PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : richtige Rahmengröße



bomibln
24.06.2003, 10:49
Moin,

es gibt ja die Formel 0,66xBeinlänge +1,5cm. Dann erhält man die Rahmenhöhe Mitte Tretlager--Oberkante Oberrohr.
Nach dieser Rechnung erhalte ich dann einen Rahmen Höhe 56 (Schrittlänge 83). Dabei ergibt sich dann, daß die Sattelstütze nur 9cm aus dem Sitzrohr schaut. Sieht schon mal nicht sehr sportlich aus ;-). siehe Bild .Wenn ich nun aber viele der geposteten Räder anschaue oder auch die Räder der Profis, so fällt auf, daß die Sattelstütze mindestens 15cm aus dem Sitzrohr schaut.

Da stellt sich mir natürlich die Frage...stimmt die Formel ? Oder fahren alle zu kleine Rahmen ? Also auf einem 54 Rahmen fühle ich mich unwohl, da ist die Oberrohrlänge zu kurz.


Gruß bomi

stephse
24.06.2003, 11:02
Habe selbst Schrittlänge 84 cm und fahre seit Jahren Rahmengröße 56 - ohne Probleme. Dabei habe ich immer die Formel Schrittlänge x 0,66 angewandt. Wenn die Rahmengröße passt, ragt die Sattelstütze auch ausreichend aus dem Sitzrohr heraus (der Schriftzug sollte schon zu lesen sein!).
Eine derartige Überhöhung, wie sie an Rädern der Profis zu finden ist oder auf einigen "Poser-Bildern" hier im Forum, ist meines Erachtens nicht auf einen Hobbyfahrer übertragbar.
Grundsätzlich gilt: Bei sportlicher Fahrweise eher die kleinere, bei "normaler" Fahrweise mit etwas angenehmerer Sitzhaltung eher die nächstgrößere Rahmengröße (denke nicht, dass bei Dir die Aerodynamik eine solch tragende Rolle spielt, so dass eine angenehme und bei 120 km-Touren auszuhaltende Sitzposition sicher der Favorit ist, oder?). Dies trifft bei mir jedenfalls zu. Fahre, wie gesagt, 56er Rahmen, komme aber auch mit den 58er meiner Kumpels sehr gut klar, auf denen ich (noch) etwas aufrechter und entspannter sitze. Mein Tria-Rahmen hingegen ist ein 54er.

AndreasIllesch
24.06.2003, 11:23
Original geschrieben von stephse

Eine derartige Überhöhung, wie sie an Rädern der Profis zu finden ist oder auf einigen "Poser-Bildern" hier im Forum, ist meines Erachtens nicht auf einen Hobbyfahrer übertragbar.

meine sattelüberhöhung beträgt ca 14 cm (satteloberkante bis mitte lenkerklemmung).
ist das zuviel für mich als nicht-profi.
welche überhöhung hältst du für richtig für mich?
darf ich als nicht-profi eine weniger aufrechte sitzposition einnehmen, ohne als poser zu gelten?

welche poser bilder meinst du denn?

@bomi: ich halte deinen rahmen für zu lang.

bomibln
24.06.2003, 11:33
Schau mal hier
http://www.dkverlag.de/tour/showthread.php?s=&threadid=897&highlight=colnago

Da findest Du ein paar schöne Poser Bilder :-)
Aber klasse sehen sie aus :-)
Aber sitzt sich das nach 6 Stunden noch bequem drauf ?

ich fahre auch mit 13cm Sattelüberhöhung. Ich finde, daß paßt sehr gut. Auch nach etlichen Stunden fühle ich mich noch wohl.
Aber sieht eben nicht schön aus, wenn die Sattelstütze kaum aus dem rahmen schaut :-(

Gruß bomi

AndreasIllesch
24.06.2003, 12:04
hab grad bei mir noch mal gemessen, es sind eher 15.
13 cm sind das bei dir? ich hätte auf 10-11 cm getippt.

bei den forumsbildern ist kaum eins dabei, wo ich von einer extremen sattelüberhöhung sprechen würde.

Kowalski
24.06.2003, 12:26
Das Rad soll so eingestellt sein daß es paßt.

Die Distanz Innenlagerachse-Sattelmitte, Sattel-Lenker horizontal und vertikal sollen passen, die Längsausrichtung des Sattels auch und du sollst dir nicht die Eier plätten... (das ist mE das Hauptinteresse das hinter der "Rahmenhöhe" steckt)

Das hängt ab von Schrittweite, Körpergröße (genauer: Schulterhöhe), Armlänge, Ober- und Unterschenkellänge und deinen Fahrgewohnheiten.

Das ist alles. Die Qualität eines Rennrads hängt meiner Erfahrung nach nicht gar so sehr davon ab wie weit die Stütze 'rausguckt.

Gruß, Kowalski



Guck' mal, da schreibstes ja selbst:


Auch nach etlichen Stunden fühle ich mich noch wohl.
Aber sieht eben nicht schön aus, wenn die Sattelstütze kaum aus dem rahmen schaut :-(
Und jetzt die Preisfrage: sitzt du da mit den Augen drauf oder mit dem Arsch?

diddlmaedchen
24.06.2003, 12:45
Meinen ersten Rahmen hatte ich auch nach o. g. Formel gekauft, der war satte 3 cm zu groß und daher auch viel zu lang !
Ich bin kein Freund von diesen Theorie-Größen, am besten ist wohl immer noch ausprobieren...

C40
24.06.2003, 12:48
Original geschrieben von bomibln
Moin,

es gibt ja die Formel 0,66xBeinlänge +1,5cm. Dann erhält man die Rahmenhöhe Mitte Tretlager--Oberkante Oberrohr.
Nach dieser Rechnung erhalte ich dann einen Rahmen Höhe 56 (Schrittlänge 83). Dabei ergibt sich dann, daß die Sattelstütze nur 9cm aus dem Sitzrohr schaut. Sieht schon mal nicht sehr sportlich aus ;-). siehe Bild .Wenn ich nun aber viele der geposteten Räder anschaue oder auch die Räder der Profis, so fällt auf, daß die Sattelstütze mindestens 15cm aus dem Sitzrohr schaut.

Da stellt sich mir natürlich die Frage...stimmt die Formel ? Oder fahren alle zu kleine Rahmen ? Also auf einem 54 Rahmen fühle ich mich unwohl, da ist die Oberrohrlänge zu kurz.

Gruß bomi

Hi Bomi,
meiner Meinung nach kannst Du diese Formel zur Bestimmung des Rahmens vergessen. Wenn man 83cmx0,65 nimmt kommt man auf eine RH von 55 (Deutsches Maß) oder man nimmt die 83cmx0,65=54 (für Mitte-Mitte). Was aber viel wichtiger ist, ist der richtige Sitzwinkel (wo sitze ich auf dem Rad!) in Verbindung mit dem entsprechenden Oberrohr und Vorbau. Ganz wichtig ist natürlich die gewünschte Überhöhung und da fährt jeder individuell anders. Auch nicht alle Profis fahren riesige Überhöhungen. Für was auch?
Wenn man eine große Überhöhung z.B. von 15cm fahren will braucht man natürlich einen kleinen Rahmen. Wenn man aber z.B. 8cm Überhöhung braucht wäre eine kleiner Rahmen quatsch denn man müßte ein Batterie von Spacern verbauen.
Auch ich bin schon dem Wahn verfallen immer gestreckter zu sitzen mit einem langen Vorbau, relativ große Überhöhung und einem relativ langem Oberrohr.
Mittlerweile sitze ich auf dem Rad so wie ich vermessen wurde:
Schrittlänge 89cm bei einer Größe von 182.
Der für mich passende Rahmen ist z.B. ein 59er Storck (Deutsches Maß) mit einem Sitzwinkel von 73,5°, Oberrohrlänge 57,4cm, Vorbau 11 cm, Überhöhung 8,0 cm, eine Sitzlänge von 56cm, Nachsitz 6,5cm und eine Sitzhöhe von 78,1 (175er Kurbel) gemessen bis Mitte Oberfläche Sattel.

Entscheidend ist nicht wie andere auf dem Rad sitzen sondern daß man entsprechend seinen individuellen Proportionen und Anforderungen auf dem Rennrad sitzt. Was nützt mir 15cm Überhöhung wenn ich in Bremsgriffposition am Berg keine Kraft aufs Pedal bekomme. Anders ist das natürlich beim Zeitfahren da spielt die Aerodynamic eine größere Rolle so daß man ein paar prozent Leistung zu gunsten der Aerodynamic opfert um schneller fahren zu können :-)

Gruß C40

bomibln
24.06.2003, 13:19
Gandalf du hast natürlich recht ;-) habe eben nachgemessen. Es sind tatsächlich nur 12cm Sattelüberhöhung.
Und stimmt auch der Rahmen ist etwas zu lang für mich.
Hast schon ein klasse Augenmaß :-)
Aber ich habe auch einen relativ langen Oberkörper bzw. kurze Beine. Da brauche ich schon ein längeres Oberrohr.
Habe deshalb auch nur einen kurzen 110 Vorbau dran.
Das kommt davon, wenn man sich in einem "Fachgeschäft" beraten läßt. Der nette Verkäufer hat nicht mal die Schrittlänge gemessen *ohne Worte* Da läßt man so viel Geld im Geschäft und bekommt dann wahrscheinlich den Rahmen angeboten, der gerade am lager liegt...Aber das ist dann wohl ein anderes Thema ;-)

Aber Ihr habt schon recht...hauptsache man fühlt sich auf dem Hobel wohl.

Gruß bomi

garaventa
24.06.2003, 14:33
Hallo Bomi,

ich fahre ebenfalls einen Müsing Izalco Team Pro in RH 56cm, gemessen von Mitte Tretlager bis Oberkante Oberrohr. Der, Müsingrahmen ist in der Tat sehr lang, dh. dass das Oberrohr bei RH 56cm sogar 57,0cm misst.
Aus diesem Grunde empfinde ich bei Körpergrösse 179cm und Schrittlänge 86cm den Rahmen als OK, sofern ich bei einem 100mm Vorbau bleibe.
Dennoch ist der Müsing auch im Vergleich zu anderen aktuellen Rahmen in Grösse 56cm länger als üblich, was nicht jeder mag.

Ich werde jedenfalls meinen nächsten Rahmen so auswählen, dass das Oberrohr nicht länger als 55,5 bzw.56,0cm ist, um eine etwas bequemere Position einnehmen zu können. Bei langen Touren jenseits von 100km merke ich meinen unteren Rücken schon deutlich, das muss ich mir mit beinahe 40 Jahren ´nicht mehr antun.

Wenn Du magst, schildere mir Deine Erfahrungen mit Deinem Müsing, ich antqworte gerne.

Gruss Frank:)

spiderman
24.06.2003, 15:20
Tach zusammen,

die alte und unendliche Geschichte mit "der" passenden Rahmenhöhe.

Um alle, die jetzt schon unruhig sind und glauben, auf einem zu großen/kleinen Rahmen zu sitzen, zu beruhigen:

Ich bin 1,92 und weder Sitzriese noch mit außergewöhnlich langen Stelzen ausgestattet.

Mein erstes Rad war ein 64`er Peugeot, das zweite ein 61´er Peugeot, das dritte ein 59´er Principia, alle mit mal mehr oder weniger langem Vorbau. Aktuell fahre ich einen Look KG 386 59`er mit 100 mm Vorbau, wobei der Verkäüfer mir auch den 57`er Rahmen als denkbar nannte (etwas längerer Vorbau, Sattel etwas höher). Nach dem 64`er habe ich mich auf dem 61`er merkwürdig gefühlt, erschien mir zu klein (kurz im Oberrohr). Dann kam - für 7 Jahre - der Principia, der mir wieder besser passte, obwohl er kleiner war. Jetzt fahre ich seit 18 Monaten den Look und fühle mich eigentlich gut auf dem Rad. Die Sattelüberhöhung ist schon heftig und Look hat auch recht lange Oberrohre. Auf allen Rädern habe ich mich eigentlich - nach einer gewissen Übergangszeit - ganz ordentlich gefühlt. Mal hatte ich gelegentlich Rückenschmerzen, mal nicht. Das lag wohl eher am Trainingszustand.

Langer Rede, kurzer Sinn. Meiner Meinung nach dienen alle Formeln nur einer groben Orientierung. Ein Mensch mit 170 cm wird sich auf einem 61` er ebensowenig wohlfühlen, wie ein 190 cm Riese auf einem 53`er.

Mit Sattelstütze und Vorbau lassen sich immer wieder 2 cm + oder - in der Rahmenhöhe gut kompensieren.

Abgesehen davon sind wir doch alle eher "Amateure" und verdienen unser Geld nicht mit dem Rad fahren; bei den Profis sieht es logischerweise anders aus.

Und bevor jetzt irgendwer nölt, ich würde nicht genug fahren oder keine langen Strecken. So ca. 7.000 km im Jahr kommen zusammen, auch mal ein Marathon oder eine ironman-Distanz.

In diesem Sinne: Locker bleiben

53/11
25.06.2003, 10:40
Hi,
Grundsatz sollte immer sein das man bequem auch lange Touren fahren kann. Das betrifft dann sowohl die Rahmenhöhe als auch die Länge des Rahmens und die daraus folgende Überhöhung des Sattels gegenüber dem Lenker. Aus leidvoller eigener Erfahrung kann ich da nur dringend zu eher etwas grösseren Rahmen raten. Ich bin jahrelang mit einem sehr sportlichen aber leider zu kleinen Rahmen gefahren. Habe zwar versucht durch Vorbaulänge und Sattelposition einiges zu regeln doch auf die Dauer hat das beinahe zu einem Bandscheibenvorfall und üblen Verspannungen im Nacken geführt. Und der alte Rahmen war sicherlich nicht viel zu klein, halt nur etwas. Bin damit viele Pässe gefahren, viele Marathons und das hat dann irgendwann mal zu diesen Problemen geführt. Daher lieber eventuelle leichte Abstriche in punkto Optik dafür aber eine angenehmere Position auch über Stunden. "Posing" sollte man unerfahrenen Kids überlassen. Solange man keine Rennen fährt wo kurze und wendige Rahmen vielleicht notwendig sind sollte immer die entspannte Position Vorrang haben.
Fahre jetzt einen gröseren Rahmen und alles ist (toi, toi, toi!!!) soweit wieder O.K.
Soll ja auch alles Spass machen, oder?
Gruss

brodie
25.06.2003, 16:24
Rahmen werden in den letzten zwanzig Jahren immer kleiner gewählt. Schau Dir mal die Bilder im TdF-Sonderteil oder das TdF-Buch an, da erkennst Du den Trend

53/11
26.06.2003, 09:52
Hi,
der Trend mag in die Richtung gehen, doch woran orientieren sich Rahmenhersteller in erster Linie? Ich denke am Profisport. Und das in Rennen lieber kleinere rahmen gefahren werden zwecks besserer Wendigkeit etc. ist bekannt.
Doch sollte sich der normale Hobbysportler nicht unbedingt daran messen was Profis so fahren.
Die betreiben das schon etliche Jahre, werden rundum med. betreut und leben Tag für Tag für den Sport. In jungen Jahren hat der Hobbysportler vielleicht noch keine Probleme mit der Haltung auf dem Rad doch im Laufe der Zeit kommt das dann irgendwann je nach Umfang des betriebenen Sports. Muss nicht zwangsläufig sein doch selten ist das nicht. In meinem nun doch etwas älter gewordenen Bekanntenkreis sind die Rahmen mittlerweile alle etwas grösser geworden. Warum? Weil die meisten (viele Kurierfahrer) mittlerweile Probleme im Hals/Nackenbereich und/oder Rücken allg. haben. Sind alles Leute die schon 15 - 20 Jahre radtechnisch dabei sind und viel fahren.
Ein sehr gutes Beispiel ist ja die enorme Sattelüberhöhung die von Profis gefahren wird. Sieht ja schnittig aus doch wer da nicht Tag für Tag dehnt und tut und macht und vor allem das schon seit der Jugend der fährt nicht lange in der Unterlenkerhaltung. Auch hier kann ich beobachten wie die Zahl der eingebauten Spacer im Laufe der Jahre wieder zugenommen hat bei uns.
Muss natürlich jeder für sich selber klarstellen, doch wenn ich jemandem einen Rat geben soll dann lieber den einen etwas grösseren Rahmen zu nehmen.
Im RTF und Marathonbereich ist der Trend seit jeher der, etwas grössere Rahmen zu fahren wegen der angenehmeren Position die es dann erlaubt auch lange Fahrten halbwegs entspannt zu verrichten.
Aber O.K., einiges ist dabei auch sehr individuell. Man sollte sich auch nach Möglichkeit bei einem Rahmenbauer komplett vermessen lassen. Der eine hat relativ kurze Beine aber einen langen Oberkörper, der andere ist sonstwie gebaut. Da kann die Rahmengeometrie ganz schnell eine sehr individuelle Geschichte werden.
Gruss

brodie
26.06.2003, 14:42
Wie war. Ich habe den Lenker auf Sattelhöhe und für die Aerodynamik gibt es ja den Unterlenker. Und bei meinem Schnitt gibt es wichtigeres als den Luftwiderstand. Z.B. die Freude daran, überhaupt und einigermaßen schmerzfrei fahren zu können.