Ergebnis 1 bis 12 von 12
  1. #1
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    So ein Stahlschaft.......was hält der eigentlich aus?

    Leuts,
    ich hab am 1. Mai eine böse Sache erlebt, wir sind in einer 5er Gruppe (alles Hobbyradler) gefahren und plötzlich meinte einer, sein Steuersatz gehe schwergängig. Wir hielten an und sahen, dass der Vorbau völlig verdreht war. Irgend ein Vorbau von ITM (Modell kenne ich nicht). Und der Vorbau ließ sich auch drehen obwohl er festgeschraubt war. Mit 6Nm laut Fahrer (bzw. meinem Bekannten).

    Es handelte sich um einen Carbongabelschaft. Und der war quasi durchgebrochen. Damit war die Fahrt beendet.

    Ich hab gleich mal geschaut, ob bei mir alles ok ist. Ich habe einen Stahlgabelschaft und einen Syntace 139 Road Vorbau dran. Den hab ich mit knapp 8Nm (7,9Nm müssten es sein) festgeschraubt. Nun bin ich mir unsicher, ob solche großen Klemmkräfte von einem handelsüblichen Stahlgabelschaft überhaupt gehalten werden?

    Vorher hatte ich von Truvativ sogar einen Vorbau dran mit nur einer Klemmschraube, die war sogar mit 9,5Nm befestigt, da saß sie auch verdrehsicher.

    Gibts hier irgendwelche Experten, die mir sagen können, ob ein Stahlschaft wirklich mehr aushält, als ein Carbonschaft? Zumindest hatte mir beim Kauf ein Händler mal gesagt, dass sich Carbonschäfte und Stahlschäfte nichts tun, was die Materialstärke angeht.

  2. #2
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    Bin zwar kein Experte, kein Dipl-Ing oder Masch-bau-Studi, aber ich glaube der Stahlschaft lächelt müde ob der Vorbau mit 7,9; 8 oder 9,5Nm angezogen ist. Der hält viel (!!!) mehr aus.

    (Was hat den der Kollege mit der Gabel veranstaltet damit die einfach "so" durchgebrochen ist?)
    Geändert von Clouseau (06.05.2009 um 10:04 Uhr)

  3. #3
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    Dem Stahlschaft ist das egal. Ist der Vorbau aber für 8 Nm zugelassen?

  4. #4
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    Zitat Zitat von drjones Beitrag anzeigen
    Dem Stahlschaft ist das egal. Ist der Vorbau aber für 8 Nm zugelassen?
    Also auf meinem Syntace Vorbau steht hinten und vorn an der Klemmung 8Nm. Ich hab hier im Forum neulich die Frage entdeckt, ob die 8Nm tatsächlich für jede Schraube gelten. Ehrlich gesagt hab ich mir zumindest darüber noch nie Gedanken gemacht, da ich immer davon ausgegangen bin, dass man jede Schraube mit 8Nm anzieht. Also nicht jede mit 4Nm oder sowas.

    Auf dem ITM meines Kollegen standen 6Nm drauf als Maximum. Allerdings war der anders konstruiert als mein Syntace und mein Kollege ist mit knapp 100kg bei 1,90 nicht gerade "leicht". Trotzdem sollte sowas natürlich nicht vorkommen, ob aber der ITM für Carbonschäfte geeignet war, weiß ich nicht

  5. #5
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    Zitat Zitat von Heidenei Beitrag anzeigen
    Also auf meinem Syntace Vorbau steht hinten und vorn an der Klemmung 8Nm. Ich hab hier im Forum neulich die Frage entdeckt, ob die 8Nm tatsächlich für jede Schraube gelten. Ehrlich gesagt hab ich mir zumindest darüber noch nie Gedanken gemacht, da ich immer davon ausgegangen bin, dass man jede Schraube mit 8Nm anzieht. Also nicht jede mit 4Nm oder sowas.


    Muss man da noch das Rechnen anfangen? 8 durch 4, oder doch 8 durch 2 für jede Seite?

    Ist ja dann wie die Frage ob man statt 103 N/m einmal mit 100 und dann mit 3N anziehen kann.

    Bin der Meinung das die 8N für jede Schraube einzeln gilt, wobei ich allerdings glaube 8 sind das Maximum. Normalerweise hält der Lenker ja vorher schon.

  6. #6
    Beast Gast
    Den Stahlschaft kannst Du mit ganz anderen Kräften anknallen, das juckt den nicht.

    Limitierend ist in der Kombination lediglich der Vorbau.

    Merke: Das weichere, empfindlichere Material begrenzt, nicht das härtere.

    sollte eigentlich logisch sein


    Zitat Zitat von Heidenei Beitrag anzeigen
    Zumindest hatte mir beim Kauf ein Händler mal gesagt, dass sich Carbonschäfte und Stahlschäfte nichts tun, was die Materialstärke angeht.
    Materialstärke ist nicht gleich Härte bzw. Festigkeit. Stahl ist bei gleicher Stärke viel härter.
    Geändert von Beast (06.05.2009 um 10:26 Uhr)

  7. #7
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    Die Drehmomentangaben gelten natürlich für jede einzelne Schraube. Einem Stahlschaft machen 8 Nm nichts, aber auch garnichts aus! Den bekommt man mit einem Vorbau noch nicht mal deformiert, geschweige denn zerstört. Bei Überschreitung des Drehmomentes am Vorbau droht folgendes: Gewinde reißen aus/Schrauben können brechen/ Vorbau bekommt Risse.

    Edit: Stefan war schneller... Eine Anmerkung noch: Stahl verformt sich bei Überlast erst mal, während Carbon als das viel sprödere Material bei Überlast eher bricht.

    Gruß,
    Altmeister
    Geändert von altmeister (06.05.2009 um 10:31 Uhr)
    arrière du peloton

  8. #8
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    Danke für die Antworten - klingt logisch.

    Ich hatte nur die Info - Carbon sei im Schaftbereich genauso stark/stabil wie Stahl.

    Meine Bedenken waren mehr im Bereich Vorbau|Gabelschaft, als im Bereich Lenker|Vorbau.

    Ich hab einen Syntace Lenker und Syntace Vorbau. Der Lenker ist mit 7Nm geklemmt. Offiziell laut Syntace darf er mit 8Nm maximal geklemmt werden. Ich unterstelle mal, Syntace testet die eigenen Lenker mit ihren eigenen Vorbauten, von daher passt das sicherlich. Hoffe ich halt

    Meine Bedenken lagen eher im Bereich Vorbau|Gabelschaft, weil dort eben die Unsicherheit bestand, wenn ein Carbonschaft unter Umständen bei ITM mit 6Nm reißt, dann tut das der Stahlschaft ja bei Syntace 8Nm erst recht, wenn Stahl und Carbon gleich stabil sind.

  9. #9
    Beast Gast
    Zitat Zitat von Heidenei Beitrag anzeigen
    wenn Stahl und Carbon gleich stabil sind.
    Sind sie nicht.

    Der Unterschied liegt in der unterschiedlichen Belastungsart.

    Carbon hat eigentlich nur hohe Zugfestigkeit.

  10. #10
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    Ich hab am Mountainbike derzeit wegen massiven Rückenproblemen wieder meinen Syntace Vorbau + Duraflite installiert. Ich hab sowohl den Lenker mit 8Nm geklemmt, als auch den Vorbau mit 8Nm geklemmt. Die Rockshox Dart müsste einen Stahlschaft haben. Immerhin das schwerste Material. Ehrlich gesagt hab ich mir darüber überhaupt keine Gedanken gemacht.

    Wenn man Syntace glaubt, testen die ihre Lenker mit dieser VR Maschine und ziehen die Schrauben 150% an. D.h. nicht 8, sondern 12 Nm und das Teil muss trotzdem halten.

    Mein Stahlschaft muckt auch nicht. Ich fahr so und fertig. Hält, passt.

    Vorher hatte ich einen Race Face mit 6.2 jeweils vorn am Lenker und Gabelschaft. Der hat auch gehalten. Bei 5Nm verdreht sich im Trail bei mir der Vorbau trotz sauberem Gabelschaft. Daher hab ich mir extra einen Vorbau gesucht, der stärker geklemmt werden darf.

    Syntace hatte mir im Januar davon abgeraten, irgendwelche Montagepaste zwischen Stahl und Alu zu verwenden, die rieten mir sogar, das drehmoment von 8Nm auszunutzen. Ich meine - dafür ist es ja schließlich da, oder?

  11. #11
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    Ein Stahlschaft kann auch einen Riß bekommen - wollte ich nur mal einwerfen.
    Aber bei Ahead eigentlich nicht mehr.

    eher bei den alten wo das Gewinde draufgeschnitten ist.

    Da ist mir das Gleiche an einem alten MTB mit Starrgabel passiert - kurz nach Beginn einer lockeren Ausfahrt mit Kollegen konnte ich den Lenker drehen ohne um die Kurve zu fahren - aus wars.

    Am untersten Gewindegang war die Gabel kommplett durch.

    Auch können Schaftvorbauten beim "Anknallen" den Gabelschaft von innen deformieren
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    blaues MARIN Team Issue MTB von ca. 1989

  12. #12
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    Zerstören kann man alles

    Aber ich denke, dass die meisten Carbonschäfte brechen, weil ungeeignete Vorbauten montiert sind, die Kerbwirkungen hinterlassen. Bei Stahl einzukerben, dürfte schwer sein. Selbst bei Aluschäften.

    Die Durchmesser und Dicke bei den handelsüblichen Stahschäften sind viel zu dick, um sie mit 10Nm oder gar 8Nm zu zerstören. Ich würde schätzen, dass da vorher einfach die Schraube reißt.

    Ich hab mal geschaut auf einem alten Foto. Auf meinem Scott Scale Vorbau steht sogar 9Nm drauf und im Lenkerklemmbereich 8Nm. Der war 2 jahre mit 9Nm geklemmt

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