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  1. #1
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    Probleme mit Faszienlücke am linken Unterschenkel - Rat benötigt

    Liebe Radsportgemeinde,
    ich habe ein Problem mit einer Faszienlücke am linken Unterschenkel (links außen vom Schienbein).
    Diese habe ich wahrscheinlich aufgrund einer Verletzung in der Jugend schon seit über 20 Jahre.
    Seit gut 3 Jahren fahre ich regelmäßig Rennrad. Bisher hatte ich mit dieser Lücke relativ wenig Probleme, außer beim Schwimmen. Gelaufen bin ich meistens mit Kompressionsstrümpfen, auch weil ich ausschließlich im Winter laufe und daher schaden die langen Strümpfe nicht wirklich. Seit 1 Monat macht mir die besagte Stelle aber auch beim Radfahren erhebliche Probleme (es tritt ein Knubbel zum Vorschein). Auf dem Radtrainer ist es beinahe unerträglich bzw. kann ich kaum Druck ausüben.

    Ich war im September bei einem Phlebologen in Passau, aber der meinte, dass ein Eingriff nicht notwendig sei und ein Nähen an dieser Stelle nicht viel bringt, weil sie wohl wieder aufbrechen würde. Da sich aber, wie bereits gesagt, die Probleme mittlerweile verstärkt haben, wollte ich euch bitte mal um Rat fragen. Du muss man doch irgendetwas machen können?

    Ein Sportmediziner/Arzt/Phlebologe zwischen Passau und München wäre ganz praktisch.
    Vielen Dank!

  2. #2
    derpuma ist offline Alles ist einfach, bist du einfach gestrickt...
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    Zitat Zitat von Erwin81 Beitrag anzeigen
    Liebe Radsportgemeinde,
    ich habe ein Problem mit einer Faszienlücke am linken Unterschenkel (links außen vom Schienbein).
    Diese habe ich wahrscheinlich aufgrund einer Verletzung in der Jugend schon seit über 20 Jahre.
    Seit gut 3 Jahren fahre ich regelmäßig Rennrad. Bisher hatte ich mit dieser Lücke relativ wenig Probleme, außer beim Schwimmen. Gelaufen bin ich meistens mit Kompressionsstrümpfen, auch weil ich ausschließlich im Winter laufe und daher schaden die langen Strümpfe nicht wirklich. Seit 1 Monat macht mir die besagte Stelle aber auch beim Radfahren erhebliche Probleme (es tritt ein Knubbel zum Vorschein). Auf dem Radtrainer ist es beinahe unerträglich bzw. kann ich kaum Druck ausüben.

    Ich war im September bei einem Phlebologen in Passau, aber der meinte, dass ein Eingriff nicht notwendig sei und ein Nähen an dieser Stelle nicht viel bringt, weil sie wohl wieder aufbrechen würde. Da sich aber, wie bereits gesagt, die Probleme mittlerweile verstärkt haben, wollte ich euch bitte mal um Rat fragen. Du muss man doch irgendetwas machen können?

    Ein Sportmediziner/Arzt/Phlebologe zwischen Passau und München wäre ganz praktisch.
    Vielen Dank!
    Also nach meinem Kenntnisstand sollte man bei Problemen schon nen operativen Eingriff in Betracht ziehen. Wenn die Probleme bei dir tatsächlich so extrem sind, würde ich zu ner Zweitmeinung anraten. Wie wurde denn diagnostiziert? Wahrscheinlich Sonographie/Ultraschall? Wurde da auch unter Belastung/Bewegung untersucht? Hat dich der Arzt mal aufs Ergometer gesetzt und sich die Probleme während der Bewegung angeschaut? Wie die Erfolgsaussichten ner Operation sind hängt sicher auch von der Größe/Länge der Hernie ab. Zudem gibts ja diverse OP Techniken um sowas zu schließen. Stoß auf Stoß Naht, Türflügelplastik, Fasziendopplung, Cutis-Plastik, Einsatz von einem Netz, etc...

    Das PDF hier sollte dich schonmal gut vorab informieren, falls du dir da noch nen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten und Erfolgsaussichten verschaffen möchtest. Dort ist einiges Zusammengefasst.
    https://d-nb.info/1049437713/34

  3. #3
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    Super, ich danke dir! Das werde ich mir heute mal durchlesen.
    Mein Schwager (Dermatologe) hatte auch eine Perforansvene in Verdacht. Daraufhin habe ich besagten Termin am 21.9. in PA (Anruf war im Juli) vereinbart. Leider war das ganze Gespräch sehr kurz (ca. 5min) und er hat mein Bein geschallt, Venenklappenfunktion überprüft und es mir kurz am Bildschirm gezeigt. Belastungstests fanden leider gar nicht statt. Das Einzige was ich eigentlich mitgenommen habe, waren die geringen Erfolgsaussichten bei einer OP. Das hat mich nicht sonderlich zufrieden gestellt, aber zum damaligen Zeitpunkt konnte ich es noch hinnehmen. Jetzt schränkt es aber bereits meinen Alltag ein (5min schnelles Gehen und ich bekomme Schmerzen)...

    Die Beule im Bild habe ich jetzt ohne große Vorbelastung einfach im Stehen provoziert:
    Geändert von Erwin81 (29.12.2018 um 14:27 Uhr)

  4. #4
    derpuma ist offline Alles ist einfach, bist du einfach gestrickt...
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    Zitat Zitat von Erwin81 Beitrag anzeigen
    Super, ich danke dir! Das werde ich mir heute mal durchlesen.
    Mein Schwager (Dermatologe) hatte auch eine Perforansvene in Verdacht. Daraufhin habe ich besagten Termin am 21.9. in PA (Anruf war im Juli) vereinbart. Leider war das ganze Gespräch sehr kurz ca. 5min und er hat mein Bein geschallt, Venenklappenfunktion überprüft und es mir kurz am Bildschirm gezeigt. Belastungstest fanden leider gar nicht statt. Das einzige was ich eigentlich mitgenommen habe, waren die geringen Erfolgsaussichten bei einer OP. Das hat mich nicht sonderlich zufrieden gestellt, aber zum damaligen Zeitpunkt konnte ich es noch hinnehmen. Jetzt schränkt es aber bereits meinen Alltag ein (5min schnelles Gehen und ich bekommen Schmerzen)...

    Die Beule im Bild habe ich jetzt ohne große Vorbelastung einfach im Stehen provoziert:
    Das sich wenig Zeit genommen wird ist ja leider keine Seltenheit. Wurde die Hernie auch geschallt oder nur die Venenklappen? Bilder hast du keine mitbekommen? Ich kann dir leider keinen Arzt in deiner Umgebung empfehlen. Ich schätze mal die Hernie auf 2 cm, vielleicht ein wenig mehr, kann aber auch wesentlich kleiner sein. Das was heraustritt, drückt sich oft auch durch erstaunlich kleine Öffnungen. Wenn du sportlch aktiv bleiben möchtest, sehe ich zur Naht kaum Alternativen. Ich denke bei starker Belastung wird die Beule sicher noch grösser? Neben Kompressionsstrümpfen wäre noch punktuelles tapen möglich, ist aber sicher keine Dauerlösung: https://youtu.be/BX7m3uVWLHg
    Vielleicht kann dir ja hier noch jemand nen anderen Spezialisten in deiner Nähe empfehlen. Am besten nen Arzt, der es auf dem Schirm hat, dass du noch jahrelang Sport treiben möchtest und nicht sagt, "ja dann lassen sie das mit dem Sport".
    Was mich wundert, ist die Sache, dass du Probleme damit beim Schwimmen hattest. Das war dann sicherlich beim Brustbeinschlag oder der Wende (Abstossen)? Beim normalem Kraulen sind die Schienbeinmuskel und Zehenstrecker ja eher nicht so extrem stark belastet. Oder hast du nen ausgeprägten Beinschlag? Kompression vom Wasser ist ja eigentlich auch eher problemminimierend.

    Am Rande:
    Das derartige Faszienverletzingen operierbar sind (und das auch in wesentlich deutlicherer Ausprägung) zeigt das Beispiel Ewald Lienen. https://youtu.be/AD7_WZXxWU0
    Er hat nach dieser Verletzung auch noch jahrelang auf Profiniveau Fussball gekickt.
    Natürlich muss man im Detail immer den Einzelfall anschauen und individuell bewerten. Ich glaub aber aus dem Bauch raus, dass man das in deinem Fall ganz gut operativ versorgen kann. Bin mal gespannt was ein weiterer Arzt meint.

  5. #5
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    Vielen Dank für deine fundierten Antworten und deine aufbauenden Worte. Das weiß ich sehr zu schätzen!

    Zitat Zitat von derpuma Beitrag anzeigen
    Das sich wenig Zeit genommen wird ist ja leider keine Seltenheit. Wurde die Hernie auch geschallt oder nur die Venenklappen? Bilder hast du keine mitbekommen? Ich kann dir leider keinen Arzt in deiner Umgebung empfehlen.
    Die Hernie wurde geschallt. Aber großartig Worte hat er darüber nicht verloren. Leider auch keine Bilder bekommen und ich denke er hat auch keine gemacht. Ich bekam ja nur die Live-Bilder zu sehen und mir ist nicht aufgefallen, dass er hier Standbilder gemacht hat... Wie gesagt, 130km gefahren, ein paar Überstunden abgebaut und auf den Termin 2 Monate gewartet. Mit dem Ergebnis, dass ich nach gut 5min wieder aus dem Behandlungszimmer raus war. Nicht ganz so prickelnd, vielleicht hätte ich hier auch besser nachhaken sollen!

    Zitat Zitat von derpuma Beitrag anzeigen
    Ich schätze mal die Hernie auf 2 cm, vielleicht ein wenig mehr, kann aber auch wesentlich kleiner sein. Das was heraustritt, drückt sich oft auch durch erstaunlich kleine Öffnungen. Wenn du sportlch aktiv bleiben möchtest, sehe ich zur Naht kaum Alternativen. Ich denke bei starker Belastung wird die Beule sicher noch grösser? Neben Kompressionsstrümpfen wäre noch punktuelles tapen möglich, ist aber sicher keine Dauerlösung: https://youtu.be/BX7m3uVWLHg
    Genau, ca. 2cm im Durchmesser. Wenn ich den Fuß Richtung Schienbein ziehe, bekomme ich an dieser Stelle eine kleine Mulde. Vorgestern als ich draussen gefahren bin, konnte ich nach ca. 20min nicht mehr so fahren wie ich könnte/wollte. Habe dann die Runde verkürzt, um nach 340hm und 33km wieder zu Hause zu sein. Gefahren bin ich das erste Mal mit Kompressionsstrümpfen und langer Hose, aber etwas kleineren Schuhe, weil die Schuhe mit halber Nr. größer beim Trainer standen und ich vom Keller nicht noch einmal hochlaufen wollte (war eh schon spät dran). Im Herbst musste ich mal bei einem kleinen Anstieg direkt stehenbleiben. Da wurden die Schmerzen zu groß und mir ist aufgefallen, dass ich die Schuhe recht eng getragen hatte. Zu enges Schuhwerk wirkt sich also negativ aus, beeinflusst den Blut-Rückfluss oder es kommt zum Stau. Der Zusammenhang ist mir noch nicht ganz klar.
    Ich fahre außerdem eine recht hohe Kadenz von ca. 100. Auch am Berg fühlt sich eine Trittfrequenz >90 für mich besser an.
    Habe die relativ hohe Trittfrequenz nicht extra trainiert, sondern das hat sich so irgendwie eingependelt. Wenn ich Segmente attackiere, bin ich auch gern mal im Bereich 105-110. Auf was ich eigentlich hinaus will: kurze Anspannungen der Wadenmuskulatur mach(t)en bis jetzt zumindest keine/weniger Probleme. Man sieht zwar die Beule auch immer wieder mal, aber gespürt habe ich nichts. Jetzt beginnen die Schmerzen nach ca. 15min und verschwinden auch bei weniger Last von selber kaum noch. Kurzes Stehenbleiben und Fuß hoch hilft aber. Beim Tennisspielen habe ich noch keine Probleme. Die Pausen zwischen den Ballwechseln reichen hier anscheinend aus.
    An Tapen habe ich auch schon gedacht, aber da muss ich mir erst entsprechendes Material besorgen. Und wie du schon angemerkt hast, ist das auch keine befriedigende Dauerlösung!

    Zitat Zitat von derpuma Beitrag anzeigen
    Vielleicht kann dir ja hier noch jemand nen anderen Spezialisten in deiner Nähe empfehlen. Am besten nen Arzt, der es auf dem Schirm hat, dass du noch jahrelang Sport treiben möchtest und nicht sagt, "ja dann lassen sie das mit dem Sport".
    Das wäre wünschenswert. Mit 37 Jahren gehöre ich ja auch noch nicht direkt zum alten Eisen und hab ansonsten ja keine Schwierigkeiten. Weder Knie- noch Rückenschmerzen. Wäre schon sehr ärgerlich, wenn dadurch kein Ausdauersport mehr möglich wäre. Auf handbetriebene Liegeräder, etc. habe ich wenig Lust.

    Zitat Zitat von derpuma Beitrag anzeigen
    Was mich wundert, ist die Sache, dass du Probleme damit beim Schwimmen hattest. Das war dann sicherlich beim Brustbeinschlag oder der Wende (Abstossen)? Beim normalem Kraulen sind die Schienbeinmuskel und Zehenstrecker ja eher nicht so extrem stark belastet. Oder hast du nen ausgeprägten Beinschlag? Kompression vom Wasser ist ja eigentlich auch eher problemminimierend.
    Das war beim Brustschwimmen. Ich denke schon, dass mein Beinschlag ausgeprägt ist, aber eine tolle Technik beherrsche ich bestimmt nicht. Ich bin zwar schneller als der Ottonormalschwimmer, aber mit Sportschwimmen hat das auch eher weniger zu tun. Kraulen kann ich quasi nicht wirklich, vom Beckenrand aus könnte man wohl meinen, da ist einer kurz vorm Absaufen.

    Zitat Zitat von derpuma Beitrag anzeigen
    Am Rande:
    Das derartige Faszienverletzingen operierbar sind (und das auch in wesentlich deutlicherer Ausprägung) zeigt das Beispiel Ewald Lienen. https://youtu.be/AD7_WZXxWU0
    Er hat nach dieser Verletzung auch noch jahrelang auf Profiniveau Fussball gekickt.
    Natürlich muss man im Detail immer den Einzelfall anschauen und individuell bewerten. Ich glaub aber aus dem Bauch raus, dass man das in deinem Fall ganz gut operativ versorgen kann. Bin mal gespannt was ein weiterer Arzt meint.
    Hui, das sieht echt übel aus! Aber da sieht man auch, was wiederum alles möglich ist.

  6. #6
    derpuma ist offline Alles ist einfach, bist du einfach gestrickt...
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    Zitat Zitat von Erwin81 Beitrag anzeigen
    Im Herbst musste ich mal bei einem kleinen Anstieg direkt stehenbleiben. Da wurden die Schmerzen zu groß und mir ist aufgefallen, dass ich die Schuhe recht eng getragen hatte. Zu enges Schuhwerk wirkt sich also negativ aus, beeinflusst den Blut-Rückfluss oder es kommt zum Stau. Der Zusammenhang ist mir noch nicht ganz klar.

    An Tapen habe ich auch schon gedacht, aber da muss ich mir erst entsprechendes Material besorgen. Und wie du schon angemerkt hast, ist das auch keine befriedigende Dauerlösung!

    Also dein Problem könnte unter Umständen daran liegen, dass unter Belastung ein Gefäß mit aus der Hernie herausgedrückt oder geklemmt wird, was dann natürlich den Blutfluß hemmt. Eventuell die vordere Schienbeinarterie, oder ein Nerv (oberflächlicher oder tiefer Wadenbeinnerv)... Darum sollte man sowas auch immer unter Belastung untersuchen.

    Das der Arzt keine Bilder aufgenommen hat kann ich kaum glauben. Das gehört eigentlich zur Dokumentation und in vielen Fällen bekommt man auf Nachfrage auch problemlos einen Ausdruck mit auf den Heimweg.

    Versuch doch übergangsweise mal ein festeres aber nicht zu festes Tapen und schau wie es damit ist. Ich empfehle hier recht breit zu gehen, gerne 6-8 cm über die Hernie. Ich geh stark davon aus, dass du damit deine akuten Probleme bei der Belastung deutlich reduzieren kannst. Zudem überbrückt das die Wartezeit auf den nächsten Artztermin, denn die wird wahrscheinlich leider wieder anstehen.

    Erst mal alles gute bis dahin und immer optimistisch bleiben!

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