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  1. #1
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    Wie verläuft Genesung bei Leistenbruch, Beschwerden nach OP? Wird das wieder?

    Hallo zusammen,

    nachdem ich jahrelang die Leistenbruch-OP (rechte Seite, größerer Bruch, reichte bis in den rechten Hoden,Erst-OP) vor mir hergeschoben habe, erfolgte die OP am 12.12.12. Lustiges Datum, aber kein lustiger Anlaß.

    OP-Methode: Lichtenstein mit Vypro-Netz oder noch neuer von Ethicon, offener Schnitt 7cm Narbe, subkutan vernäht und sehr schön. Vollnarkose ohne jegliche Probleme.
    Medikation postoperativ: Novalgin iv, Novalgin flüssig, Novalgin fest und Novalgin iv von Mittwoch auf Donnerstag nach wegen immobilisierender Schmerzen. Und bis heute Novalgin/Paracetamol

    2 volle Tage Krankenhausaufenthalt, von Mittwoch mittag bis zur Entlassung am Freitag Redon-Drainage zur Absaugung der Wundflüssigkeit im Bauch gehabt. 1. Tag 40ml, dann noch 210 ml nachgelaufen bis Freitag morgen.

    Keine Wundinfektion, ein wenig Nachblutung in den rechten Hodensack, keine größeren Komplikationen sonst.

    Wundkontrolle nach 8 Tagen jetzt am Donnerstag war ok, Fädenziehen an Heiligabend.

    Bauch ist noch geschwollen, gerade Leistengegend,Schambein usw um die Naht herum. Alles noch ein wenig grün und blau, aber das ist halt so. Stuhlgang und Wasserlassen von anfang an prima, auch untenrum alles tipp-topp, hehe...

    Das erstmal so als kleine Information für alle, die bis hierhin gelesen haben.

    Mich interessiert es übrigens einen Nullinger, wann ich wieder aufs Rad kann und brauch keine Trainingstipps. Soviel vorweg :-)

    Es erwischt ja unglaublich viele Leute mit Leistenbruch und das Forum sagt bei der Suche nur: "Nach soundsoviel Tagen wieder aufs Rad, leichtes Training, alles gut, alles Mist, hör auf Deinen Körper, etc...

    Jetzt wollte ich mal die Betroffenen fragen, wie es denn so mit Schmerzen aussieht und wie die typische Heilungsverlauf aussieht. Unterhalb der Narbe ist es noch taub im Bereich der OP-Schwellung. Kein Fremdkörpergefühl durchs Netz, fühlt sich nicht so an, als ob ich ein Alien im Bauch hätte.

    Oben über der Narbe habe ich starke Schmerzen in der Bauchmuskulatur, die bis zum Beckenkamm reichen und über der Narbe ist die Haut sehr schmerzempfindlich, kann da kaum mit dem Finger drüberfahren.
    Der Schmerz wächst gewissermaßen von innen nach außen. Anfangs waren es tiefe Schmerzen, beim ersten und zweiten Pinkeln war es so übel, daß mir trotz Schmerzmittel einfach die Beine weggesackt sind.

    Inzwischen, also 9 Tage nach der OP kann ich wieder stehen, mir die Socken anziehen und ein wenig umherlaufen. Von Treppensteigen, zügig gehen, beide Knie bis zum Bauch ziehen und voller Beweglichkeit bin ich noch weit, weit weg.
    Brauche immer noch Novalgin, um über den Tag zu kommen, wenn ich auf bin, also nicht im Bett bin, sitze und mich in der Wohnung bewege. Ist das normal 9 Tage nach der OP, daß es mich noch 3x am Tag nach Schmerzmitteln verlangt? Hab gestern mal nichts genommen und war heute mal 300m gelaufen zum Bäcker und zurück: War sehr schlimm und gefühlt ohne Schmerzmittel hatte ich das gleiche Gefühl wie vier Tage nach der OP mit Schmerzmittel. Aber in dem Sinn jetzt keine Verbesserung bei Belastung oder hinsichtlich der Beweglichkeit.

    Die Bauchmuskelschmerzen sind enorm genauso wie der Hautschmerz. Immer wieder ein Ziehen, gerade bei Dehnung oder Querbelastung des Bauchs (Heben, Treppen laufen usw.) Kann keine Hose zumachen wegen dem Druckgefühl und keine Unterhosen mit straffem Bündchen tragen, weil das unheimlich drückt und zieht.

    So, genug gejammert. Jetzt die Fragen:

    Wie war das bei Euch mit den Schmerzen? Ist er chronisch geblieben? Wann wart ihr wieder schmerzfrei?

    Ist die Beule bzw. die Schwellung nach der OP wieder zurückgegangen? Was ist mit der Hautempfindung bzw. den tauben Stellen?
    Was tut Euch nach drei Monaten noch weh?
    Haben verletzte Bauchmuskeln, durchtrennte Hautnerven bzw. Verletzung oder Durchtrennung von N.genitofemoralis, N. ilioinguinalis oder hypogastricus Probleme gemacht oder zu bleibenden postoperativen Schmerzen geführt?

    Mit ein paar Wochen Sportpause kann ich leben und mit ein wenig Training ist nach ein paar Rennen der Aufstieg wohl auch schnell wieder geschafft. Ums Rad fahren gehts mir also nicht so sehr, aber als potentiell aktiver Mensch und auch beruflich als Handwerker, der öfter mal schwere Lasten hat und schlechte Bewegungen machen muß, wünsche ich mir sehr, daß der Kopf irgendwann vom Leistenbruch weg ist und frage mich, wie lang das eben dauert und wann man dem Körper wieder uneingeschränkt vertraut.

    Irgendwann möchte ich mal wieder einen Felgumschwung am Reck machen können, ohne daß ich mir nen Kopf machen muß oder wieder regulär Krafttraining.
    Oder beim Rennen später wieder abgeräumt werden und stürzen und wie immer zuerst ans kaputte Rad und nicht an die Schürfwunden und Prellungen denken :-)

    Mieser, langer Post von mir, ich weiß. Aber als junger Mann, der noch aktiv Sport macht, ein Team hat und im Leben steht, macht man sich selbst nach einem so scheinbar "harmlosen" Routine-Eingriff SEHR viele Gedanken.

    Gruß,

    Varenga
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    Los, fahr doch! Straße frei!

  2. #2
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    So wars bei mir

    Also ich habe dieses Jahr auch eine Leistenbruch Op hinter mir.Hatte an der Arbeit was schweres gehoben und da war die Beule
    da,zusammen mit höllischen Schmerzen.Ich hab mir gleich nen Krankenwagen gerufen und wurde schon 2 Stunden später
    per Endoskop operiert und es wurde ein Netz eingesetzt.
    Ich musste eine Nacht im Krankenhaus bleiben und wurde dann am nächsten Morgen wieder entlassen.Medikamente habe ich keine
    bekommen,war auch nicht notwendig die Schmerzen waren nicht so schlimm.Ich war eine Woche krankgeschrieben und hatte so 3 - 4
    Tage Probleme bis die Schwellung weg war.Nach einer Woche hab ich wieder gearbeitet,halt nichts schweres gehoben.Und nach
    4 Wochen saß ich wieder auf dem Rad und bin in Bimbach gefahren.Bin aber am Ende nen bissl eingegangen.
    Also ich war mit der Op sehr zufrieden.War wirklich echt gut gemacht.

  3. #3
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    @TE:
    An alle Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern. Ist bei mir schon rund 10 Jahre her. Mein Liestenbruch war wohl auch nicht ganz so groß wie bei Dir. Allerdings musste ich 2 mal unters Messer.

    Beim ersten Mal wurde die OP nach der älteren Methode von einem schon etwas älteren (und erfahrenen) Chirurgen durchgeführt. Klassische Methode, Schnitt von außen und die Schichten vernäht, ähnlich wie bei Dir, bei mir allerdings ohne Netz. Ich hatte mich gegen das Netz entschieden, weil mir so ein eingenähter Fremdkörper irgendwie nicht so ganz geheuer war. Die Narbe ist äußerlich super verheilt, heute praktisch nicht mehr zu sehen und absolut keine Missempfindungen irgendwelcher Art.

    Blöd war nur, dass der Bruch innerlich wieder aufgebrochen ist. Das kann an der möglicherweise doch nicht so geeigneten Methode gelegen haben oder vielleicht auch an einer trotz aller Erfahrung nicht optimalen Ausführung. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sich alles schon wenige Wochen nach der OP so gut und schmerzfrei anfühlte, dass ich zu früh wieder auf eine zu große Belastung ging. Vielleicht zwei, drei mal ganz kurz doch etwas schwerer gehoben, als es der Haltbarkeit der Naht zuträglich war - wer weiß. Diesen Verdacht der eigenen Schuld habe ich, aber mit Sicherheit kann ich es natürlich nicht sagen. Jedenfalls musste ich nach einigen Monaten nochmal ran.

    Bei der zweiten OP wurde dann doch ein Netz eingesetzt, allerdings endoskopisch und von einem Chirurgen, der über viel Erfahrung mit dieser Methode verfügte. Diese OP war deutlich weniger belastend. An eine längere oder überhaupt intensive Schmerzphase könnte ich mich jetzt gar nicht erinnern. Ich war sehr schnell wieder auf den Beinen und konnte mich praktisch ohne Einschränkung bewegen. Trotzdem war ich wegen der gemachten Rezidiverfahrung doch noch deutlich länger besonders vorsichtig als beim ersten Mal. Ich meine, die Empfehlung des Arztes war, hohe Belastung für etwa 6-8 Wochen zu vermeiden. Obwohl sich alles sogar schon nach wenigen Tagen gut anfühlte, habe ich mich erst nach 3 Monaten dann wieder alles getraut. Vermutlich etwas übervorsichtig. Heute kann ich sagen, dass ich mit diesem ehemaligen Bruch überhaupt keine Beschwerden mehr habe. Alles bestens verheilt. Nichts zwickt, das Netz ist absolut nicht zu bemerken, kein Fremdkörpergefühl. Auch vom Bewegen und vom Heben her habe ich keinerlei Einschränkung.

    Nach dieser persönlichen Erfahrung würde ich sehr empfehlen, die vom Chirurgen vorgegebene Schonfrist einzuhalten und insbesondere auch kurze Spitzenbelastungen zu vermeiden. Insbesondere nicht schwer heben, beim Sport vielleicht auch in der ersten Zeit auf Lauftraining (wegen der Stöße) verzichten und keine Bewegungen machen, die erhöhte Anspannung und Druck im Unterleib erzeugen. Das Radfahren sollte nach meiner Einschätzung in diese Beziehung unproblematisch sein, frag aber vorsichtshalber lieber nochmal Deinen Chirurgen.

    Gute Besserung! Das wird schon wieder.

  4. #4
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    Dass Du so lange solche Schmerzen hast, halte ich für möglich, aber doch ungewöhnlich.

    Was sagen Deine Ärzte dazu?

    ulli
    Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet
    und erst recht nicht, wie andere es gerne hätten

  5. #5
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    Ich hatte eine Hernie OP vor 2 Jahren allerdings auch nur minimal invasiv .
    Training ging nach 2 Wochen eigentlich wieder ganz gut (Belastung so wie vom Chirurgen erlaubt: alles was nicht direkt schmerzt ist ok).

    Ich hatte aber in den ersten 3-6 Monaten halt immer wieder mal leichte Schmerzen im OP Bereich weil Narbengewebe das eine oder andere Mal auf Nervenstränge drückte. Seit gut einem Jahr spür ich aber praktisch überhaupt keine Nachwirkungen mehr.

    Es kommt sicher auf die Grösse des OP Gebietes an, aber Restschmerzen auch über längerer Zeit sind wohl nicht ungewöhnlich, da im OP Gebiet eben ein grosses Nervenbündel liegt, das von der Verrnarbung irritiert werden kann.
    Die Belastbarkeit des Bereichs war prinzipiell nach 1-1.5 Monaten wieder voll gegeben
    Veldrijders doen het in de modder

  6. #6
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    Ich bin nächsten Dienstag dran. ich freue mich schon, wenn ich das lese.
    In den letzten drei Monaten über 2400 km gefahren und jetzt so ein Mist. Mein Chirug sagte allerdings, ich könne evtl. nach 14 Tagen wieder aufs Rad.
    Habe mir vorsorglich mal ne Rolle ausgeliehen.
    Gruß.
    Karsten
    Der,der auch im Winter fährt

  7. #7
    medias Gast
    Könnte mir vorstellen das du auf der Strasse besser fährst, oder dann feste Rolle.
    Bin seinerzeit, ohne Netz nach 2 Wochen weder gefahren, alles flach.

  8. #8
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    Ja freilich wird das wieder, es dauert halt einige Zeit, bis alles richtig verheilt ist und Du dann absolut schmerzfrei bist. Es kann sein, dass Du bei einem Wetterumschwung die Narbe spürst, aber das ist bei jeder OP so. Bevor Du wieder richtig loslegst frag aber bitte einen Arzt.

  9. #9
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    Talking

    Ich nochmal, kurzes Update:

    Seit meinem Eingangspost sind ein paar Tage vergangen und da wollte ich mich auch nochmal melden.

    Wie es aussieht, hat hier keiner die Liechtenstein-Methode hinter sich mit großem Schnitt so wie ich...

    Von daher: Die Schwellung wird langsam besser im Bereich der Leiste, im eigentlichen Narbenbereicht bzw. am Punkt, wo der Drainage-Schlauch aus mir rauskam, ist es immer noch verdammt hart.

    Fühlt sich an, als ob jemand einen Gegenstand von Breite und Konsistenz einer Kugelschreibermine in mich eingesetzt hätte im Berich der Narbe. War aber als Kind genauso, als mir eine Varikozele mit Bauchschnitt operiert wurde. Nach 3 Monaten war seinerzeit der Bauch wieder geschmeidig...

    Insgesamt ist aber die Beweglichkeit besser, auch Lasten heben von ca. 10-12 kg ist wieder möglich. Ja, letztlich ist es die Beweglichkeit, die besser geworden ist, also in die Hocke gehen, sich auf den Bauch legen, Treppensteigen usw.

    Problem sind nach wie vor die Schmerzen, da ja alles voll aufs Narbengewebe drückt, also Unterhosen-Saum bzw. Hosensaum. Sobald ich laufe bzw. mich hinbeuge, merke ich natürlich, daß da physikalisch Druck drauf kommt.

    Die Schmerzen sind da, wenn auch gefühlt oberflächlich, der ehemals tiefere Schmerz ist eher einem dumpfen Druck gewichen. Vor allem die mechanische Reizung der Narben-Peripherie ist unangenehm. Morgens beim Aufwachen ist der Bauch noch kurz zäh und nicht ganz so geschmeidig, aber bin morgen bis nach dem Frühstück meist schmerzfrei. Dann kommt der Tag mit Heben, Bücken und dem Druck auf die Leiste, wodurch es gegen Abend schlimmer wird.

    Die Einblutung in den Hodensack ist natürlich weg, keine Frage. Lang knien oder schwer heben kann ich immer noch nicht, aber langsam wird es besser. Der Schorf der Schnittnarbe ist fast weg, freue mich schon wieder auf mein erstes Bad in der Badewanne.

    Gibts denn bei über 200.000 Leistenbruch-OPs im Jahr keinen hier im Forum, der nach Liechtenstein operiert ist?

    Vielen Dank auch für die bisherigen Antworten

    Gruß,

    Varenga
    Geändert von varenga (03.01.2013 um 00:58 Uhr)
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  10. #10
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    Liechtenstein ist eigentlich eine sehr gängige Methode, die aber zunehmend durch endoskopische Verfahren verdrängt wird.

    Bei Leistenbrüchen streiten sich schon seit Jahrzehnten die Gelehrten, welche die bessere Methode ist. Studien führen da auch immer zu unterschiedlichen Ergebnissen. Sicher ist aber wohl, dass das Ergebnis der OP hier sehr stark vom Talent und der Erfahrung des Operateurs abhängt.

    Allerdings ist die Gefahr eines Rezidives so oder so relativ hoch, da es leider eine ziemliche Schwachstelle in der Körperkonstruktion ist.

    Die Geduld nicht verlieren und schone Dich vor allen Dingen, was das Heben angeht.
    Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet
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  11. #11
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    Hallo,
    wurde gerade entlassen. OP war gestern. Nicht endoskopisch. Ob sich das dann Lichtenstein Methode nennt oder nicht, weiß ich nicht.
    Vom Gefühl her könnte ich diese Woche wieder radfahren. ( Mache ich natürlich nicht )
    Nur Husten, niesen ist unangenehm. Aber ansonsten, weit aus weniger schmerzhaft, als ich befürchtet habe.
    Gruß.
    Karsten
    Der,der auch im Winter fährt

  12. #12
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    Kurzes Update. OP ist jetzt drei Wochen rum. Ich darf natürlich nichts noch heben oder mich anstrenegn, sitze aber seit drei Tagen auf der Rolle. Allerdings ohne großen Kraftaufwand. Bin absolut schmerzfrei. Narbe ist noch etwas verhärtet und beim draufdrücken unangenehm.
    Der Heilungsprozess scheint wirklich von Mensch zu Mensch stark unterschiedlich zu sein.
    Bei mir gabe es von Anfang an auch keine Wunddrainage und keine blau - grüne Schwellungen.
    Bin super zufrieden.
    Gruß.
    Karsten
    Der,der auch im Winter fährt

  13. #13
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    Howdy folks,

    Dieser Beitrag (insbesondere die Fragestellung) hebt sich positiv von viel Gewäsch im Netz ab - und hat mir einen guten Eindruck von der Sache und pers. ein gutes Gefühl vermittelt. Daher fühl'ich mich ein bisschen verpflichtet, mit meinen Erfahrungen die Sache für die Nachwelt ein wenig abzurunden.

    Um meine Worte richtig einordnen zu können, solltet Ihr über mich wissen: bekennender Kalt-Warmduscher + im-Sitzen-Pinkler ABER kein WeichEi (!) - eher das Gegenteil. Zudem Realist, Optimist, crazy (nich'stupid!!! ;o) und experimentierfreudiger Indianer.

    ...hatte am 8. Mai d.J. GENAU (100%) die in den ersten Sätzen erwähnte Lichtenstein-OP ambulant so gegen 9:30

    --- Tag 0 (OP): gegen 14:00 Uhr fuhr mich ein Taxi zur family, die noch ca. 20 h auf mich aufpasste < grins (Bedingung bei ambulanten OPs wegen Narkose-Nachwehen)
    --- Tag 0 (OP): dort habe ich dann erst mal ein bisschen Unkraut in meinem Garten gejätet, etwas in der Sonne rumgelegen und mir dann eine riesige Schüssel 'Unkraut'Salat einverleibt ((( was ich sagen will - is'alles nich'so schlimm )))
    --- Tag 0 (OP): Schmerzen waren während dieser Zeit immer vorhanden - jedoch auszuhalten. Habe zwecks besseren Schlafes gegen 22:00 Uhr eine Dosis Novalgin-Chemie eingeträufelt. Schaut Euch mal die Nebenwirkungen an! Von diesem Zeitpunkt an brauchte ich keine Schmerzmittel mehr. Indianer halten ein wenig aus!
    --- Tag 1 (nach OP): bin 2 km zu Fuß langsam nach Hause gedackelt und habe mich lange ausgeruht ((( was ich sagen will - usw ... s.o. ....
    --- Tag 2 (nOP): leichte Schmerzen vorhanden - jedoch locker auszuhalten ... daher die ersten 4 - 5 km schlandern (Mischung aus schlendern + wandern) .... der Kram muss 'durchblutet werden, dann heilt's besser' !!!!!!!!!
    --- Tag 3 (nOP): Schmerz wie gestern mit leichter Abnahme ... daher den ganzen Tag über ein - paar km schlandern - 1/2 h Pause - paar km schlandern - 1/2 h Pause - paar km schlandern (insgesamt ca. 8)
    --- Tag 4 (nOP): Schmerz dito w.o. .... 10 km schlandern am Stück gemütlich + problemlos ...
    --- Tag 5 (nOP): Schmerz leicht aber - gleichbleibend (!!) .. Verbandwechsel ... ACHTUNG: >> KEINE << Blutergüsse ... 10 km schlandern am Stück gemütlich + problemlos ... UND jetzt noch'ma' ACHTUNG: Dicke Eier und Schniedel, Sack und die Stelle unterhalb des Schnittes waren stark blau und leicht (aber gut spürbar) angeschwollen ... ergo Bluterguss ... ergo: ANGST! Hatte ich die (grins) Durchblutung übertrieben und das Netz war wieder abgerissen .. oder so halt????
    --- Tag 6 (nOP): Schmerz leicht aber - weiterhin gleichbleibend (!!) .. der Kram war immer noch dick + BLAU ... ergo: google google usw ..........Ergebenis - BERUHIGUNG - weil - sämtlich Auftritte zu dem Thema sagen: die Farbe Blau ist ABSOLUT NORMAL in dem Zusammenhang ... verschwindet von selbst nach ca. 2 Wochen
    --- Tag 7 (nOP): geht's ganz genau so weiter ... wer keine km frisst, darf auch sonst nichts fressen + + +

    L.b.l., während der bisherigen Zeit war mein gesamter Körper in einem 'grippeÄHNLICHEN' Zustand ... (die üblichen Gliederschmerzen und erhöhte Temperatur ausgenommen) ... also immer ein bisschen schlapp und kreislaufmäßig leicht angeschlagen ... das dürfte jedoch nach einem derartigen Eingriff in den body ganz normal sein ... etwas dosierte Belastung trainiert einen Indianer - denke ich ... und lässt vergessen ... IMMER IN DEN KÖRPER HINEINHORCHEN und dann siehe Absatz 3 oben!! ....... hatte übrigens nie Problem Schmerz versus Klamotten. Druck durch Hosengummis, Gürtel etc. waren immer locker auszuhalten. Schuhe konnte ich mir von Anfang an binden (anfangs natürlich mit ein paar kleinen Verrenkungen) ....... diverse Fahrzeuge zu lenken wäre leicht unverantwortlich .... auf's Radl kann ich ab Tag 10 (nOP) sicher wieder ..... VierRadKfz sicher auch!! ... schweres ZwoRadGerät muss jedoch bis ca. Tag 60 (nOP) warten .... volle KanneTraining, bei dem genau die OP-Stelle beansprucht wird, is'nich' ... sollte sicher die ersten zwo Monate (mehr?) gut dosiert werden .... Grippe ist ganz klar zu vermeiden - Husten + Niesen tut weh ... Faden zieh'n kann Mann selbst so ab Tag 10 (nOP).

    Wie schon gesagt wurde - jeder Körper reagiert anders.

  14. #14
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    Ja howdy auch
    Was mir von deinem Beitrag wichtig erschien
    punktkommastrich
    Eigentlich bin ich ein ganz netter Typ. Wenn ich Freunde hätte, könnten sie es bestätigen.

  15. #15
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    Hallo zusammen insbesondere varenga,
    wie ging es denn dann weiter, interessiert mich sehr. Ich bin heute vor genau 3 Wochen an beiden Leisten nach Lichtenstein Methode jeweils mit Netz operiert worden. Nach 1,5 Wochen wurde es schlimmer als direkt nach der OP.
    Es ist ein Gefühl, als würde eine messerscharfe Kante bei jeder Bewegung von innen gegen die Bauchwand stoßen.
    Einfach furchtbar. Nach Ultraschall-Nachprüfung meinte der Arzt, sie hätten ja Gewebe, welches in den Bauchraum gelangte, wieder dorthin verfrachtet, wo es hingehört und mit den Netzen dafür gesorgt, dass es auch da bleibt.
    Der Körper hat nun das Bedürfnis, die entstandenen Hohlräume wieder aufzufüllen und zwar mit Blut- / Wasser-Mix.
    Das ist zu verstehen wie ein innerer Bluterguss mit all seinen Schmerzempfindungen, wie ich sie verspüre. Mit der Zeit (ca. 6 - 8 Wochen) wird das wieder durch Gewebe ersetzt und die Beschwerden verschwinden.
    Kann irgendjemand (vielleicht varenga) dies´ bestätigen, hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen gemacht, das interessiert mich natürlich sehr. Kurzes Statement wäre nett!!
    Liebe Grüße aus Hattingen
    Bernd (sbkampma)

  16. #16
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    Hallo,

    bin schon ein etwas älteres Semester und hab reichlich Erfahrung mit OPs: u.a. zweimal Leistenbruch, einmal klassisch damals noch ohne Netz, einmal minimal invasiv, dazu eine sehr schwere Darm-OP in der Jugend. Zum postoperativen Verlauf kann ich nicht mehr viel beitragen, ich möchte aber auf etwas anderes aufmerksam machen:

    Lange Schmerzzustände bewirken Ausweichhaltungen des Körpers, das ist ja bekannt. Das kann auf Dauer zu Schmerzen auch am Bewegungsapparat führen. Manche chronischen Rückenschmerzen haben vermutlich ihre Ursache darin.

    Außerdem wird bei größeren Operationen viel Bindegewebe durchtrennt. Die Bedeutung des Bindegewebes, jetzt als "Faszien" viel erwähnt, wurde lang krass unterschätzt. Nach einer schweren OP kann durch Verwachsungen oder schlicht fehlendes Gewebe im Bauchraum die Beweglichkeit der inneren Organe und auch der Muskulatur stark eingeschränkt oder unnatürlich verändert sein. Das kann zu langjährigen Problemen führen!

    Bei mir waren Beschwerden ausgehend von der Halswirbelsäule (zeitweilig Empfindungsstörungen der Hände) Jahrzehnte nach den OPs immer stärker geworden. Die klassische Medizin hatte keine Methode empfohlen, die mir sympathisch war. Eine Spinalkanal-OP an der Halswirbelsäule? Das Risiko wollte ich nicht eingehen.

    Durch Empfehlung kam ich zu einem Osteopathen. Dieser hat mich genau untersucht, die Symmetrie und Beweglichkeit aller Gliedmaßen, der Wirbelsäule und auch der Bauchorgane ertastet. Seine für mich sehr erstaunliche Folgerung: Die Narbe der Darm-OP aus der Jugend ist das eigentliche Problem!
    Dadurch wäre das Bindegewebe dort verwachsen, die Bahnen würden aber über die Brust und den Schultergürtel auf die HWS wirken und dort zu einer leicht nach vorn gekippten Wirbelsäule führen. Dies wiederum klemme dort die Nerven ein.

    Ich konnte es kaum glauben, aber er meinte nur: "Jetzt arbeiten wir mal dran." Gesagt, getan. Zweimal sechs Behandlungen mit sanften Verschiebungen und Anleitung zu eigenen Dehnübungen zuhause.
    Erfolg: Seither (7 Jahre ist das her) KEINE Probleme mehr mit Empfindungsstörungen. Und dabei mach ich täglich nur einige Minuten ein paar Dehnübungen, ansonsten Radsport und Bergwandern.

    Dieser Exkurs kann vielleicht dazu beitragen, dass alle Betroffenen frühzeitig durch sanfte Methoden ihre Beweglichkeit wiedererlangen und nicht wie ich lange im Dunkeln tappen und beinahe unnötig operiert werden.

  17. #17
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    Verlauf nach LeistenOP!

    Hallo an alle, ich hoffe ihr seit nach all den Jahren hier noch aktiv! Ich bin in großer Sorge in deshalb für jede Info dankbar!

    Ich bin in den letzten 14 Tagen zweimal per Lichtenstein operiert worden. Beim erstenmal wurde das Netz leider an zwei Nerven gelegt. Auf Grund unerträglicher Schmerzen musste in einer zweiten op das Netz wieder entfernt, die beiden Nerven gekappt und ein neues Netz wieder eingesetzt werden!

    Diese op ist nun 5 Tage her! Vor 3 Tagen wurde der Drainageschlauch gezogen.
    Bis gestern konnte ich nur mühsam und unter starken Schmerzen sowie mit starken Schmerzmitteln (Valeron) bis zur Toilette "gehen".
    Auf Grund der Schmerzen und der weiteren Anzeichen (Schwellungen, haut- und Druckschmerz) ist es die Überlegung der Ärztin auch dieses Netz wieder zu entfernen! Eine op war bereits angesetzt.
    Seit gestern geht es aber besser.
    Ich bin verzweifelt und kann die Lage null einschätzen.
    Was an Schmerz (Art, Stärke und Dauer) ist im Rahmen der Normalität??
    Aktuell sieht es bei mir so aus
    - Hautschnerz (Nerven) schon bei leichter Berührung im Randbereich Hodensack und oberhalb des Schnittes/der Narbe.
    - Bewegungsschmerz im seitlichen oberen Hüftbereich (Ausgang drainage)
    - Druck- u. Bewegungsschmerz mit Schwellung unterhalb der Narbe!

    Ich habe nach den OPs und den Schmerzen grosse Angst vor bleiben Problemen und Leistungseinschränkungen!!
    Zudem finde ich für mich keine Antwort auf die Frage der erbeuten OP.

    Wie ist es also Euch im weiteren Verlauf ergangen??

    DANKE für jede Antwort / Hilfe!

  18. #18
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    Leistenbruch-Op am 27.3.18 re. m.Netz, Angst vor Rezidiv

    Moin moin,
    am Di., 27.3.18 hatte ich eine offene LB-Op, mit Netz nach der Lichtensteinmethode.
    Rückblende: Febr., 2016 war es eine Bauchwandhernie ohne Netz, die Monate brauchte, bis ich flott spazieren konnte.

    Nun, auf meinen Handrücken steht eine 3 für
    die max. Kilogramm-Zahl, die ich in den ersten
    6 Monaten heben sollte, auch mit Netz, besser ist.

    Und, am Ostermontag habe ich dummerweise draußen mein Fahrrad aus dem Schuppen
    rückwärts geschoben, linksseitig angehoben und 180° geschwenkt. Im Haus mal die Waage drunter gelegt und die zeigte 10kg an.

    Konnte halbe Nacht nicht schlafen, da ich mir viele Sorgen mache, dass etwas am Netz gerissen ist. P.S. trage noch das Suspensorium
    , vielleicht hat es mich geschützt.

    Die Straffheit des Netzen hat nun ganz nachgelassen, muss ich besorgt sein?
    Optisch ist kein Rezidiv sichtbar
    Geändert von Adrian73 (03.04.2018 um 11:35 Uhr)

  19. #19
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    Zitat Zitat von Adrian73 Beitrag anzeigen
    Moin moin,
    am Di., 27.3.18 hatte ich eine offene LB-Op, mit Netz nach der Lichtensteinmethode.
    Rückblende: Febr., 2016 war es eine Bauchwandhernie ohne Netz, die Monate brauchte, bis ich flott spazieren konnte.

    Nun, auf meinen Handrücken steht eine 3 für
    die max. Kilogramm-Zahl, die ich in den ersten
    6 Monaten heben sollte, auch mit Netz, besser ist.

    Und, am Ostermontag habe ich dummerweise draußen mein Fahrrad aus dem Schuppen
    rückwärts geschoben, linksseitig angehoben und 180° geschwenkt. Im Haus mal die Waage drunter gelegt und die zeigte 10kg an.

    Konnte halbe Nacht nicht schlafen, da ich mir viele Sorgen mache, dass etwas am Netz gerissen ist. P.S. trage noch das Suspensorium
    , vielleicht hat es mich geschützt.

    Die Straffheit des Netzen hat nun ganz nachgelassen, muss ich besorgt sein?
    Optisch ist kein Rezidiv sichtbar
    Ähh bidde wie?
    Ab zum Arzt - übergib dem doch die Verantwortung - nicht uns

  20. #20
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    Doc.

    Muss ja nicht gleich kaputt sein, aber ein bisschen Schreck kann ja auch nicht schaden.

    Denn für dieselbe Stelle Leistenbruch haste (wenn Netz nötig) für Dein ganzes Leben genau 2 Patronen: Du kannst Netz von außen machen oder Netz von innen.

    Nachbesserungen oder Wiederholungs-OP bei Rezidiven sind auf derselben Seite der Bauchwand wegen der Vernarbung als Folge der vohergehenden OP im Ergebnis eher zweite oder dritte Wahl.

    Und, was einem auch selten so explizit gesagt wird, nicht nur schwer heben ist nicht gut. Die extremsten Druck-Spitzen muss die Bauchwand beim Husten und Nießen aushalten, d.h. während der Heilung kann es auch nicht schaden, sich sehr gründlich von grippalen Infekten oder Grippe fern zu halten.

    Sprich: pass ein bißchen auf Dich auf !
    .
    Wanted:
    .
    Team-Klamotten "Brioches la Boulangère 2004" in gutem Zustand
    • Kurze Trägerhose Größe 4 und 5

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