Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 21 bis 33 von 33
  1. #21
    Registriert seit
    May 2003
    Ort
    Landshut
    Beiträge
    432
    Puh, das hört sich wirklich übel an. Ich kann nur raten, bei einem derart akuten, massiven Schub den Weg zur "Psychatrie" (hier heisst das Bezirkskrankenhaus) nicht zu scheuen. Ich habe ähnliches (wenn auch nicht mit Panikschüben) im engsten Umfeld erlebt bei meiner Frau. Die hatte das allerdings über Jahre vor mir und den Kindern verheimlicht, bis es im Frühjahr 2015 in einen glücklicherweise gescheiterten Suizidversuch mündete. BKH bedeutet keineswegs, dass man da in einer Jacke an irgendwas festgeschnallt wird.

    Edit: Jetzt möchte ich noch auf Deinen zweiten Punkt, wie Du mit der Situation umgehen sollst, eingehen. Sorry, dass ich dafür viel über mich in der Situation 2015 erzählen muss, aber ich glaube, das dient der Erläuterung. Ich wurde vom Suizidversuch meiner Frau völlig überrascht, als ich abends aus dem Büro kam und vor unserem Haus Polizei und Rettungswagen stehen sah. Meine Frau wurde dann ins BKH eingeliefert (und blieb dort ca. 8 Wochen stationär) und ich stand da, gegen 20:00 Uhr, alleine mit zwei 9 und 7 Jahre alten Kindern. Mich hat die Situation völlig überfordert; ich habe aber von Anfang an offensiv gehandelt und kommuniziert, dass ich überfordert bin und selber Hilfe brauche. Konkret habe ich am nächsten Tag sofort meinen Chef informiert, was passiert ist und dass ich in den nächsten Wochen sehr viel abwesend sein werde, auch oft spontan, dafür ab Wochenende dann im Büro. Ich hatte das große Glück, einen sehr verständnisvollen Chef zu haben. Ich habe auch im BKH mit den behandelnden Ärzten das Gespräch gesucht und deren Angebot angenommen, selbst mit ihnen länger zu sprechen. Ich hatte während des stationären Aufenthalts meiner Frau sicher 2 bis 3 lange Gespräche mit dem behandelnden Arzt, die mir sehr geholfen haben. Je nach endgültige Diagnose würde ich auch die Suche nach Selbsthilfegruppen für Angehörige beginnen, die es durchaus gibt. Was ich damit sagen will: Niemand erwartet von Dir, dass Du alleine mit der Situation klarkommen musst. Du hast als Angehöriger das Recht, dass man auch Dir hilft. Und sollten es psychische Ursachen bei Deiner Lebensgefährtin sein: Nimm nicht die Last auf Dich, ihr Therapeut zu werden. Das kannst Du nicht, und das ist auch nicht Deine Aufgabe.
    Geändert von Reifenpanne (18.04.2019 um 10:35 Uhr)

  2. #22
    Registriert seit
    Sep 2002
    Ort
    Unterhaching
    Beiträge
    3.508
    Hallo PKF,

    ich würde zuerst - und wie schon hier empfohlen - möglichst schnell einen umfassenden ärztlichen Check-up machen lassen. Einige mögliche Ursachen wurden ja schon genannt. Entweder wird etwas Konkretes festgestellt oder körperlich ist alles in Ordnung. Und gerade letztgenannte Diagnose kann u. U. zur Besserung oder völligem Ausbleiben weiterer Panikattacken beitragen. Da spreche ich aus jüngerer, eigener Erfahrung!

    Bei mir waren es vor etwa 1,5 Jahren auch einige wenige kurze Schwindelanfälle, die dann zu plötzlichen, unangekündigten Panikattacken geführt haben. An einer roten Ampel im Auto hatte ich schon das Handy in der Hand, um die 112 zu rufen, weil ich in Panik jeden Augenblick mit einem fatalen Herzinfarkt rechnete. Und ich bin beileibe kein Hypochonder, eher im Gegenteil (Krankenhäuser besuche ich nur mit Notfalleinweisungen, weil ich mich vorher nicht drum geschert habe). Man beginnt nach solchen Vorfällen aber unbewusst damit, verstärkt in seinen Köprer hineinzuhören und schon bei kleinstem Unwohlsein Panik vor einer eventuellen neuen Panikattacke zu bekommen.

    Nach anschließendem Check-up inkl. vom Kardiologen schnellstmöglich verordnetem Herzkatheter wurden eher harmlose Auslöser festgestellt. Mit diesem Wissen steigert sich meine Psyche bei erneuten Symptomen anscheinend nicht mehr in Panikattacken.
    Geändert von Birdman (18.04.2019 um 11:16 Uhr)
    Viele Grüße, Birdman

  3. #23
    Registriert seit
    Feb 2019
    Beiträge
    92
    Zitat Zitat von Birdman Beitrag anzeigen
    ich würde zuerst - und wie schon hier empfohlen - möglichst schnell einen umfassenden ärztlichen Check-up machen lassen. Einige mögliche Ursachen wurden ja schon genannt. Entweder wird etwas Konkretes festgestellt oder körperlich ist alles in Ordnung. Und gerade letztgenannte Diagnose kann u. U. zur Besserung oder völligem Ausbleiben weiterer Panikattacken beitragen. Da spreche ich aus jüngerer, eigener Erfahrung!.
    Unbedingtes + 1.

    Vor schnellen Psychologenbesuchen oder gar klinischer (Notfall-) Psychiatrie würde ich abraten. Die werden oft eher Teil des Problems denn der Lösung ...

  4. #24
    Registriert seit
    Sep 2002
    Ort
    Stadt der dicken Pötte
    Beiträge
    9.676
    Oh, man, alles Gute.

    Wie schon erwähnt, können auch neurologische Ursachen dahinter stecken. Da sollte gründliche Diagnostik erfolgen, bevor man vorschnell die psychiatrische Schiene fährt.
    Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet
    und erst recht nicht, wie andere es gerne hätten

  5. #25
    Registriert seit
    Jun 2014
    Beiträge
    739
    Blog-Einträge
    2
    Eine Freundin von mir hat drei Jahre mit Panikattacken gekämpft, die kamen ganz plötzlich und unerwartet, ohne plausible Zusammenhänge zur Situation. Bei ihr war nicht die Schilddrüse involviert. Es gibt dafür auch unzählige mögliche Auslöser. Bei ihr spielten bspw. Allergien ein Rolle.

    Wünsche euch viel Erfolg.

  6. #26
    Registriert seit
    Sep 2005
    Beiträge
    14.152
    Hallo zusammen.

    vielen lieben Dank für den Input und die Anteilnahme, die ich hier in dem Faden und durch diverse PN erhalten habe.

    Zwischenstand ist folgender:

    Durch Vermittlung einer Freundin hat meine Freundin heute noch spontan einen Termin in einer Neurologischen- und Psychiatrischen Praxis bekommen. Sie hat jetzt ein Medikament gegen die Angstzustände. Das soll meiner Freundin erst einmal erst einmal über den akuten Zustand hinweg helfen. Klinik steht für den Moment nicht zur Debatte.

    Nach Ostern geht es dann in medias res, also Ursachenforschung. Das heißt alles mögliche Organische wird abgeklärt, die Psychiaterin wies in dem Gespräch (bei dem ich nicht zugegen war) ausdrücklich auf die Schilddrüse hin. Parallel dazu eine therapeutische Behandlung/Ursachenforschung.

    Wir wollten über Ostern mit dem Wohnwagen nach Texel. Das ist abgeblasen. Mal schauen wie die Ostertage verlaufen. Ich bin jetzt dezent optimistisch.

  7. #27
    Registriert seit
    Dec 2007
    Beiträge
    40.293
    Sehr gut.

    Ich hoffe, dass das Mittel nicht auf ein -pam endet. Denn da ist die Suchtgefahr extrem hoch.


    Ich, als erfahrene Angstpatientin, würde den Texelurlaub nicht abblasen, denn so kommt man sofort in eine Vermeidungstaktik rein.

    Viel Erfolg.

  8. #28
    Registriert seit
    Sep 2005
    Beiträge
    14.152
    Ich weiß noch nicht wie das Medikament heißt. Meine Freundin ist noch gerade bei ihren Eltern.

    Texel lasse ich mir noch einmal durch den Kopf gehen.

  9. #29
    Registriert seit
    Sep 2002
    Ort
    Stadt der dicken Pötte
    Beiträge
    9.676
    Bitte auch unbedingt ein MRT vom Kopf machen lassen!
    Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet
    und erst recht nicht, wie andere es gerne hätten

  10. #30
    Registriert seit
    Feb 2013
    Beiträge
    1.219
    Kann nix beitragen was euch hilft, aber die besten Genesungswünsche wollte ich euch trotzdem mitteilen.
    Alles alles gute.

  11. #31
    Registriert seit
    Jan 2010
    Ort
    Coswig bei Dresden
    Beiträge
    18.791
    Zitat Zitat von Chemiker69 Beitrag anzeigen
    Kann nix beitragen was euch hilft, aber die besten Genesungswünsche wollte ich euch trotzdem mitteilen.
    Alles alles gute.
    +++1
    Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.

  12. #32
    Registriert seit
    Mar 2003
    Ort
    Bornheim
    Beiträge
    1.616
    In Sachen "Texel" schliesse ich mich Kathrin an; weniger der befürchteten Strategie wegen, als vielmehr dem frischen Wind, der die Köpfe mal durchbläst. Machen! Umkehren, wenn was nicht funzt, könnt ihr immer noch. Wird schon.....
    S P I D E R M A N...das Rewel im Focus

  13. #33
    Registriert seit
    May 2015
    Ort
    Venlo Niederlande
    Beiträge
    4.397
    Auch von mir Genesungswünsche. Ist doch heftig so etwas. Ich selber hatte noch nie mit Angstzuständen oder Panikatacken zu tun mein Bruder aber schon. Das war aber in seiner Kindheit.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •