Seite 193 von 324 ErsteErste ... 93143183189190191192193194195196197203243293 ... LetzteLetzte
Ergebnis 3.841 bis 3.860 von 6464
  1. #3841
    Registriert seit
    Jul 2016
    Beiträge
    2.768
    Zitat Zitat von Don Jusi Beitrag anzeigen
    Du hast ganz offensichtlich keine Ahnung von Kindern. Kinder sind alles, nur nicht berechenbar. Ich kann da unzählige Beispiele (auch schmerzhafte) liefern.
    Was hat das mit meiner Aussage zu tun?

    "Kinder" (und andere besonders schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer) dienen als Argument für eine Radverkehrsinfrastruktur, die Radfahrer auf eigene Wege zwingt. Wege, auf denen dann von allen Radfahrern, die schnell von A nach B kommen wollen ganz selbstverständlich erwartet wird, dass sie sich der Geschwindigkeit und dem Schutzbedürfnis der Kinder anpassen.

    Eine Erwartungshaltung, die aber eigentlich an alle Verkehrsteilnehmer gerichtet werden sollte. Wäre dem so und würde man auch konsequent dafür sorgen, dass den Schutzbedürftigen auch im normalen Verkehr genug Raum bleibt, bräuchte man aber keine Sonderwege für Radfahrer.

    Aber natürlich kann man den Damen und Herren Autofahrern zum Beispiel nicht flächendeckend Tempo 30 oder die Wegnahme von KFZ-Spuren und Parkflächen zumuten, denn das würde diese ja einbremsen und behindern.

    Der Schutz von Schwächeren ist damit ein Scheinargument, dass nur dafür sorgt, dass Autofahrer von diesen unbelästigt weiter freie Fahrt haben.

    Das der ADFC und andere Interessenvertreter dabei dennoch mitspielen zeigt, das sie es entweder nicht verstehen oder aber kein Interesse haben an einem Radverkehr, der auch die Ansprüche von Radfahrern befriedigt, die als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer gesehen werden wollen. Beides fatal für die Entwicklung des Radverkehrs, denn man wird nur dann mehr Menschen aufs Rad bringen, wenn damit auch Wege effizient zu erledigen sind. Etwas, was auf allen! baulich getrennten Radwegen, die ich kenne, nicht möglich ist.

  2. #3842
    Registriert seit
    May 2012
    Ort
    Essen
    Beiträge
    4.071
    Zitat Zitat von plusminus Beitrag anzeigen
    Beides fatal für die Entwicklung des Radverkehrs, denn man wird nur dann mehr Menschen aufs Rad bringen, wenn damit auch Wege effizient zu erledigen sind. Etwas, was auf allen! baulich getrennten Radwegen, die ich kenne, nicht möglich ist.
    Das Gegenbeispiel ist die Niederlande. Nicht dass ich deren Radwege so toll und vorbildhaft finde. Ganz im Gegenteil, aber dort funktioniert zumindest der höhere Radverkehrsanteil, bei einem immer noch recht hohen KFZ Anteil wohlgemerkt.

  3. #3843
    Registriert seit
    Dec 2003
    Ort
    ehem. Königreich Rialto
    Beiträge
    5.001
    Zitat Zitat von Kürzer Beitrag anzeigen
    Das Gegenbeispiel ist die Niederlande. Nicht dass ich deren Radwege so toll und vorbildhaft finde. Ganz im Gegenteil, aber dort funktioniert zumindest der höhere Radverkehrsanteil, bei einem immer noch recht hohen KFZ Anteil wohlgemerkt.
    Korrekt. In der Stadt sind wir Rennradfahrer und unserem Bedürfnis, schnell zu fahren, nicht der Maßstab. Interessant wird es bei Kurieren, sind die ggf. besonders zu behandeln, wie LKW, die zum Abladen in zweiter Reihe parken dürfen?

  4. #3844
    Registriert seit
    Sep 2002
    Ort
    Unterhaching
    Beiträge
    3.755
    Zitat Zitat von Fluxkompensator Beitrag anzeigen
    ... Interessant wird es bei Kurieren, sind die ggf. besonders zu behandeln, wie LKW, die zum Abladen in zweiter Reihe parken dürfen?
    Die LKW machen dies aus der Not heraus, dürfen tun sie dies deshalb aber nicht.
    Viele Grüße, Birdman

  5. #3845
    Registriert seit
    Sep 2002
    Ort
    Münschen!!
    Beiträge
    54.855
    Zitat Zitat von Kürzer Beitrag anzeigen
    bei einem immer noch recht hohen KFZ Anteil wohlgemerkt.
    Das darf man nicht vergessen. So wie auch in der Musterstadt Kopenhagen der MIV genauso hoch ist wie in München z.B..
    Mihambo!

  6. #3846
    Registriert seit
    Dec 2003
    Ort
    ehem. Königreich Rialto
    Beiträge
    5.001
    Zitat Zitat von Birdman Beitrag anzeigen
    Die LKW machen dies aus der Not heraus, dürfen tun sie dies deshalb aber nicht.
    Ich bin kein Experte. Mein Stand war, soweit ich niemanden behindere und die Ladung es nach Größe und Gewicht erfordert, darf ich in zweiter Reihe be- und entladen. Es ist also Auslegungssache. Das meinte ich in Bezug auf die Verhältnismäßigkeit bei gewerblichen Radfahrern und möglichen Diskussionen über die Anwendung der StVO.

  7. #3847
    Registriert seit
    Apr 2004
    Ort
    Region Stuttgart / BaWü
    Beiträge
    9.402
    Zitat Zitat von plusminus Beitrag anzeigen
    "Kinder" (und andere besonders schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer) dienen als Argument für eine Radverkehrsinfrastruktur,
    Richtig
    die Radfahrer auf eigene Wege zwingt.
    Genau das ist falsch. Siehe BVerwG-Urteil Nr. 106/2010 BVerwG 3 C 42.09

    Wege, auf denen dann von allen Radfahrern, die schnell von A nach B kommen wollen ganz selbstverständlich erwartet wird, dass sie sich der Geschwindigkeit und dem Schutzbedürfnis der Kinder anpassen.
    Wenn sie auf diesen Wegen fahren möchten, haben sie sich an den Schwächsten zu orientieren, das ist richtig.

    Eine Erwartungshaltung, die aber eigentlich an alle Verkehrsteilnehmer gerichtet werden sollte. Wäre dem so und würde man auch konsequent dafür sorgen, dass den Schutzbedürftigen auch im normalen Verkehr genug Raum bleibt, bräuchte man aber keine Sonderwege für Radfahrer.
    Gegendarstellung zur "Erwartungshaltung" (gegenseitige Rücksichtnahme).

    Gehweg an einer verkehrsreichen Straße: Alle Fußgänger laufen i.d.R. auf diesem relativ geordnet, es wird Rücksicht genommen. Hunde, Kinder etc. werden entsprechend geführt.

    Rad-/Gehweg durch die Landschaft: Alle Fußgänger laufen so, wie sie möchten, nehmen je nach Gruppenstärke die gesamte (weit größere als erforderliche) Breite in Anspruch, lassen Hunde frei rumlaufen, wenn man kommt und klingelt, passiert erst mal nichts. Klingelt man dann Sturm oder ruft sogar, wird man empört angesehen.

    Aber natürlich kann man den Damen und Herren Autofahrern zum Beispiel nicht flächendeckend Tempo 30 oder die Wegnahme von KFZ-Spuren und Parkflächen zumuten, denn das würde diese ja einbremsen und behindern.
    Das ist richtig und imho auch völlig übertrieben. Zumal auch bei Tempo 30 die Kinder noch unter die Räder geraten können, wenn sei Faxen machen. Und das tun sie - reichlich!

    Der Schutz von Schwächeren ist damit ein Scheinargument, dass nur dafür sorgt, dass Autofahrer von diesen unbelästigt weiter freie Fahrt haben.
    Eine Behauptung, wie sie typisch für Hardliner aus z.B. de.rec.fahrrad ist. Tatsache ist aber, dass viele diese Wege wollen. Sind diese Wege nicht da, wird allzu oft Gehweg gefahren, obwohl das noch gefährlicher ist als jeder Bordsteinradweg. Erst gestern hätte ich da fast wieder eine Diskussion gehabt.

    Das der ADFC und andere Interessenvertreter dabei dennoch mitspielen zeigt, das sie es entweder nicht verstehen oder aber kein Interesse haben an einem Radverkehr, der auch die Ansprüche von Radfahrern befriedigt, die als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer gesehen werden wollen.
    Unter tatkräftiger Mitwirkung des ADFC ist aber o.g. Urteil vorangetrieben und eingeklagt worden. Dass es solche und solche gibt, ist schon klar. Aber Recht bleibt Recht und nicht nur die ADFC-Feierabendtour-Fahrer (wie meine am vergangenen Freitag - "Speed-Gruppe") sondern auch etliche Radsportler wollen nicht immer auf Fahrbahnen fahren, ziehen oft sogar Feldwege vor.

    Beides fatal für die Entwicklung des Radverkehrs, denn man wird nur dann mehr Menschen aufs Rad bringen, wenn damit auch Wege effizient zu erledigen sind.
    Richtig. Schert leider auch viele Radfahrer nicht.

    Etwas, was auf allen! baulich getrennten Radwegen, die ich kenne, nicht möglich ist.
    Ich kenne da schon einige. V.a. wenn man auch Radfahrstreifen miteinbezieht. Sprichst Du auch von Radwegen/-routen, die nicht straßenbegleitend sind? Von denen kenne ich etliche, wo es richtig voran geht, teils viel schneller als über die Kfz-Fahrbahn.
    ,

  8. #3848
    Registriert seit
    Aug 2008
    Beiträge
    888
    Zitat Zitat von Fluxkompensator Beitrag anzeigen
    Critical Mass ist trolling
    Ach, das stimmt gar nicht? Die wollen nicht noch mehr und noch schönere Radfahrer-Ghettos?

    Zitat Zitat von plusminus Beitrag anzeigen
    "Kinder" (und andere besonders schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer)
    Das war mal, und das war sogar etwas nachvollziehbar. Längst ist diese Gruppe aber auf jederman erweitert worden, ohne das auch nur einmal jemand nachgehakt hat. Nur dadurch können sie gleichzeitig jeden, der nicht von solchen anmaßenden Vertretern vertreten werden will, als Nicht Relevant oder rücksichtslos hinzustellen. ADFC, CM und Co., hängt sie alle höher!

  9. #3849
    Registriert seit
    Sep 2002
    Beiträge
    5.950
    Zitat Zitat von rumplex Beitrag anzeigen
    die Wahrheit könnte in der Mitte liegen..... es gibt ja gute Radstreifen. Vor allem da, wo auch Halteverbote für Autos gelten.

    Aber es geht, jedenfalls in den Medien, immer mehr richtung "alles baulich trennen". so wi in dieser Doku:

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendunge...ung631726.html

    Ich halte das für einseitig. Ich kenne auch sehr gute Lösungen als Fahrradstraßen, im Film ist das eine einzige Katastrophe.
    Der ganze Bericht ist ziemlich agendageschwängert. Ich kenne die Situation in Osna zufällig gut, und das Problem sind nicht die Radfahrstreifen, sondern die Tatsache, das sie meist viel zu schmal ausgeführt sind. Insbesondere am Wall (daher stammen die meisten der Aufnahmen) war man politisch weder bereit, die Anzahl der Kfz-Fahrstreifen zu reduzieren, noch die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren (T30 wäre absolut angesagt), noch auch nur einen der kostenlosen (sic!) Parkplätze aufzugeben. Und dann kommt halt das dabei raus. Bauliche Trennung allein, schafft da noch keine Lösung.

    Im Gegenteil, bauliche Trennung ist bereits in Teilen vorhanden, nämlich als Bestandteil der gewachsenen Struktur. Konkret heißt das, da wo kein Platz mehr war geht's ab und an auch mal hochbord längs. Mitunter auch mal wie auf dem Hamburger "Idealbild" unter altem Baumbestnd geruhsam daher. De facto sind das an den Kreuzungen die weitaus gefährlichsten Stellen. Richtig angenehm ist hingegen ein kurzer Abschnitt, auf dem eine gemeinsame Bus- und Radspur eingerichtet ist. Keine bauliche Trennung, aber anständige Breite!

    Tiefpunkt des Beitrags ist ganz sicher die Heranziehung der "Todeskreuzung" zur Diskreditierung des - richtigen! - Arguments, Radstreifen erzeugten Sicherheit durch Sichtbarkeit (ab etwa Minute 29). Denn das genaue Gegeteil ist in Wirklichkeit der Fall: Die Todeskreuzung wurde mutmaßlich zur Todeskreuzung genau weil diese Sichtbarkeit nicht gegeben war. Und zwar, weil im direkten Zulaufbereich bis unlängst eine andere, nämlich baulich getrennte(sic!), bestanden hatte, welche die Radfahrer aus dem Blickfeld der Kfz-lenker entfernte.
    Wie das? Im Video wird eine ältere Dame Interviewt, die ihr Rad geschoben hat. Im Hintergrund erkennt man Bäume am Straßenrand. Die erscheinen weit weg, es handelt sich in Wirklichkeit aber nur um wenige Meter. In diesem Bereich befand sich ein ungewöhnlicher Parkplatz: die Autos standen quer zur Fahrbahn. Da an ein direktes Zurückstoßen auf den Wall nicht zu denken ist, bestand auch davor noch, also zwischen Fließverkehr und Parkraum, eine gewisse Rangierfläche. Um letztere nicht mir Radfahrern zu belasten, sah die alte Verkehrsführung vor, diese vom Radstreifen weg hochbord hginter den besagten Kfz und damit unter den dort zu sehenden Bäumen zu leiten. Erst unmittelbar vor der Kreuzung wurden die zurück an die Fahrbahn gespült, um dann, wenigstens das ist in dem NDR-Beitrag korrekt wiedergegeben, von in der Regel ortsunkundigen, auch bedauernswerten Lkw-Fahrern, deren Fokus bereits ganz dem engen Abbiegevorgang galt, in die Mangel genommen zu werden. Das alles wollte die Stadt lange nicht einsehen, aber mittlerweile wurde der Platz für die Ghostbikes knapp. Daraufhin hatte man natürlich zunächst die Aufstellung derselben untersagt. Allerdings brach daraufhin ein Shitstorm los, der so gewaltig war, dass sich im Handumdrehen niemand mehr erinnern konnte, wer genau denn nochmal dafür zuständig war. So hat man sich denn letztendlich dann doch noch dazu bequemt, die Verkehrsführung zu modifizieren. Die Quintessenz hier ist aber, das just dieses Beispiel genau das Gegenteil von dem belegt, wofür es vom NDR herangezogen wird: Nämlich, dass bauliche Trennung in der Realität objektiv gefährlich ist. Der NDR betreibt also hier eine Verdrehung der Tatsachen, wie sie auf der Springer-Journalistenschule nicht in größerer Reinheit gelehrt werden könnte.

  10. #3850
    Registriert seit
    Aug 2016
    Beiträge
    3.645
    Zitat Zitat von Tristero Beitrag anzeigen
    Der ganze Bericht ist ziemlich agendageschwängert. Ich kenne die Situation in Osna zufällig gut, und das Problem sind nicht die Radfahrstreifen, sondern die Tatsache, das sie meist viel zu schmal ausgeführt sind. Insbesondere am Wall (daher stammen die meisten der Aufnahmen) war man politisch weder bereit, die Anzahl der Kfz-Fahrstreifen zu reduzieren, noch die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren (T30 wäre absolut angesagt), noch auch nur einen der kostenlosen (sic!) Parkplätze aufzugeben. Und dann kommt halt das dabei raus. Bauliche Trennung allein, schafft da noch keine Lösung.

    Im Gegenteil, bauliche Trennung ist bereits in Teilen vorhanden, nämlich als Bestandteil der gewachsenen Struktur. Konkret heißt das, da wo kein Platz mehr war geht's ab und an auch mal hochbord längs. Mitunter auch mal wie auf dem Hamburger "Idealbild" unter altem Baumbestnd geruhsam daher. De facto sind das an den Kreuzungen die weitaus gefährlichsten Stellen. Richtig angenehm ist hingegen ein kurzer Abschnitt, auf dem eine gemeinsame Bus- und Radspur eingerichtet ist. Keine bauliche Trennung, aber anständige Breite!

    Tiefpunkt des Beitrags ist ganz sicher die Heranziehung der "Todeskreuzung" zur Diskreditierung des - richtigen! - Arguments, Radstreifen erzeugten Sicherheit durch Sichtbarkeit (ab etwa Minute 29). Denn das genaue Gegeteil ist in Wirklichkeit der Fall: Die Todeskreuzung wurde mutmaßlich zur Todeskreuzung genau weil diese Sichtbarkeit nicht gegeben war. Und zwar, weil im direkten Zulaufbereich bis unlängst eine andere, nämlich baulich getrennte(sic!), bestanden hatte, welche die Radfahrer aus dem Blickfeld der Kfz-lenker entfernte. [...]

    Das unterschreibe ich fett. Und ich kenne OS wie meine Westentasche und das seit vielen Jahren.
    Einen NDR-Bericht über dito hätte ich mir deshalb auch gar nicht erst angesehen, weil reine Zeitverschwendung.
    Es gibt kaum einen GEZ-finanzierten Sender, der derart offen und skrupellos Autolobby-konform "berichtet", wie der NDR.


    Zeta

  11. #3851
    Registriert seit
    Sep 2002
    Ort
    Münschen!!
    Beiträge
    54.855
    Zitat Zitat von Tristero Beitrag anzeigen
    Der ganze Bericht ist ziemlich agendageschwängert. Ich kenne die Situation in Osna zufällig gut, und das Problem sind nicht die Radfahrstreifen, sondern die Tatsache, das sie meist viel zu schmal ausgeführt sind. Insbesondere am Wall (daher stammen die meisten der Aufnahmen) war man politisch weder bereit, die Anzahl der Kfz-Fahrstreifen zu reduzieren, noch die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren (T30 wäre absolut angesagt), noch auch nur einen der kostenlosen (sic!) Parkplätze aufzugeben. Und dann kommt halt das dabei raus. Bauliche Trennung allein, schafft da noch keine Lösung.

    Im Gegenteil, bauliche Trennung ist bereits in Teilen vorhanden, nämlich als Bestandteil der gewachsenen Struktur. Konkret heißt das, da wo kein Platz mehr war geht's ab und an auch mal hochbord längs. Mitunter auch mal wie auf dem Hamburger "Idealbild" unter altem Baumbestnd geruhsam daher. De facto sind das an den Kreuzungen die weitaus gefährlichsten Stellen. Richtig angenehm ist hingegen ein kurzer Abschnitt, auf dem eine gemeinsame Bus- und Radspur eingerichtet ist. Keine bauliche Trennung, aber anständige Breite!

    Tiefpunkt des Beitrags ist ganz sicher die Heranziehung der "Todeskreuzung" zur Diskreditierung des - richtigen! - Arguments, Radstreifen erzeugten Sicherheit durch Sichtbarkeit (ab etwa Minute 29). Denn das genaue Gegeteil ist in Wirklichkeit der Fall: Die Todeskreuzung wurde mutmaßlich zur Todeskreuzung genau weil diese Sichtbarkeit nicht gegeben war. Und zwar, weil im direkten Zulaufbereich bis unlängst eine andere, nämlich baulich getrennte(sic!), bestanden hatte, welche die Radfahrer aus dem Blickfeld der Kfz-lenker entfernte.
    Wie das? Im Video wird eine ältere Dame Interviewt, die ihr Rad geschoben hat. Im Hintergrund erkennt man Bäume am Straßenrand. Die erscheinen weit weg, es handelt sich in Wirklichkeit aber nur um wenige Meter. In diesem Bereich befand sich ein ungewöhnlicher Parkplatz: die Autos standen quer zur Fahrbahn. Da an ein direktes Zurückstoßen auf den Wall nicht zu denken ist, bestand auch davor noch, also zwischen Fließverkehr und Parkraum, eine gewisse Rangierfläche. Um letztere nicht mir Radfahrern zu belasten, sah die alte Verkehrsführung vor, diese vom Radstreifen weg hochbord hginter den besagten Kfz und damit unter den dort zu sehenden Bäumen zu leiten. Erst unmittelbar vor der Kreuzung wurden die zurück an die Fahrbahn gespült, um dann, wenigstens das ist in dem NDR-Beitrag korrekt wiedergegeben, von in der Regel ortsunkundigen, auch bedauernswerten Lkw-Fahrern, deren Fokus bereits ganz dem engen Abbiegevorgang galt, in die Mangel genommen zu werden. Das alles wollte die Stadt lange nicht einsehen, aber mittlerweile wurde der Platz für die Ghostbikes knapp. Daraufhin hatte man natürlich zunächst die Aufstellung derselben untersagt. Allerdings brach daraufhin ein Shitstorm los, der so gewaltig war, dass sich im Handumdrehen niemand mehr erinnern konnte, wer genau denn nochmal dafür zuständig war. So hat man sich denn letztendlich dann doch noch dazu bequemt, die Verkehrsführung zu modifizieren. Die Quintessenz hier ist aber, das just dieses Beispiel genau das Gegenteil von dem belegt, wofür es vom NDR herangezogen wird: Nämlich, dass bauliche Trennung in der Realität objektiv gefährlich ist. Der NDR betreibt also hier eine Verdrehung der Tatsachen, wie sie auf der Springer-Journalistenschule nicht in größerer Reinheit gelehrt werden könnte.
    Ah, danke. Jo, auch wenn ich die betreffenden Stellen - inkl. der Fahrradstraße in Oldenburg - nicht kenne, kam mir die Reportage insgesamt recht manipulativ vor.
    Mihambo!

  12. #3852
    Registriert seit
    Apr 2004
    Ort
    Region Stuttgart / BaWü
    Beiträge
    9.402
    Zitat Zitat von Tristero Beitrag anzeigen
    Der ganze Bericht ist ziemlich agendageschwängert. Ich kenne die Situation in Osna zufällig gut, und das Problem sind nicht die Radfahrstreifen, sondern die Tatsache, das sie meist viel zu schmal ausgeführt sind. Insbesondere am Wall (daher stammen die meisten der Aufnahmen) war man politisch weder bereit, die Anzahl der Kfz-Fahrstreifen zu reduzieren, noch die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren (T30 wäre absolut angesagt), noch auch nur einen der kostenlosen (sic!) Parkplätze aufzugeben. Und dann kommt halt das dabei raus. Bauliche Trennung allein, schafft da noch keine Lösung.....
    Warum gab es zu dem bislang noch keine Pannenflicken-Einsendung bei cycleride?
    ,

  13. #3853
    Registriert seit
    Dec 2003
    Ort
    ehem. Königreich Rialto
    Beiträge
    5.001
    So viele Worte, so viel (Radfahrer-)Aggression. Ich persönlich will auf die Straße. Meine Kinder sollen aber durch Absperrungen geschützt werden. Vor dem Verkehr und vor Autotüren.

  14. #3854
    Registriert seit
    Jul 2016
    Beiträge
    2.768
    Zitat Zitat von Don Jusi Beitrag anzeigen
    Eine Behauptung, wie sie typisch für Hardliner aus z.B. de.rec.fahrrad ist. Tatsache ist aber, dass viele diese Wege wollen. Sind diese Wege nicht da, wird allzu oft Gehweg gefahren, obwohl das noch gefährlicher ist als jeder Bordsteinradweg. Erst gestern hätte ich da fast wieder eine Diskussion gehabt.
    Vorweg: mein Statement bezog sich auf den Spiegel-Artikel und der hat ganz klar Innenstädte im Blick. Außerorts kann das an manchen Stellen anderes sein. Bleiben wir bei innerorts:


    Die Leute wollen sicher Rad fahren - stimmt. Das kann man theoretisch erreichen, indem man

    a) ihnen Wege gibt, die getrennt von allen anderem Verkehr sind und nicht an Ein- und Ausfahrten, Kreuzungen etc. zur Todesfalle werden


    b) dafür sorgt, dass sie auch auf der Straße sicher unterwegs sind. Zum Beispiel, indem man ihnen Radstreifen in der Breite einer eine kompletten Fahrspur gibt, das Tempo des motorisierten Verkehrs konsequent so einbremst, dass der Geschwindigkeitsüberschuss geringer wird etc ...


    A hat sich in allen Fällen bisher als Utopie erwiesen. Weil baulich getrennte, meist Hochbord-, Radwege allenfalls die gefühlte Sicherheit erhöhen, nicht die tatsächliche.

    Dazu sind sie ineffizient, weil schnellere Radfahrer eklatant ausgebremst werden, sie sind abartig teuer in der Herstellung und es wird oft noch mehr Fläche versiegelt. Ganz toll schon jetzt also.

    Und wie wird das auf diesen Wegen erst aussehen, wenn der Radverkehrsanteil wie angeblich von jedem gewünscht weiter wächst? Sollen sich dann morgens 1000 Radler ohne Überholmöglichkeit hinter dem Kleinkind einreihen, statt bisher 10? Oder will man noch mehr Grünstreifen oder Gehwege verknappen, damit die Radwege breiter werden?


    B dagegen könnte wirklich was verändern. Man müsste sich nur dazu durchringen, die Priorisierung des motorisierten Verkehrs endlich aufzugeben. Nur: diese Lösung schlägt niemand vor. Nicht mal - und das ist das tragische - die angeblichen Interessenvertreter der Radfahrer. Die plädieren für bauliche Trennung und preisen dies als das Maß aller Dinge. Das da dann viele der normalen Radfahrer reflexhaft zustimmen, wundert nicht wirklich. Es ist aber beileibe kein Argument für die Güte dieser Wege.

    Das man, wenn man B fordert, für Dich, die ADFC-Granden und andere als "Hardliner" gilt, sagt viel aus.
    Geändert von plusminus (25.04.2017 um 17:12 Uhr)

  15. #3855
    Registriert seit
    Jan 2010
    Ort
    Coswig bei Dresden
    Beiträge
    21.120
    Zitat Zitat von plusminus Beitrag anzeigen
    Vorweg: mein Statement bezog sich auf den Spiegel-Artikel und der hat ganz klar Innenstädte im Blick. Außerorts kann das an manchen Stellen anderes sein. Bleiben wir bei innerorts:


    Die Leute wollen sicher Rad fahren - stimmt. Das kann man theoretisch erreichen, indem man

    a) ihnen Wege gibt, die getrennt von allen anderem Verkehr sind und nicht an Ein- und Ausfahrten, Kreuzungen etc. zur Todesfalle werden


    b) dafür sorgt, dass sie auch auf der Straße sicher unterwegs sind. Zum Beispiel, indem man ihnen Radstreifen in der Breite einer eine kompletten Fahrspur gibt, das Tempo des motorisierten Verkehrs konsequent so einbremst, dass der Geschwindigkeitsüberschuss geringer wird etc ...


    A hat sich in allen Fällen bisher als Utopie erwiesen. Weil baulich getrennte, meist Hochbord-, Radwege allenfalls die gefühlte Sicherheit erhöhen, nicht die tatsächliche.

    Dazu sind sie ineffizient, weil schnellere Radfahrer eklatant ausgebremst werden, sie sind abartig teuer in der Herstellung und es wird oft noch mehr Fläche versiegelt. Ganz toll schon jetzt also.

    Und wie wird das auf diesen Wegen erst aussehen, wenn der Radverkehrsanteil wie angeblich von jedem gewünscht weiter wächst? Sollen sich dann morgens 1000 Radler ohne Überholmöglichkeit hinter dem Kleinkind einreihen, statt bisher 10? Oder will man noch mehr Grünstreifen oder Gehwege verknappen, damit die Radwege breiter werden?


    B dagegen könnte wirklich was verändern. Man müsste sich nur dazu durchringen, die Priorisierung des motorisierten Verkehrs endlich aufzugeben. Nur: diese Lösung schlägt niemand vor. Nicht mal - und das ist das tragische - die angeblichen Interessenvertreter der Radfahrer. Die plädieren für bauliche Trennung und preisen dies als das Maß aller Dinge. Das da dann viele der normalen Radfahrer reflexhaft zustimmen, wundert nicht wirklich. Es ist aber beileibe kein Argument für die Güte dieser Wege.

    Das man, wenn man B fordert, für Dich, die ADFC-Granden und andere als "Hardliner" gilt, sagt viel aus.
    Richtig.

    Nur wird das, leider, nie passieren im Autofahrerland.
    Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.

  16. #3856
    Registriert seit
    Jul 2016
    Beiträge
    2.768
    Zitat Zitat von Coswiger Beitrag anzeigen
    Richtig.

    Nur wird das, leider, nie passieren im Autofahrerland.
    Auf alle Fälle wird es nicht leichter, wenn selbst die vermeintlichen Vertreter der Radfahrer freie Fahrt für freie Autofahrer unterstützen, indem sie selbst dafür sorgen, dass Radfahrer von den Straßen verdrängt werden ...

  17. #3857
    Avatar von fassa
    fassa ist offline im ständigen Kampf mit der Realität
    Registriert seit
    Sep 2009
    Ort
    Tschib-Halku-Ma
    Beiträge
    23.029
    Zitat Zitat von rumplex Beitrag anzeigen
    Ah, danke. Jo, auch wenn ich die betreffenden Stellen - inkl. der Fahrradstraße in Oldenburg - nicht kenne, kam mir die Reportage insgesamt recht manipulativ vor.
    Ich fand den recht unausgegoren. Kopenhagen wurde gehypt, während die Leute hier, die was verändern wollen, sich vor der Kamera rechtfertigen mussten. Vor allem, trotz dem Beispiel Kopenhagen, was sie ja immer hochjubelten, kam da für D nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss raus. Position - vor allem eine klare Pro-Radverkehrsinfrastruktur - bezogen sie nur bei Kopenhagen. Alles in D wurde bezweifelt. Zum Beispiel das mit den Parkern auf Radstreifen. Die Schuld wurde da bei nicht etwa bei den Falschparkern gesucht, sondern in der Radinfrastruktur gefunden.
    Geändert von fassa (25.04.2017 um 22:07 Uhr)
    Wenn wir wollen, daß alles so bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, daß sich alles verändert. Der Leopard.

  18. #3858
    Registriert seit
    Aug 2016
    Beiträge
    3.645
    Zitat Zitat von fassa Beitrag anzeigen
    Ich fand den recht unausgegoren. Kopenhagen wurde gehypt, während die Leute hier, die was verändern wollen, sich vor der Kamera rechtfertigen mussten. Vor allem, trotz dem Beispiel Kopenhagen, was sie ja immer hochjubelten, kam da für D nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss raus. Position - vor allem eine klare Pro-Radverkehrsinfrastruktur - bezogen sie nur bei Kopenhagen. Alles in D wurde bezweifelt. Zum Beispiel das mit den Parkern auf Radstreifen. Die Schuld wurde da bei nicht etwa bei den Falschparkern gesucht, sondern in der Radinfrastruktur gefunden.

    Das sind die seit Jahren üblichen Argumentationsfiguren des NDR.

    Wie ich schon schrieb: Es lohnt prinzipiell nicht, sich NDR-"Reportagen" zu diesem Themenkomplex anzutun.

    Wenn Artikel aus diesem Kontext auf ndr.de mit Leserkommentarfunktion versehen sind, findet dort eine Zensur statt, die so ziemlich alles in den Schatten stellt, was man in Schland üblicherweise im PC-Rahmen erwarten darf.
    Interessanterweise wird das typischerweise bei solchen Themen einsetzende Autofahrergepöbel aber frei durch den Filter gelassen. Ein Schuft, der Böses dabei denkt...

    Journalistisch ist der Norddeutsche Rundfunk mit Sicherheit eine der heruntergekommensten Sendeanstalten(sic) Deutschlands. Die Parteinahme wird dort ganz offen betrieben.



    Zeta

  19. #3859
    Registriert seit
    Aug 2008
    Beiträge
    888
    Zitat Zitat von Tristero Beitrag anzeigen
    das Problem sind nicht die Radfahrstreifen, sondern die Tatsache, das sie meist viel zu schmal ausgeführt sind
    Doppeldenk! Dann SIND sie das Problem! Diese Art des Denkens tritt zwar nicht nur im Zusammenhang mit Wegelchen auf, da aber besonders häufig, scheint mir.

    Zitat Zitat von rumplex Beitrag anzeigen
    inkl. der Fahrradstraße in Oldenburg
    Abgesehen davon, daß Fahrradstraßen keinen Nutzen für Radfahrer haben, sondern eher schädlich sind, dient ausgerechnet das gezeigte und unbrauchbare Exemplar der Ghettoisierung, weil man den parallelen "Radweg" Ofener Straße, eine Hauptverkehrsstraße und DIE Verbindung Uni + City, ohne komplette Abholzung niemals hätte halten können, also Fahrbahn angesagt ist bzw. wäre.

    Zitat Zitat von plusminus Beitrag anzeigen
    dafür sorgt, dass sie auch auf der Straße sicher unterwegs sind. Zum Beispiel, indem man ihnen Radstreifen
    Und ständig und ständig und ständig wird diese Lüge wiederholt. Man, kotzt mich das an! Das man Streifen mit dem Unsichersten vergleicht, macht sie weder sicher noch sicherer als Fahrbahnnutzung.
    Vielleicht möchtest du den Angehörigen der beiden jüngst Verstorbenen erzählen, wie sicher die hiesigen relativ neuen und völlig unnützen Streifen sind, die zum Lkw-Rechtsabbieger-Tode führten. Die hat man nämlich erst und nur auf Verlangen von Radfahrern hingemalt, damit die sich sicher fühlen, weil, auf der Fahrbahn, neeee, bloß nicht, die ganzen Lkw. Und der Fahrrad-TUI schweigt, wie immer.

    Zitat Zitat von fassa Beitrag anzeigen
    während die Leute hier, die was verändern wollen, sich vor der Kamera rechtfertigen mussten.
    Davon konnte ich keinen in der Sendung entdecken. Wer sollte das gewesen sein? Der Osnabrücker will mehr Wegelchen, der Kurier will bessere, und alle anderen sowieso.

  20. #3860
    Registriert seit
    Jul 2016
    Beiträge
    2.768
    Zitat Zitat von dagegen Beitrag anzeigen
    Und ständig und ständig und ständig wird diese Lüge wiederholt. Man, kotzt mich das an!
    Vor dem Kotzen vielleicht erst mal richtig und im Zusammenhang zu den Posts davor lesen? Würdest Du das tun, könntest Du bemerken, dass ich unter anderem aus zweispurigen Straßen gerne einspurige machen würde, um Radfahrern die frei werdende Spur zu überlassen. Passt Dir auch nicht?

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •