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  1. #1
    cg75 Gast

    Vertrauen in die Wissenschaft

    Vertrauen in die Wissenschaft?
    In den letzten Jahren habe ich in vielen Diskussionen, Artikeln, Büchern, Foren mehr und mehr das Gefühl, dass Vertrauen in die Wissenschaft verloren geht.
    Sowohl im beruflichen Umfeld (Medizin), als auch im privaten Umfeld empfinde ich das schon länger so.
    Einen guten Startpunkt für die Diskussion finde ich den Zeitartikel über das Impfen:

    https://www.zeit.de/wissen/gesundhei...kritik/seite-2

    Das Thema scheint offenbar auch offenbar anderen am Herzen zu liegen:
    https://www.helmholtz.de/wissenschaf...rschung_haben/

    https://www.wissenschaftskommunikati...-fakten-18047/

    Woher kommt das, ist das eine Fehlwahrnehmung meinerseits oder wirklich eine aktuelle gesellschaftliche Strömung? Liegt es am Internet (wo jeder D E P P seine Meinung zu allem und jedem kundtun kann und das Filtern der Wertigkeit der Informationen die eigentliche Aufgabe für den Fachmann im jeweiligen Gebiet ist)?
    Liegt es an einer Sehnsucht nach „Esoterik“?
    Eine blinde Wissenschafts- oder Fortschrittsgläubigkeit ist sicher auch nicht wünschenswert, aber so ein gewisses Vertrauen in Experten schadet sicher nicht.
    Wie sehr Ihr das, was für Erfahrungen macht Ihr im privaten und beruflichen Umfeld?

    Und gleich zu Anfang, dass soll KEIN Politik Thread werden, also bitte diesbezüglich zurück halten.

  2. #2
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    Sehe das mit gleich großer Sorge wie Du, cg75,

    das finde ich dazu treffend

    Ist das Internet also der perfekte Nährboden für Verschwörungstheorien? "Das Internet öffnet den kommunikativen Raum und das ist zunächst eine grandios gute Nachricht", so Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. "Aber es heißt eben auch, jeder kann sich im Internet die Bestätigung holen für das, was er ohnehin glaubt und für wahr hält." Das Netz sei "eine gigantische Bestätigungsmaschine" und so eben auch "ein wunderbarer Nährboden für Verschwörungstheorien aller Art

    Was die Anhänger von Verschwörungstheorien fasziniert, ist, dass sie sich durch diese aus der breiten Masse herausheben können", sagt Michael Butter. "Man ist plötzlich einer der wenigen, die verstanden haben, wie die Welt wirklich funktioniert, während die breite Masse angeblich schlafend und mit geschlossenen Augen durchs Leben läuft." Insofern würde der Glaube an Verschwörungstheorien im gewissen Maße Macht versprechen - und fände deshalb generell Anhänger in allen Gesellschaftsschichten, bei beiden Geschlechtern, in allen Religionen.
    http://faktenfinder.tagesschau.de/hi...orien-109.html
    Wer zu lange gegen Drachen kämpft, wird selbst zum Drachen. (A. Strindberg)

  3. #3
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    Würde gleich zu anfang der Diskussion die

    Geisteswissenschaftler

    von den

    Naturwissenschaftlern

    unterscheiden.

    Die Naturwissenschaftler werden vom lieben Gott kontrolliert. Eine Brücke die falsch berechnet ist stürzt ein. Ein ABS System vom Auto funzt nicht wenn Fehler z.B. in der Software sind.

    Die Wissenschaft eines Rechtsanwaltes (Nachtrag: oder Richters) endet an der Landesgrenze. Zeitlich gesehen reicht die zurück bis zur NS Zeit. Bei jedem wechsel des politischen System gibts ne neue Wissenschaft.
    Die Wissenschaft eines Betriebswirtschafters basiert zu großen Teilen auf Theorien.
    Geändert von Oposum (28.08.2018 um 18:00 Uhr)

  4. #4
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    Auf jeden Fall interessant. Mir fällt im privaten Umfeld auf, dass jeder abstruse Hokuspokus als Wissenschaft bzw. als wissenschaftlich belegt behauptet wird, um der Sache mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Z.B. das "Besprechen von Pflanzen", "Information von Wasser" und solche Sachen. Impfungen sind auch immer ein ganz heißes Thema . Oder Homöopathie. Ich werde teils schon als ignorant bzw. als "Unwissender" betrachtet, nur weil ich das Frage stelle und keine Globuli nehme. Also ich beobachte unter den Kritikern der "klassischen" Wissenschaften auf jeden Fall eine Art Missionierungsdrang. Ich empfinde das als unangenehm.
    Once I saw the river clean

  5. #5
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    Zitat Zitat von seankelly Beitrag anzeigen
    Auf jeden Fall interessant. Mir fällt im privaten Umfeld auf, dass jeder abstruse Hokuspokus als Wissenschaft bzw. als wissenschaftlich belegt behauptet wird, um der Sache mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Z.B. das "Besprechen von Pflanzen", "Information von Wasser" und solche Sachen. Impfungen sind auch immer ein ganz heißes Thema . Oder Homöopathie. Ich werde teils schon als ignorant bzw. als "Unwissender" betrachtet, nur weil ich das Frage stelle und keine Globuli nehme. Also ich beobachte unter den Kritikern der "klassischen" Wissenschaften auf jeden Fall eine Art Missionierungsdrang. Ich empfinde das als unangenehm.
    Oh, gut, dass mein "privates Umfeld" da ganz anders drauf ist. Ich mach mir Sorgen um Dich.
    Mihambo!

  6. #6
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    Zitat Zitat von Oposum Beitrag anzeigen
    Würde gleich zu anfang der Diskussion die

    Geisteswissenschaftler

    von den

    Naturwissenschaftlern

    unterscheiden.

    Die Naturwissenschaftler werden vom lieben Gott kontrolliert. Eine Brücke die falsch berechnet ist stürzt ein. Ein ABS System vom Auto funzt nicht wenn Fehler z.B. in der Software sind.

    Die Wissenschaft eines Rechtsanwaltes endet an der Landesgrenze. Zeitlich gesehen reicht die zurück bis zur NS Zeit. Bei jedem wechsel des politischen System gibts ne neue Wissenschaft.
    Die Wissenschaft eines Betriebswirtschafters basiert zu großen Teilen auf Theorien.
    Die Naturwissenschaftler driften ja auch immer mehr ab. Zumindest in der Teilchenphysik werden massenhaft Theorien aufgestellt, die sich nicht mehr falsifizieren lassen. Multiversum, Stringtheorie, Quantenloopgravitation. Seit alle falsifizierbaren Theorien dummerweise im LHC keine Bestätigung finden, sind die nur noch am Spinnen. Manche meinen sogar, dass es reichen muss, wenn eine Theorie konsistent ist. Andere protestieren, das sei keine Wissenschaft mehr. Details unter spektrum.de.

  7. #7
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    Die größten Wissenschaftsskeptiker sind oft diejenigen, die eigentlich keine Ahnung von Wissenschaft haben.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Oposum Beitrag anzeigen
    Würde gleich zu anfang der Diskussion die

    Geisteswissenschaftler

    von den

    Naturwissenschaftlern

    unterscheiden.


    Die Wissenschaft eines Rechtsanwaltes endet an der Landesgrenze. Zeitlich gesehen reicht die zurück bis zur NS Zeit. Bei jedem wechsel des politischen System gibts ne neue Wissenschaft.
    Die Wissenschaft eines Betriebswirtschafters basiert zu großen Teilen auf Theorien.
    Auch in den Sozialwissenschaften gibt es eherne Grundsätze. Aber klar, wie auch in den Naturwissenschaften entwickeln sich Methoden und Erkenntnisse.

    Aber auch in den Naturwissenschaften ist nichts ehern.

    Aristoteles Modell gilt eigentlich heute noch in groben Zügen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik_(Aristoteles)
    Mihambo!

  9. #9
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    Zitat Zitat von cg75 Beitrag anzeigen
    Das Thema scheint offenbar auch offenbar anderen am Herzen zu liegen:
    https://www.helmholtz.de/wissenschaf...rschung_haben/
    Grundlagenforschung muss keinen offentsichtlichen praktischen Nutzen haben. Es muss Neugier befriedigen.

    Ansonsten: So manches Projekt dient nur der Arbeitsplatzerhaltung.
    Ich bin das Bit. | Ich bin das Byte. | Ich bin das Internet.

  10. #10
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    Zitat Zitat von KeinerEiner Beitrag anzeigen
    Die Naturwissenschaftler driften ja auch immer mehr ab. Zumindest in der Teilchenphysik werden massenhaft Theorien aufgestellt, die sich nicht mehr falsifizieren lassen. Multiversum, Stringtheorie, Quantenloopgravitation. Seit alle falsifizierbaren Theorien dummerweise im LHC keine Bestätigung finden, sind die nur noch am Spinnen. Manche meinen sogar, dass es reichen muss, wenn eine Theorie konsistent ist. Andere protestieren, das sei keine Wissenschaft mehr. Details unter spektrum.de.
    Aber das ist ja schon ein alter Hut und führte zum Beispiel zu Fritjof Capra

    Er versucht, mit einem ganzheitlich-systemischen Ansatz eine Verbindung zwischen östlicher Mystik und moderner Physik herzustellen und setzt sich für eine nachhaltige ökologische Lebensweise in einer globalen Zivilgesellschaft ein.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Fritjof_Capra

    den wir Anfang 80er Sinn suchend, Technik-kritisch als junge Studenten erst mal begeisterst gelesen haben ....
    Wer zu lange gegen Drachen kämpft, wird selbst zum Drachen. (A. Strindberg)

  11. #11
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    Zitat Zitat von big-foot Beitrag anzeigen
    Aber das ist ja schon ein alter Hut und führte zum Beispiel zu Fritjof Capra



    https://de.wikipedia.org/wiki/Fritjof_Capra

    den wir Anfang 80er Sinn suchend, Technik-kritisch als junge Studenten erst mal begeisterst gelesen haben ....
    ...was auch gut war so. Denn die eigentlich Frage geht ja nicht um die "Wissenschaften" an sich, sondern um den Wissenschaftsbetrieb.
    Mihambo!

  12. #12
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    Zitat Zitat von KeinerEiner Beitrag anzeigen
    Die Naturwissenschaftler driften ja auch immer mehr ab. Zumindest in der Teilchenphysik werden massenhaft Theorien aufgestellt, die sich nicht mehr falsifizieren lassen. Multiversum, Stringtheorie, Quantenloopgravitation. Seit alle falsifizierbaren Theorien dummerweise im LHC keine Bestätigung finden, sind die nur noch am Spinnen. Manche meinen sogar, dass es reichen muss, wenn eine Theorie konsistent ist. Andere protestieren, das sei keine Wissenschaft mehr. Details unter spektrum.de.
    nun,
    es gibt eine Zeit in der die Wissenschaftler Wissen schaffen

    und

    einen Zeitpunkt ab dem die Wissenschaftler das Wissen geschaffen haben.

  13. #13
    Voreifelradler Gast
    Also ich finde Chemtrails sehr gefährlich!

  14. #14
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    Zitat Zitat von cg75 Beitrag anzeigen
    Vertrauen in die Wissenschaft?
    In den letzten Jahren habe ich in vielen Diskussionen, Artikeln, Büchern, Foren mehr und mehr das Gefühl, dass Vertrauen in die Wissenschaft verloren geht.
    Ein generelles Problem bei der Diskussion um die Wissenschaft dürfte sein, dass es kein Monopol auf Wissen mehr gibt. Jeder kann alles im Netz recherchieren ... oder eben auch nicht, wenn er nicht recherchieren kann. Wissen ist durch das Internet nicht mehr auf einen elitären Kreis begrenzt. Dadurch fühlt sich jeder in der Position, sich Wissen und Unwissen anzueignen und dementsprechend auch bei jedem Schaisz mitzureden oder es besser zu wissen.

    Aber das ist nur eine Seite.

    In die Wissenschaft an sich braucht man kein Vertrauen zu verlieren. Aber manchmal verliert man das Vertrauen in der Hinsicht, dass es Forschungsprojekte gibt, deren Nutzen[sic!] augenscheinlich nicht vorhanden ist. Oftmals ist es so, dass ein Projekt finanziert wird, dass im Prinzip gleich dem Vorgängerprojekt ist, bloß in Grün.
    Aber das sind institutionelle Probleme, aus denen das resultiert. Keine inhaltlichen Probleme.
    Geändert von fassa (28.08.2018 um 18:05 Uhr)
    Ich bin das Bit. | Ich bin das Byte. | Ich bin das Internet.

  15. #15
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    Zitat Zitat von fassa Beitrag anzeigen
    Ein generelles Problem bei der Diskussion um die Wissenschaft dürfte sein, dass ein kein Monopol auf Wissen mehr gibt. Jeder kann alles im Netz recherchieren ... oder eben auch nicht, wenn er nicht recherchieren kann. Wissen ist durch das Internet nicht mehr auf einen elitären Kreis begrenzt. Dadurch fühlt sich jeder in der Position, sich Wissen und Unwissen anzueignen und dementsprechend auch bei jedem Schaisz mitzureden oder es besser zu wissen.

    Aber das ist nur eine Seite.

    In die Wissenschaft an sich braucht man kein Vertrauen zu verlieren. Aber manchemal verliert man das Vertrauen in der Hinsicht, dass es Forschungsprojekte gibt, deren Nutzen[sic!] augenscheinlich ncht vorhanden ist. Oftmals ist es so, dass ein Projekt finanziert wird, dass im Prinzip gleich dem Vorgängerprojekt ist, bloß in Grün.
    Aber das sind institutionelle Probleme, aus denen das resultiert. Keine inhaltlichen Probleme.
    Eben deshalb sollte der Begriff erst mal definiert sein, weshalb ich von Wissenschaftsbetrieb spreche, nicht von Wissenschaft. Forschung ist auch nicht gleich Wissenschaft. Jedenfalls dann nicht, wenn die Thesen und Prämissen schon gerichtet sind. Was heute oft genug geschieht.
    Mihambo!

  16. #16
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    Zitat Zitat von rumplex Beitrag anzeigen
    Forschung ist auch nicht gleich Wissenschaft.
    Gibt ja einen Unterschied zwischen Forschung&Entwicklung und Wissenschaft.
    Der Entwickler will wissen, dass es funktioniert.
    Der Wissenschaftler will wissen, warum es funktioniert.

    PS: Der Wissenschaftsbetrieb ist ein inzestuöser Sauhaufen.
    Ich bin das Bit. | Ich bin das Byte. | Ich bin das Internet.

  17. #17
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    Zitat Zitat von fassa Beitrag anzeigen
    Gibt ja einen Unterschied zwischen Forschung&Entwicklung und Wissenschaft.
    Der Entwickler will wissen, dass es funktioniert.
    Der Wissenschaftler will wissen, warum es funktioniert.

    PS: Der Wissenschaftsbetrieb ist ein inzestuöser Sauhaufen.
    Deshalb hätte ich die Begrifflichkeit gerne genauer beschrieben. Aber ich denke, es geht um den Wissenschaftsbetrieb.
    Mihambo!

  18. #18
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    Zitat Zitat von rumplex Beitrag anzeigen
    Deshalb hätte ich die Begrifflichkeit gerne genauer beschrieben. Aber ich denke, es geht um den Wissenschaftsbetrieb.

  19. #19
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    Zitat Zitat von Voreifelradler Beitrag anzeigen
    Also ich finde Chemtrails sehr gefährlich!
    Deswegen die Globuli immer in gerader Anzahl einnehmen!

  20. #20
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    Zitat Zitat von fassa Beitrag anzeigen
    Gibt ja einen Unterschied zwischen Forschung&Entwicklung und Wissenschaft.
    Der Entwickler will wissen, dass es funktioniert.
    Der Wissenschaftler will wissen, warum es funktioniert.

    PS: Der Wissenschaftsbetrieb ist ein inzestuöser Sauhaufen.
    Das betrifft aber eher die Geisteswissenschaften

    https://www.deutschlandfunkkultur.de...icle_id=415080
    Wer zu lange gegen Drachen kämpft, wird selbst zum Drachen. (A. Strindberg)

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