sind proportional).

Nach der Theorie von Freeloader müsste ab einer bestimmten Kraft die Feder härter/steifer werden? Wie kann das sein?

Meister
12.06.2003, 01:16
Hallole

Da muß ich jetzt EINFACH was dazu sagen:

Stellt euch mal einen Fahnenmast vor. Wenn er Nass ist, regnet es, wenn er wackelt, windet es.
Also wenn es windet wackelt der Mast. Hier gilt ExA usw..
Jetzt spannen wir drei Gummiseile gleichmäßig von der Mastspitze zum Boden (120°).
Wackelt der Mast noch gleich, oder ist er steifer?
Verdoppeln wir die Spannung.
Braucht es jetzt mehr Windkraft für die gleiche Auslenkung?

Oder rechnet jemand ExA für eine Felge explizit aus und wieviel ein Fahrer dann wiegen dürfte, wenn das Rad nicht schon im Stand zusammenbrechen soll

Ich hoffe weitergeholfen zu haben.

Gruß

Kowalski
12.06.2003, 12:07
Original geschrieben von Meister
Hallole

Da muß ich jetzt EINFACH was dazu sagen:

Stellt euch mal einen Fahnenmast vor. Wenn er Nass ist, regnet es, wenn er wackelt, windet es.
Also wenn es windet wackelt der Mast. Hier gilt ExA usw..
Jetzt spannen wir drei Gummiseile gleichmäßig von der Mastspitze zum Boden (120°).
Wackelt der Mast noch gleich, oder ist er steifer?
Steifer. Ich würde als Beispiel Wanten und Stage an einem Mast bevorzugen. Aber als Resultat: steifer. Warum Gummiseile?


Original geschrieben von Meister
Verdoppeln wir die Spannung.
Braucht es jetzt mehr Windkraft für die gleiche Auslenkung?
Ja.


Original geschrieben von Meister
Oder rechnet jemand ExA für eine Felge explizit aus und wieviel ein Fahrer dann wiegen dürfte, wenn das Rad nicht schon im Stand zusammenbrechen soll
Wenn ich das berechnen könnte, hätte ich hier schon längst ganz derbe mit Formeln geprotzt ;) ...


Original geschrieben von Meister
Ich hoffe weitergeholfen zu haben.

Gruß
Mir ja.

Gruß, Kowalski

immerletzter
20.09.2003, 16:21
Original geschrieben von xyz
jo, aber die ursache von speichenbrüchen ist nachweislich fast immer zu niedrige und nicht etwa zu hohe speichenspannung!
wie die experten von whizz-wheels bei einem meiner laufradsätze die 28 dt revs festgezogen haben war richtig heftig!
da gabs kein knacken am anfang, kein achzentrieren etc.-klasse arbeit!

... aber wie hart kann man anziehen bevor die Felge kapituliert?

Hendrik Hemmler
20.09.2003, 16:58
Beim "Abdrücken" das Rad besser nicht auf die Nabe legen. Man drückt dann nämlich (im Stillstand) auf den Innenring der Lager.
Kann schädlich sein

Besser man legt das Rad auf die Beine und drückt rund um den Nabenflansch auf die Speichen.

Und immer gut auf die Speichenköpfe schlagen...

-----
Mein selbstgespeichtes VR: tune 75r, DT Revolution radial, CXP33
Steht wie 'ne 1.

Nomade
20.09.2003, 17:43
Ob das bei einer qualitativ hochwertigen Nabe was ausmacht ist noch die Frage. Wenn ich mir überlege, welche Energie bei schlechter Fahrbahn auf die Lager der Nabe wirken, kann das bisschen abdrücken mit max 20-30kg auf Auflagepunkt kaum der Rede wert sein.

immerletzter
20.09.2003, 19:34
Welchen Lochkreisdurchmesserhat denn die CXP33 von Mavic? Oder anders, wie lang sind eure Speichen wenn Ihr sie mit Shimanos kombiniert? Angabe über Kreuzung und Lochzahl wäre dabei sehr hilfreich.

Im DT Speichenrechner sind nur 3 Shimano naben aufgeführt. Allein Dura Ace und Ultegra unterscheiden sich ja in den Abmaßen.

Hendrik Hemmler
20.09.2003, 20:02
@nomade:

Nein, so schlimm ist das sicher nicht.
Es geht aber auch so wie von mir beschrieben sehr gut.
Würde ich eben so empfehlen...

(Auf schlechten Straßen wirken die Kräfte übrigens senkrecht zur Abdrücksituation, das ist der Unterschied.)

Nomade
21.09.2003, 10:11
Ich meine Dura Ace und Ultegra Naben haben die selben Maße.
Bei mir hat es auf jeden Fall, sowohl bei Dura Ace, Ultegra und 105er Naben immer gepasst.

Auf die Speichenlängen die Du dann bei dem DT-Speichenberechner bekommst, kannst Du dich dann verlassen. Die CXP33 ist ja drin und auch die Shimi-Naben. Lochzahl und Kreuzungen nicht vergessen.

Ich persönlich runde hinter dem Komma immer ab, sofern es die Länge gibt.

Gruß Nomade

AndreasIllesch
21.09.2003, 10:13
Original geschrieben von Nomade
Ich meine Dura Ace und Ultegra Naben haben die selben Maße.


die hinterradnaben haben unterschiedliche maße laut shimano katalog.

immerletzter
21.09.2003, 10:19
Original geschrieben von Nomade
Ich meine Dura Ace und Ultegra Naben haben die selben Maße.
Bei mir hat es auf jeden Fall, sowohl bei Dura Ace, Ultegra und 105er Naben immer gepasst.


Ich denke die Vorderradnabe ebenso. Dass sie unterschiedlich sind, siehe hier und beachte speziell die vorletzten zwei Zeilen:

Nomade
21.09.2003, 11:13
OK, 1,5mm pro Seite aus der Miite herraus. Rechne das mal Bitte jemand aus, was das an Speichlänge macht. ;)

AndreasIllesch
21.09.2003, 13:20
abstand nabenmitte-flanschmitte:
ultegra vorn: 35,5mm
DA vorn: 37mm

lochkreis vorn:
ultegra: 38mm
DA: 38mm

abstand nabenmitte-flanschmitte:
ultegra hinten rechts: 20,5mm
ultegra hinten links: 32,5mm
DA hinten rechts: 21,1mm
DA hinten links: 36,9mm

lochkreis hinten:
ultegra: 45 mm
DA: 44mm

Nomade
21.09.2003, 14:03
Die abweichungen in den Maßen der einzelnen Serien sind so minimal, das DT-Swiss in Ihrem Speichenrechner nicht darauf eingeht und ein Einheitsmaß angibt. Wie gesagt, ich hab immer die DT-Swiss Vorgaben genommen und das passte immer perfekt.

Viel interassanter ist die Frage, wo man für nicht so geläufige Felgen den Innenradius herbekommt. Mit "selbst ausmessen" bin ich jetzt schon ein paar mal böse auf die Fr**e gefallen.

immerletzter
21.09.2003, 20:47
1. Methode

gegenüberliegend zwei Nippel durchstecken ... Abstand messen ... Nippellänge bis Kopf aufaddieren ... Durchmesser


2. Methode

zwei alte Speichen nehmen ... Nippel rauf ... speichen auf bekannte Länge kürzen ... gegenüber einstecken ... Überlappung messen ... Überlappung vom doppelten der (bekannten da ja selber auf die Länge gekürzt) Speichenlänge subtrahieren


Anders kenne ich es auch nicht

felixhoenig
02.04.2006, 13:16
Moin moin,

ich hab heute morgen beim Rad putzen festgestellt, daß eine Speiche des Hinterrads auf der in Fahrtrichtung linken Seite, locker ist. Mit locker meine ich richtig lose, schlackert rum.

Was tun? Ist das im Rahmen des 'Normalen'? Kann ich mir nicht vorstellen...

MFG, FH.

clekilein
02.04.2006, 13:18
Ich habe mal eine gennerelle Frage:

Wieso schreigben so viele Menschen Narbe? Das heißt doch Nabe!
Das ist ja nicht der einzige Fred bei dem das falsch ist, oder bin ich falsch informiert?

Vetta
02.04.2006, 14:10
Nein, es heißt Nabe und es heißt auch Pedale (ohne n) :rolleyes:

softwerker
03.04.2006, 00:33
... aber wie hart kann man anziehen bevor die Felge kapituliert?

Wenn Du auf den Speichen "Gitarre spielst" hörst Du ja einen Ton. So in der Gegend von Kammerton A hast Du eine brauchbare Speichenspannung, beim HR darf es auf der Zahnkranzseite auch etwas mehr sein, entsprechend hast Du auf der zahnkranzabgewandten Seite dann weniger Spannung. Wenn der Ton, den Du hörst, zu hoch wird, klingt das irgendwann ungesund. Und das ist es dann auch.

Wer's genauer wissen will kann sich für sündhaft teures Geld ein Tensiometer zulegen.

Eine andere Faustregel besagt, daß man beim Zusammendrücken zweier überkreuzter Speichen diese um weniger als einen Zentimeter verschieben können soll. Wenn sie "bombenfest" sitzen, d. h. nur noch 1-2 Millimeter zu verschieben sind, dann hast Du auch wieder zu viel Spannung drauf.

Ziller
03.04.2006, 02:13
Also, den Schraner hab ich gelsen und einiges andere auch. Dagegen erscheint mir Schraner irgendwie "hausbacken". Nix gegen das, was er schreibt und vorzuzeigen hat, aber das bislang beste Werk über Laufradbau gabs mal bei DT in deutscher Sprache als Übersetzung aus dem Englischen. Keine Ahnung, wie das hiess, war aber vor rund 5 Jahren bei DT och im Katalog, wenngleich nicht mehr lieferbar.
Darin stand dann auch die interessante These, dass Speichen sehr wohl auch auf Druck belastet werden (können) und zwar in der Weise, wie in Spannbeton die (vorgespannten) Stahlarmierungen durch Belastung der Konstruktion entlastet werden und dadurchin gewisser Weise "Druck" ausüben.
War ne sehr diffizile Argumentation, die ich leider in wenigen Worten nicht mehr wiedergeben kann, zumal ich das Buch leider nicht besitze und nur ausgeliehen hatte.
Fakt derweil ist, dass eine Speiche nicht durch zu hohe Spanung reissen kann. Vorher verzieht es die Felge oder die Nippelköpfe reissen ab. Aber eine Speiche kann sehr wohl brechen, wenn die Spannung zu niedrig ist. Es ist, speziell bei DD-Speichen vorgesehen, dass eine Verringerung der Vorspannung und damit verbundene Arbeit/Verkürzung der Speiche im Radaufstandspunkt (Entlastung der unteren Speiche/-n) im Bereich des dünneren Durchmessers erfolgt, womit die schwächste Stelle, nämlich der Speichenbogen im Bereich der Nabe entlastet werden soll. Ist die Speiche zu wenig vorgespannt, kommt diese Verdünnung nicht dieser Aufgabe nach, sondern die Speiche arbeitet im Bereich des Speichenbogens, bis dieser bricht.
Laufradbauer wie Whizzwheels haben diese Erkenntnisse mit Löffeln gefressen und bauen ihre Räder dementsprechend, indem sie die Speichen setzen, die Laufräder abdrücken und nachzentrieren, so dass dieser Prozess nicht mehr während des ersten Einsatzes passiert sondern bereits bei der Produktion. Daher können sie auch ruhigen Gewissens ne massive Garantie gegen Speichenbruch gewähren.
Was die Ausgangsfrage angeht: Ja, es ist absolut normal, dass die rechten speichen des Hinterrads eine höhere Spannung als die linken aufweisen und dementsprechend nen anderen/höheren Klang haben. Die Physik und die allgemeine Lehrmeinung gehen auch dahin, dass man eine Radialspeichung am Hinterrad vermeiden sollte, auch wenn es spezielle Naben (TOMOS) gibt, die eine reine Radialspeichung rechts und links auch am Hinterrad ermöglichensollen oder es spezielle LAUFRÄDER (Smolik?) gibt, die rechts radial gespeicht sind und links gekreuzt sind. Wieso? Wird ein Antriebsmoment übertragen, geben die rechten, radialen Speichen nach, der nabenkörper überträgt das Drehoment über den linken Nabenflansch auf die linken Speichen und diese können die auftretenden Kräfte besser abhaben, da sie flacher zur nabe bzw der Felge stehen. Dieses System setzt aber eine besondere Nabe voraus, die die auftretenden Torsionskräfte in der Verbindung zwischen rechtem und linken Flansch verkraften und übertragen können, ohne dass die Nabe bricht.
Ausserdem ist, wie so vieles, alles auch eine Ansichts- oder Auslegungssache. Die einen behaupten, man müsse die Zugspeichen aussen haben, die anderen meinen, es ginge auch, wenn sie innen sind. Die einen vertreten die Ansicht, dass auf der Nicht-Antriebsseite die Zugspeichen auch aussen sein müssten, andere wiederum propagieren die Haltung, sie sollten innen sein. Bunter wird es, wenn man MTB-Naben für Scheibenbremsen betrachtet: Hier gibts ja auch Zug- und Druckspeichen und es herrscht ein bunter wirrwar an Meinungen und Vorschriften, welche auf welcher Seite wo sein müssen. Das führt so weit, dass Nabenhersteller gegensätzliche Vorschriften wie Bremshersteller machen, also die einen vorschreiben, die Zugspeichen müssten auf der einen Seite aussen und dürften auf der anderen Seite innen sein, während die andern genau das Gegenteil verlangen.
Ich halte mich mittlerweile an gar nix mehr, solange ich die Laufräder selbst fahre und verwende nur allerseltenst "klassische" Einspeichmuster wie Dreifachkreuzungen und stattdessen ein buntes Wirrwar an Krähenfuss-, 3L3T-Mustern oder Wurzelspeichungen, gemixt mit 2-fach oder 3-fach Kreuzungen, wo mir es in den Kram passt. Und hatte keinerlei Ausfälle damit und kein Nachzentrieren. Und konnte bisher keine merklichen Unterschiede hinsichtlich Stabilität oder Haltbarkeit ausmachen. Wobei ich alles ordentlich rannehme, wenngleich ich sicher nicht der Extremsprinter, Downhillheizer oder Hardcorebiker bin, der alles an Material bis an die Grenzen belastet.
Asche über mein Haupt;- ich will mich hier nicht als Musterknaben hinstellen aber zumindest ausdrücken, dass, "normalen" Gebrauch vorausgesetzt, die ganzen Weisheiten, die in der jeweiligen Oberliga für Gesprächsstoff sorgen müssen, für Otto-Normal-Fahrer nur periphär von Interesse sind und die Unterschiede kaum die Haltbarkeit eines vernünftig aufgebauten Laufrades beeinträchtigen geschweige denn, es schwächen.
Also für die ersten Versuche als Einspeicher: Dreifachkreuzung, ordentliche Speichenspannung, Rad setzen und nachzentrieren, nach den ersten hundert Kilometern nachzentrieren und vielleicht mal mit nem zweiten Laufradsatz etwas experimentieren.
Allerdings: das ein Vorderrad, wie ich es hier gelesen habe, Geräusche bei Belastung wie Wiegetritt macht, sollte eigentlich nicht sein. Da liegt etwas im Argen und dies gehörte abgestellt!