Ergebnis 1 bis 13 von 13
  1. #1
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    Hawaii, Mauna Kea Straßeninfo gesucht

    Liebe Forum-Gemeinde,

    in der vorletzten tour war eine Vorstellung von 12 interessanten Touren, unter anderem die auf den über 4000 Meter hohen Mauna Kea. Dort wurde erwähnt, dass die letzten paar Kilometer über unbefestigten Weg führen.

    Kennt jemand die Situation konkreter? Wie *schlimm* ist der unbefestiget Weg? Ich plane diesen Trip und möchte gerne eine fundierte Entscheidungsgrundlage haben, bevor ich mich für den passendsten Radtyp entscheide (Road, Mountain, Hybrid, gefedert?).

    Im Internet konnte ich auch nichts hilfreiches finden; es scheint, dass Mountain Bikes und Road Bikes parallel verwendet werden.

    Viele Grüße & ein Gutes Neues!

    Rene

  2. #2
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    Bist Du noch an dem Thema interessiert?
    Oder hat es sich schon erledigt?
    Ich war da mal vor 3 Jahren.
    Allerdings mit dem Auto.

    Muss mal meine Unterlagen durchsuchen, bevor ich da jetzt Mist erzähle....

    Falls Du Interesse hast - melde Dich mal kurz

    Gruß

  3. #3
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    Bist Du noch an dem Thema interessiert?
    Oder hat es sich schon erledigt?
    Ich war da mal vor 3 Jahren.
    Allerdings mit dem Auto.

    Muss mal meine Unterlagen durchsuchen, bevor ich da jetzt Mist erzähle....

    Falls Du Interesse hast - melde Dich mal kurz

    Gruß

  4. #4
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    Hallo Frulle,

    ja, ich bin immer noch interessiert. Wäre toll., wenn Du Deine Infos wieder ausgraben könntest.

    Schon jetzt ein: Danke!

    Grüße
    Rene

  5. #5
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    Hi Rene,
    habe gerade noch mal nachgesehen:

    Also:
    Die Saddle Road (Verbindungsstraße zwischen Ost und West) ist problemlos befahrbar.
    Schwierig wird es auf der Straße zum Gipfel (Mauna Kea Rd 14,7 Meilen).
    Die Straße zum Vistor Center (auf 9200 foot (=3000m?) ist befestigt, aber zum Teil ziemlich steil (>15% -ich meine mich an Schilder mit 18% zu erinnern).
    Nach meinen Unterlagen sollten es etwa 6 Meilen sein.
    Nach dem Vistor Center ist die Straße etwa 5 Meilen unfestigt.
    Ein Rennrad kannst Du da wohl eher vergessen. Insbesondere, weil es da zum Teil wohl "a bit slippery at times, especially when wet" werden kann.
    Habe selbst gesehen, dass sich da ein Jeep überschlagen hat.
    Die letzten 3,7 Meilen sind dann wieder befestigt und gut befahrbar.

    Grundsätzlich würde ich ein MTB empfehlen. Federgabel wäre wohl auch nicht schlecht (sonst macht die Abfahrt keinen Spass).

    Ich habe aber bei den Berichten in der Tour einen Hinweis zu den extremen Höhen vermisst ( insbesonder 3.Tag zum Mauna Loa).
    Immerhin ist der Mauna Loa 4169m hoch. Die Luft soll da etwa 30% weniger Sauerstoff haben. So ganz ohne Probleme fährt da wohl niemand hoch.
    Ach ja:
    Zum Trinken sollte man auch genug mitnehmen.
    Das Vistor Center hat wohl nicht immer auf und sonst gibt es auf der gesamten Strecke nichts.....

    Was für eine Tour hast Du da genau geplant?
    Nur Big Island?

    Gruß
    Frulle

  6. #6
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    Hallo Frulle,

    danke für die vielen Infos!

    Nur schweren Herzens kann ich akzeptieren, dass es mit Rennrad wohl zu problematisch würde.

    Jemand anderes empfahl ebenfalls das MTB, aber meinte, es wäre möglich mit profillosen Reifen hoch zu fahren. Dann aber sehe ich als Grund für das MTB nur a) die breiteren Reifen und b) die Sicherheit bei der Abfahrt.

    Der Gewichtsunterschied zum Rennrad wäre sicherlich 3-4kg, und ich habe auch respekt vor dem extrem langen Anstieg und den reduzierten Sauerstoffgehalt der Luft.

    Sind die 5 unbefestigten Meilen ab Visitor Center denn wirklich auch nichts für Rennrad mit etwas breiteren Reifen? Handelt es sich da um loses Geröll, ähnlich einem Schotterweg? Muss man erwarten, mit schmaleren Reifen dort einzusinken? Und braucht man bei dem Steigungsgrad nicht dann auch noch ein starkes Profil am Hinterrad?

    Es soll eine Ein-Tagestour vom Meer auf diesen Gipfel werden. Geplant für 2005 (2004 für Vorbereitung; 2003 um langsam wieder fit zu werden). Mit Familie findet man halt wirklich wenig Zeit für Sport etc. Ich erinnere mich oft noch an eine USA-Durchquerung mit dem Rennrad und fühle, dass ich einfach wieder ein neues Abenteuer brauche. Meer, Vulkan, Radfahren, Herausforderung des Bergs - was will man mehr.

    Ob ich die anderen Inseln bereise, weiß ich derzeit noch nicht. Die Familie mit dann 3 Kindern hat auch ihre Rechte... :-)

    Nochmals Dank & Grüße
    Rene

  7. #7
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    Ich habe mir noch mal meine Bilder angesehen:
    Nach meiner Meinung ist da ein Rennrad nicht zu gebrauchen.
    Der Schotter ist teilweise schon relativ grob.
    Aber ich will hier niemanden davon abhalten mit dem Rennrad zu fahren....

    Habe gerade noch nen link gefunden.
    Vielleicht wissen die mehr:
    http://www.bikehawaii.com
    bzw.
    http://www.bikehawaii.com/maunakea/index.html

    Würde mich schon interssieren was die davon halten.

    Mich persönlich reizt eigentlich mehr ne Tour auf den Haleakala auf Maui.
    Das sind auch immerhin 60km bergauf mit 3000hm.

    Gruß
    Frulle

  8. #8
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    Der Thread ist zwar schon uralt , aber ich war gerade "drüben" und kann jetzt endlich selber meinen Senf dazugeben :

    Haleakala / Maui:
    Hab da am www.cycletothesun.com teilgenommen , war ein unglaublich lässiges "Rennen" . Die Strasse dort rauf ist in tadellosem Zustand , leider wird den Teilnehmern die Abfahrt verwehrt (lt. Veranstalter von den Park-Rangers strikt verboten , komischerweise dürfen Touristen im Zuge einer bezahlten Sunrise- und Downhilltour dann sehr wohl abfahren . Die sehen in ihren Vollvisierhelmen und "Daunenoveralls" auf den polierten Leih-Minirädern ultrawitzig aus ) und man wird per Shuttle wieder runter gebracht .
    Gesamtanstieg ~56,5km / ~3050HM .

    Mauna Kea / Big Island :
    Bin in Hilo gestartet , die Saddle-Road ist in sehr gutem Zustand (von 3 kurzen Baustellen mit Schotter kurz vor der Abzw. zum Mauna Kea abgesehen ) und führt nach ~46km auf ca. 2000m Höhe zur Abzweigung Richtung Mauna Kea .
    Ab da gehts ca. 9km bis zum Visitor's Center auf ~2900m , kurz dahinter beginnt das knapp 7km lange Schotterstück , welches leider (zumindest in diesem Zustand , keine Ahnung ob sich die Bedingungen da im Laufe eines Jahres ändern) für Rennräder abolut unfahrbar ist : auf den ersten flacheren Metern gings noch , sobalds nur ein wenig steiler wurde bin ich gnadenlos im tiefen Sand versunken und habe zentimetertiefe Spuren hinterlassen .
    Hab dann kurz geschoben und versucht durch Luftablassen mehr Grip zu erhalten - erfolglos . Bin dann gottseidank vernünftigerweise ins "Begleitauto" umgestiegen , denn hinter der nächsten Kehre wurde der Belag noch schlimmer (und die Strasse steiler ) , zum tiefen Sand und den Steinen kam auch noch eine ruppige Oberfläche ala Wellblechdach .
    Ich bin mir sicher ( bei diesen Bedingungen ) dass da noch nie jemand mit dem Rennrad drübergekommen ist und denke dass sogar so mancher Mountainbiker seine Probleme haben würde .
    Und da wurde uns auch klar wieso alle gängigen Mietwagenfirmen (Alamo , Avis , Budget , Hertz , Enterprise...) sogar für ihre Allradwägen die Fahrt zum MaunaKaa strikt verbieten . Wir mussten uns bei einem kl. örtl. Vermieter extra nen Ford Explorer leihen und wurden bei der Fahrt über das Schotterstück mächtig durchgeschüttelt .
    Danach ist die Strasse komischerweise wieder top asphaltiert , bin also das letzte Stück ( ~6km / 600HM ) bis zum Observatorium auf 4200m wieder aufs Rad gestiegen und habe das Erlebnis nochmal voll auskosten können .
    Beim grandiosen Rundumblick entdeckte ich am gegenüberliegenden Mauna Loa ebenfalls ne Strasse und beschloss natürlich kurzerhand in den darauffolgenden Tagen da auch noch hochzufahren .
    Gesamtanstieg: ~62km / ~3500HM (mit Schotterstück ~69km/4200HM))

    Mauna Loa / Big Island:
    Die Strasse fängt von der Saddle-Road (kurz vor der Mauna-Kea-Abzweigung) unglaublich einladend an: nach 200m führt frischer Asphalt mit leuchtend weissen Seitenstreifen quasi schnurstracks und einspurig gen Mauna-Loa , kinks und rechts nur pechschwarze Lavafelder . Leider dauerte der Spass nur ~7km , ab da war die schmale Strasse den Namen nicht mehr wert : zwar noch immer "asphaltiert" , aber der Belag durchgehend aufgebrochen und holprig - jeder Forstweg in meiner Umgebung ist dagegen fast eine Autobahn ) . Habe kurz ans Umdrehen gedacht , bin aber (gottseidank) doch weiter gefahren . Nach einigen weiteren Kilometern macht der Weg einen Rechtsknick und man fährt quasi am Hang entlang kerzengerade zum Mauna-Loa-Observatorium auf knapp 3400m , ab da führt dann nur mehr ein Wander-Trail zum Summit .
    Die letzten 3km waren wieder glatter Asphalt , also sind ~18 von den gesamt 28,5 km echt mühselig zu fahren - für die Abfahrt brauchte ich fast ne Stunde und fuhr stellenweise nur 15km/h !!
    Gesamtanstieg ~28,5km/~1400HM (ab Hilo ~75km / ~3400HM)

    Fazit: unglaubliche Erlebnisse , zumal ich mit dem Wetter ausgesprochenes Glück (Sonnenschein und sehr wenig Wind) hatte weil an den meisten anderen Tagen die Berge meist grau und wolkenverhangen waren .
    Optisch ist die Auffahrt zum Mauna Kea übrigens sicher weitaus am beeindruckendsten .

    Grüße Camelfred
    Geändert von Camelfred (09.09.2007 um 11:26 Uhr)

  9. #9
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    Haste auch ein paar Bilder gemacht? LH bietet derzeit Flüge nach HI ab 900 Euro an.

  10. #10
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    Zitat Zitat von fire-fighter Beitrag anzeigen
    Haste auch ein paar Bilder gemacht? LH bietet derzeit Flüge nach HI ab 900 Euro an.
    900.-€ ?! Wenn das wahr ist geb ich mir die Kugel....
    Bilder hab ich noch keine - bin leider ein Fotomuffel und speichere die Eindrücke und Erlebnisse nachwievor auf meiner körpereigenen Festplatte .
    Mein Kumpel hat aber ein bisschen geknipst und gefilmt , sobald ich sehenswertes Material habe werde ich ein paar Hightlights hier einstellen .
    grüße Camelfred

  11. #11
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    Yep - wobei die Betonung auf "ab" besteht.

    http://www.lufthansa.com/online/port...nodeid=2016374

  12. #12
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    Google maps
    sagt das dort eine asphaltierte Strecke ist

  13. #13
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    Mauna Kea - mein Reisebericht und Tipps

    Hallo liebe Gemeinde,

    ich habe diesen Thread eben erst entdeckt und möchte für potentielle Nachahmer auch noch meine Erfahrungen zum Besten geben, auch wenn es schon etwas her ist

    Mein Reisebericht:

    Ich war bereits im November 2003 auf Hawaii, Big Island und bin dort schon bald nach meiner Ankunft den Mauna Kea hochgefahren. Nebenbei bemerkt, war es um die Form auch nicht mehr so gut bestellt, da ich zu diesem Zeitpunkt schon seit 6 Wochen in Winterpause war und kein Rad angerührt hatte.

    Da ich kein eigenes Bike dabei hatte, suchte ich mir erst mal ein Leihrad. Ich fand so in Hilo Bob’s Bikeshop. Bill, der Besitzer des Ladens ist ein unglaublich netter Typ, so kam es dass ich erst mal einen ganzen Nachmittag in seinem zugegebenermaßen etwas chatoischen Laden zubrachte und von ihm erstmal mit Kaffee und Sandwiches und vielen Stories bewirtet wurde. Eigentlich schwebte mir für die Tour ein schönes leichtes Rennrad vor, doch sowas hatte Bill leider nicht anzubieten. So kam es, dass ich den Laden mit viel guten Wünschen und einem Schwinn Treckingbike verließ, welches so gefühlte 15 kg wog. Das Rad war mit Sicherheit robust, das Manko war die ziemlich eingeschränkte Übersetzung, welche mir später am Berg noch zu schaffen machen sollte.

    Am nächsten Tag war zuerst einmal einkaufen für den Trip angesagt.
    Das Problem an der Fahrt ist, dass wenn man kein Begleitfahrzeug hat, es auf den ganzen 65 km außer am Visitor Center keine Möglichkeit gibt, etwas zu kaufen oder sich zu anderweitig versorgen. D.h. man nimmt entweder alles im Rucksack mit, was aber gar nicht geht, angesichts der Menge Getränke die man benötigt, oder man deponiert es wie ich vorab an der Strecke.

    Am Vortag kaufte ich 20 Flaschen Iso-Getränke und Wasser. Am Nachmittag fuhr ich dann mit einem von meiner Herberge organisierten gemeinsamen Busausflug zu den Observatorien hoch. Dabei hielt der Fahrer auf meinen Wink freundlicherweise alle paar Kilometer mal an und ich deponierte jeweils 1-2 Flaschen meiner Getränke ein bisschen versteckt am Strassenrand. Oben konnten wir bei wunderschön klarem Wetter den Sonnenuntergang genießen und anschließend noch Sterne gucken.

    Am nächsten Tag wurde es dann ernst, der Hill Climb auf den Mauna Kea stand nun an. Ich stand um 4:30 auf und war auch schon bald auf dem Sattel um von Arnott’s Lodge bei Hilo in völliger Dunkelheit loszufahren. Nach ein paar km hielt ich an Ken’s Pancake House an. Das besitzt den Vorzug 24 Stunden täglich geöffnet zu sein und eine reichhaltige Frühstücksauswahl anzubieten. Ich hatte zwar nicht soviel Hunger, versuchte aber dennoch soviele Pfannkuchen mit Sirup in mich hineinzustopfen wie es nur ging. Kaffee zum Nachspülen bekam man, wie dort üblich, immer automatisch nachgeschenkt. In meinem Rucksack hatte ich noch einige Müsliriegel und Powergels verstaut. Nachdem nun wirklich nichts mehr in den Ranzen passte, fuhr ich nun endgültig los, jetzt dämmerte es bereits.

    Die ersten 2000 hm werden auf der Saddle Road zurückgelegt. Diese verläuft von Hilo bis auf den Sattel zwischen Mauna Kea und Mauna Loa und dann wieder runter zur anderen Seite. Der Strassenbelag ist gut und der Verkehr gering, allerdings verläuft die Strasse in vielen Wellen über die Lavafelder, so daß sich hier nochmal etliche Extra-Höhenmeter ansammeln. Gegen 12 Uhr mittag hatte ich dann den Sattel erreicht und es ging nach einer kurzen Rast weiter in die Abzweigung zum Gipfel der Mauna Kea. Von hier ab waren noch einmal gut 2200 hm zu überwinden.

    Das Wetter war mittlerweilen sehr gut, die Sonne schien kräftig und war nur ab und zu mal durch ein paar Hochnebel unterbrochen. Ich konnte problemlos mit kurzer Hose fahren.

    War die Strecke bisher sehr wellig, ging es ab jetzt einfach nur noch steil hoch. Ich hatte zwar keinen Steigungsmesser, schätze aber mal, dass es die ganze Zeit zwischen 10 und 18% hoch ging. Hier war ich nun auch gottfroh über meine am Strassenrand deponierten Getränke. Alle paar Meilen war nun eine Flasche hinterlegt die ich dann regelrecht in mich hineinsog. Immer abwechselnd eine Flache Iso-Getränk und eine Flasche Wasser. Die leergetrunkenen habe ich dann selbstverständlich plattgedrückt und in meinem Rucksack verstaut. Allerdings verfluchte ich mittlerweile auch die sehr eingeschränkte Bandbreite meiner Schaltung am Schwinn, ich bräuchte definitiv einige Zacken mehr an Ritzeln um jetzt noch kommod fahren zu können. So ging es dann halt vor allem über die Kraft und die Muskeln begannen langsam zu mucken.

    Auf 2800 m kommt dann das Visitor Center, hier gibt es das einzige Mal auf der Strecke die Möglichkeit noch etwas zu kaufen oder zu essen. Ich hab hier eine Stunde Pause eingelegt, eine Flasche Cola getrunken und einen Teller Nudeln verspeist und noch ein bisschen gedöst.

    Kurz nach dem Visitor Center beginnt der schwerste Teil der Strecke: Ein 8 km langes Schotterstück, das natürlich auch noch steil ist. Keine Ahnung wieso vorher und nachher alles schön asphaltiert ist, dieses Stück ist jedenfalls ein ganz schöner Mist. Die Reifen versinken beim Fahren, das Vorderrad schwimmt und alles raubt einem wahnsinnig die Kraft. Manchmal ist der Schotter eher fein und weich, an anderen Stellen wieder ganz grob und damit auch kaum fahrbar. Letztendlich bin ich dieses Teilstück vielleicht zur Hälfte gefahren so gut es ging, ansonsten habe ich geschoben. Von der Geschwindigkeit dürfte es keinen Unterschied ausgemacht haben.

    Mittlerweilen war es schon später Nachmittag geworden und ich machte mir langsam Sorgen, ob ich den Gipfel noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang erreiche. Nach dem Schotterstück ging die Strasse schön steil weiter, die Landschaft wurde mittlerweilen ziemlich surreal und mit meinen Kräften sah es auch nicht mehr so gut aus. Die dünne Luft war jetzt schon am schnellerem Atem zu merken. Ab hier fuhr ich stoisch etliche km und Höhenmeter wie in Trance weiter, jedenfalls konnte ich mich anschließend nicht mehr an den Weg erinnern.

    Irgendwann kam dann auch der Gipfel in Sichtweite, die letzten paar hundert Höhenmeter ziehen sich aber aufgrund der Höhenluft und Steilheit noch mal gewaltig. Mittlerweilen jaulen die Muskeln und die Lunge japst, aber ich will da hoch.

    Noch zwei Steilkehren und dann endlich oben bei den Observatorien. Ein paar Touristen gucken ein bisschen irritiert, was ich hier mit dem Rad suche, machen dann aber anstandslos ein Gipfelbild von mir. Hier ist es ziemlich kalt, vielleicht so um die 2-3 Grad und windig, die Sonne steht auch schon sehr tief. Ich laufe trotzdem noch zu Fuß ein paar 100 m auf den eigentlichen Gipfel des Mauna Kea und bin dort sehr glücklich.

    Lange kann ich aber nicht bleiben, die Sonne geht gleich unter und dann wird es schnell zappenduster. Ich ziehe mir alles an Kleidung an, was ich im Rucksack mitgenommen habe und mache mich an die Abfahrt. Auf dem Asphalt kann man es wahnsinnig laufen lassen, nach kurzer Zeit erreiche ich schon wieder das Schotterstück. Mittlerweilen ist es schon fast komplett dunkel, ich habe ein Batterielicht am Rad und schwimme nun flott den Schotter runter. Ich bin froh als das Stück vorbei ist und wieder ordentlicher Belag unter den Rädern vorhanden ist.
    Nach 1 ½ Stunden flotter Abfahrt bin ich wieder in Hilo in meiner Herberge und mache mit den anderen Gästen erst mal eine Flasche Wein auf

    Als ich am nächsten Tag das Rad zu Bill zurückbrachte, meinte er nur trocken: You Germans are Animals!

    Ich kann nur jedem raten, der einen Urlaub auf Big Island verbringt und ausreichend fit ist, sich an den Anstieg zu wagen, es ist ein wirklich einmaliges Erlebnis.
    Vielleicht sollten wir alle, die schonmal hochgefahren sind einen Mauna Kea Climbing Club gründen

    Ein paar Bilder zu meinem kleinen Abenteuer gibt es hier zu sehen:
    Meine Bilder


    Hier noch ein paar Tipps zusammengefasst:
    - Es sind von Hilo aus 4200 hm auf 65 km zu überwinden. Effektiv sind es aber etliche hm mehr, da der erste Teil der Strecke sehr wellig ist.
    - Wenn man alleine fährt, der Herberge Bescheid geben, was man vor hat, sich von guten Ratschlägen (that’s impossible, don’t try it) nicht abhalten lassen.
    - Wettervorhersagen einholen und auf einen guten Tag warten.
    - Ganz früh losfahren, gut frühstücken.
    - Während der Fahrt viel trinken, ich hatte um die 15 l getrunken, war dabei aber immer noch durstig. Zu Essen hatte ich hauptsächlich Müsliriegel und Gel.
    - Das erste Teilstück auf der Saddle-Road bis zur Abzweigung auf den Gipfel nicht unterschätzen und nicht zu schnell angehen. Durch die vielen Wellen sammeln sich hier leicht viele Extra-Höhenmeter an.
    - Ab der Abzweigung von der Saddle Road auf ca. 2000 m wird es größtenteils sehr steil und bleibt bis zum Gipfel auch so. Es gibt kaum Erholungsmöglichkeiten.
    - Das Visitor Center auf ca. 2800 m ist die einzige Möglichkeit auf der ganzen Strecke, sich mit Essen und Getränken zu versorgen. Vorher erkundigen, ob es geöffnet hat.
    - Das 8 km lange Schotterstück läßt sich größtenteils schwer befahren. Der Schotter ist weich und die Reifen sinken ein. Je breiter die Reifen umso besser für dieses Stück. Notfalls schieben, es geht vorbei.
    - Ausreichende Übersetzung montieren, aufgrund der Steilheit und Höhenluft braucht man mehr Zähne als man denkt.
    - Warme Kleidung für oben und für die Abfahrt mitnehmen, es kann sehr kalt werden, besonderes wenn die Sonne nicht mehr im Zenit steht.
    - Dick mit Sonnencreme einschmieren, höchster Lichtschutzfaktor. Ebenso Sonnenbrille mit hohem UV-Faktor verwenden.
    - Von der dünnen Luft oben habe ich persönlich nicht so arg viel gemerkt, außer dass der Atem schneller ging und die Anstrengung beim Fahren größer wurde.
    - Es wird schnell dunkel, Licht mitnehmen.
    - Das Gute: es gibt auf der Strecke im allgemeinen sehr wenig Autoverkehr, mir ist im oberen Teil ca. alle halbe bis ganze Stunde ein Fahrzeug begegnet.


    Viele Grüße von Klaus.

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