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  1. #141
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    Zu dicht überholt werden ist ein leidiges Thema. Ich habe mich in dem jetzt schon recht langen Fred oft wiedergefunden. Abgesehen davon, dass ich fest der Überzeugung bin, dass ein Glück nur eine Minderheit von Autofahrern uns Radfahrer – gleich welcher Art – gefährdet, sind es immer noch zu viel zu viele, die aus diversen Gründen zu dicht überholen.

    Sich dagegen zu wehren ist offenbar sehr schwierig. Der Versuch jeden Autofahrer, der einen gefährdet hat, zur Rede zustellen, wie auch immer, ist einfach viel zu zeitaufwendig. Anderseits sollte man es auch nicht stillschweigend geschehen lassen, sonst ändert sich da ja nie was. Wenn ich im Alltag unterwegs bin, habe ich mittlerweile eine Airzound dabei. Nach dem Ton kann man sich wenigstens sicher sein, dass es wenigstens einen Blick in den Rückspiegel gibt. Es ist immerhin ein kleines „Hallo du Idiot!“

    Ich möchte aber noch eine Story platzieren, die ich schon bezeichnend finde und an die ich immer wieder mal denken muss:

    Ich war mit einer 3-Mann Rennradgruppe auf einer zügigen Ausfahrt. Auf einer Landstraße mit linksseitig geführtem, abschnittsweise benutzungspflichtigem Radweg. Wir sind auf einem Abschnitt dieser Landstraße unterwegs, bei der keine Benutzungspflicht besteht. Die Straße ist quasi leer, kein Verkehr. Wir fahren hintereinander. Unsere Gruppe hat sich gerade etwas verloren, daher mit einem Abstand von ca. je 50–100 Metern. Ich fahre hinten: Plötzlich rauscht ein Kleintransporter mit langem beladendem Anhänger extrem dicht, also wenige Zentimeter an mir vorbei. Ich erschrecke sehr, schwanke und denke mir natürlich „so ein *********“. Da sehe ich, dass er genau das gleiche bei meinen Vorausfahrenden durchzieht. Nachdem er den letzten, von uns, den an der Spitze Vorausfahrenden auch noch offensiv geschnitten hatte, bremst er relativ scharf und fährt mit seinem Vehikel auf einen Wertstoffhof.

    Wir sind direkt hinterher gefahren und haben den Menschen gefragt, was das für eine Aktion war. Er, ein Handwerker, steigt aus seinem Kleintransporter mit doppelbereiften Hänger aus und meint original: „Ihr dürft da gar net fahren!“ Ist Ihnen klar, dass sie uns bewusst geschnitten und massiv gefährdet haben? Fragen wir ihn. „Ja, klar, ihr müsst auf den Radweg“. …

    Wir haben ihm dann erzählt, dass das was er da macht, im Grunde ein Angriff war. Er hat uns bewusst gefährdet. Ob der Radweg benutzungspflichtig ist oder nicht (was er ja noch nicht mal war), spielt dabei überhaupt gar keine Rolle.
    Interessant war, dass er sich tatsächlich keiner Schuld bewusst war. Das Gespräch hat sich im Kreis gedreht. Und ich bin mir ziemlich sicher, er wird es wieder tun, wenn sich die Gelegenheit bietet.

    Das Wetter war topp, wir sind direkt weitergefahren. Meint ihr es hätte etwas gebracht, wenn wir zu dritt direkt eine Anzeige aufgegeben hätten? Oder hätte wir da eine Stunde für nichts investiert?

  2. #142
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    Zitat Zitat von haifischzahn Beitrag anzeigen
    Das Wetter war topp, wir sind direkt weitergefahren. Meint ihr es hätte etwas gebracht, wenn wir zu dritt direkt eine Anzeige aufgegeben hätten? Oder hätte wir da eine Stunde für nichts investiert?
    Na klar hätte das was gebracht. An so einen Ochsen-Polizisten kann man hierzulande gar nicht geraten, dass so was im Sande verläuft. Vor allem, wenn Ihr unisono so was zu Protokoll gebt:

    Interessant war, dass er sich tatsächlich keiner Schuld bewusst war. Das Gespräch hat sich im Kreis gedreht. Und ich bin mir ziemlich sicher, er wird es wieder tun, wenn sich die Gelegenheit bietet.
    Ich könnt damit übrigens das Leben von einem Radfahrer retten. Das ist kein Petzen oder so sondern eine echte Notwendigkeit! Ich mache so was immer online. Natürlich nur die gröbsten Kracher, sonst wäre ich permanent am tippen.
    .

  3. #143
    Ziggi Piff Paff Gast
    @Haifischzahn.


    gebracht hätte es warscheinlich nur was für die Staatskasse wenn der Mann wie auch immer verurteilt worden wäre. Bestraft werden bedeutet ja nicht gleich auch einsehen, das man was falsch gemacht hat.

    Für sein Bewustsein würde es meiner Meinung nach nur was bringen wenn er die Situation mehrmals von der anderen Seite erleben dürfte.

  4. #144
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    @Don Jusi hier in Bayern kann man, soweit ich weiß, Strafanzeigen leider nicht online erstatten. Ja, wenn es dafür eine App gäb könnte man das gleich unterwegs machen ;-)

  5. #145
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    Zitat Zitat von haifischzahn Beitrag anzeigen
    @Don Jusi hier in Bayern kann man, soweit ich weiß, Strafanzeigen leider nicht online erstatten. Ja, wenn es dafür eine App gäb könnte man das gleich unterwegs machen ;-)
    Eine App? Also bei einer Anzeige muss man schon einigermaßen tippen können, sonst dauert das zu lange und dann kann man besser gleich zur Polizei. Am Besten gleich nach dem Vorfall zu dritt!

    Stimmt, Bayern geht noch nicht:

    http://www.online-strafanzeige.de/in...e-strafanzeige

    Das Ganze klingt so, als als sollten die Opfer möglichst nicht auf die Idee kommen, die Polizei zu "belästigen".

    Unser Ratschlag: Eine Strafanzeige ist in der Regel ein schwerwiegender Eingriff in den persönlichen Lebensbereich anderer Menschen. Bedenken Sie bitte gründlich, ob Sie wirklich eine Online-Strafanzeige stellen möchten. Wir empfehlen, mindestens eine Nacht darüber zu schlafen und mit Freunden oder der Familie zu sprechen. Zudem sollten Sie sich durch einen spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen!

    .

  6. #146
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    Zitat Zitat von haifischzahn Beitrag anzeigen
    ...
    Wir sind direkt hinterher gefahren und haben den Menschen gefragt, was das für eine Aktion war. Er, ein Handwerker, steigt aus seinem Kleintransporter mit doppelbereiften Hänger aus und meint original: „Ihr dürft da gar net fahren!“ Ist Ihnen klar, dass sie uns bewusst geschnitten und massiv gefährdet haben? Fragen wir ihn. „Ja, klar, ihr müsst auf den Radweg“
    ...
    Ja, solche Erlebnisse kommen gelegentlich vor, zum Glück aber doch recht selten. Ganz Ähnliches hatte ich auch schon mal erlebt. War sogar noch etwas krasser, denn das dichte Überholen war ein überdeutliches Abdrängungs-Drohmannöver, das so eng geriet, dass es sogar zu einer "Feindberührung" an der Seitenwand des Sprinters kam. Ich (außer mir und auf 180 - mindestens, und nicht mehr so ganz besonnen), nachdem ich ihn kurz darauf an seiner nächsten Lieferstelle eingeholt hatte: "Willst du mich umbringen??!!!!", er: "Du bringst dich ja selber um! Fahr gefälligst auf dem Radweg!" und "Du hast ja keine Zeugen". Von ruhiger Frage und Antwort, vernünftiger Argumentation und eventueller Einsicht war unsere "Unterhaltung" weit entfernt. Da regiert das Adrenalin pur.

    Zunächst wollte ich Anzeige erstatten, hatte aber erst mal was Dringenderes und Wichtigeres zu erledigen. Dann wurde mir klar:
    1. Ich hatte keinen nachweisbaren Schaden, mir war körperlich nichts passiert, weil ich einen Sturz hatte verhindern können.
    2. Er würde seine Tat nicht zugeben, Aussage gegen Aussage, keine Zeugen.

    Ich habe mich dann damals gegen eine Anzeige entschieden, unter anderem auch deshalb, weil mir das für mich als zu aufwendig und wenig aussichtsreich vorkam (selbst als Online-Vorgang). Möglicherweise würde ich es heute anders entscheiden, aber nur bei einem wirklich ähnlich massiven Angriff.


    An dieser Stelle als Tipp noch ein (manchmal) wirksames Argument, das durch einen leichten Überraschungseffekt den "Helden" unmittelbar recht kleinlaut werden lassen kann, wenn es gelingt, es möglichst ruhig vorzutragen: "Brauchen Sie Ihren Führerschein denn noch (beruflich)?"



    Zitat Zitat von Don Jusi Beitrag anzeigen
    ...
    Das Ganze klingt so, als als sollten die Opfer möglichst nicht auf die Idee kommen, die Polizei zu "belästigen".
    Unser Ratschlag: Eine Strafanzeige ist in der Regel ein schwerwiegender Eingriff in den persönlichen Lebensbereich anderer Menschen. Bedenken Sie bitte gründlich, ob Sie wirklich eine Online-Strafanzeige stellen möchten. Wir empfehlen, mindestens eine Nacht darüber zu schlafen und mit Freunden oder der Familie zu sprechen. Zudem sollten Sie sich durch einen spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen!
    .
    Naja, das Adrenalin erst mal verpuffen zu lassen, ist schon ein sinnvoller Vorschlag. Das Internet rennt ja nicht weg.

  7. #147
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    Zitat Zitat von haifischzahn Beitrag anzeigen
    Zu dicht überholt werden ist ein leidiges Thema. Ich habe mich in dem jetzt schon recht langen Fred oft wiedergefunden. Abgesehen davon, dass ich fest der Überzeugung bin, dass ein Glück nur eine Minderheit von Autofahrern uns Radfahrer – gleich welcher Art – gefährdet, sind es immer noch zu viel zu viele, die aus diversen Gründen zu dicht überholen.

    Sich dagegen zu wehren ist offenbar sehr schwierig. Der Versuch jeden Autofahrer, der einen gefährdet hat, zur Rede zustellen, wie auch immer, ist einfach viel zu zeitaufwendig. Anderseits sollte man es auch nicht stillschweigend geschehen lassen, sonst ändert sich da ja nie was. Wenn ich im Alltag unterwegs bin, habe ich mittlerweile eine Airzound dabei. Nach dem Ton kann man sich wenigstens sicher sein, dass es wenigstens einen Blick in den Rückspiegel gibt. Es ist immerhin ein kleines „Hallo du Idiot!“

    Ich möchte aber noch eine Story platzieren, die ich schon bezeichnend finde und an die ich immer wieder mal denken muss:

    Ich war mit einer 3-Mann Rennradgruppe auf einer zügigen Ausfahrt. Auf einer Landstraße mit linksseitig geführtem, abschnittsweise benutzungspflichtigem Radweg. Wir sind auf einem Abschnitt dieser Landstraße unterwegs, bei der keine Benutzungspflicht besteht. Die Straße ist quasi leer, kein Verkehr. Wir fahren hintereinander. Unsere Gruppe hat sich gerade etwas verloren, daher mit einem Abstand von ca. je 50–100 Metern. Ich fahre hinten: Plötzlich rauscht ein Kleintransporter mit langem beladendem Anhänger extrem dicht, also wenige Zentimeter an mir vorbei. Ich erschrecke sehr, schwanke und denke mir natürlich „so ein *********“. Da sehe ich, dass er genau das gleiche bei meinen Vorausfahrenden durchzieht. Nachdem er den letzten, von uns, den an der Spitze Vorausfahrenden auch noch offensiv geschnitten hatte, bremst er relativ scharf und fährt mit seinem Vehikel auf einen Wertstoffhof.

    Wir sind direkt hinterher gefahren und haben den Menschen gefragt, was das für eine Aktion war. Er, ein Handwerker, steigt aus seinem Kleintransporter mit doppelbereiften Hänger aus und meint original: „Ihr dürft da gar net fahren!“ Ist Ihnen klar, dass sie uns bewusst geschnitten und massiv gefährdet haben? Fragen wir ihn. „Ja, klar, ihr müsst auf den Radweg“. …

    Wir haben ihm dann erzählt, dass das was er da macht, im Grunde ein Angriff war. Er hat uns bewusst gefährdet. Ob der Radweg benutzungspflichtig ist oder nicht (was er ja noch nicht mal war), spielt dabei überhaupt gar keine Rolle.
    Interessant war, dass er sich tatsächlich keiner Schuld bewusst war. Das Gespräch hat sich im Kreis gedreht. Und ich bin mir ziemlich sicher, er wird es wieder tun, wenn sich die Gelegenheit bietet.

    Das Wetter war topp, wir sind direkt weitergefahren. Meint ihr es hätte etwas gebracht, wenn wir zu dritt direkt eine Anzeige aufgegeben hätten? Oder hätte wir da eine Stunde für nichts investiert?
    Vorsätzliche Tat und ihr ward zu dritt. Da bringt es mit Sicherheit was. Ich nicht nachvollziehen warum ihr keine Anzeige erstatttet habt??
    Geändert von Coswiger (25.11.2014 um 11:39 Uhr)
    Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.

  8. #148
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    Yep, direkt zu nächsten Polizeidienststelle und Anzeige machen. Uneinsichtigkeit gehört bestraft.
    Da er als Handwerker sicherlich auf den Lappen angewiesen ist, dürfte das ganze recht unangenehm für ihn werden, zumal Aussage Drei gegen Einen.
    Hätte er allerdings auf die Ansprache hin anders reagiert -sprich Einsicht bekannt- na ja, müssig darüber zu diskutieren...
    “Gar nichts erlebt. Auch schön.”

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