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  1. #321
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    Zitat Zitat von Scatto Beitrag anzeigen
    Soll ich dir denn bitte jetzt aus dem Link die Passagen hier reinkopieren, welche deine Aussage widerlegen? Ist das wirklich nötig?
    Ja. Mach mal. Aber bitte vorher genau lesen. Sowohl das in Deinem Link als auch das, was ich geschrieben habe - könnte sonst sein, dass Du Dich blamierst.

  2. #322
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    Hab ich, siehe oben.

    Und jetzt bitte auf Coswigers Fall beziehen, bei dem es um ein absolut folgenloses Überholen ging.

  3. #323
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    Zitat Zitat von Scatto
    Red Bullet- du stellst dich wiederholt gegen die Rechtsprechung.
    Zitat Zitat von RedBullet Beitrag anzeigen
    Nach herrschender Rechtsprechung liegt eine Gefährdung dann vor, wenn es eigentlich nur noch vom Zufall abhängt, dass "nichts passiert" ist oder im Juristendeutsch "Beinahunfall".

    Zitat Zitat von Scatto Beitrag anzeigen
    Aus dem Link:

    Der BGH (grundlegend NJW 1995, 3131= NZV 1995, 325 = DAR 1995, 296) und auch die übrige obergerichtliche Rechtsprechung (vgl. z.B. OLG Hamm, a.a.O.) spricht vom sog. „Beinahe-Unfall“. Darunter versteht sie eine Situation, in der es „gerade noch einmal gut gegangen ist“.
    Ähm ... tja ...


    Es reicht übrigens nicht, ein paar Zusammenfassungen zu lesen auf dem erstbesten Google-Treffer, man sollte sich schon mit Begründungen der Urteile beschäftigen ..

    Zitat Zitat von BGH Az.: 4 StR 725/94
    Danach reicht es für die Annahme einer konkreten Gefahr nicht aus, daß sich Menschen oder Sachen in enger räumlicher Nähe zu dem Täterfahrzeug befunden haben. Umgekehrt wird die Annahme einer Gefahr aber auch nicht dadurch ausgeschlossen, daß ein Schaden ausgeblieben ist, weil sich der Gefährdete - etwa aufgrund überdurchschnittlich guter Reaktionen oder durch Ausweichen auf einen Mehrzweckstreifen (anders für diesen Fall OLG Düsseldorf NStE aaO.; OLG Hamm NZV 1991, 158) - noch in Sicherheit bringen konnte oder weil es dem Täter - für den objektiven Beobachter überraschend - gelungen ist, sein Fahrzeug noch rechtzeitig anzuhalten
    Und gerne nochmal: Die Entscheidung ob im Einzelfall eine Gefährdung angenommen werden kann oder nicht ist so komplex und wird so unterschiedlich (es gibt sicher auch Gerichte, die das bei dem LKW-Fahrer aus dem Video nicht angenommen hätten) abgeurteilt, dass sich Polizisten nicht anmaßen sollten, diese Entscheidung eines Gerichts vorwegzunehmen.

  4. #324
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    Auch in deinen Beispielen erfolgte ein aktives Tun, um den Eintritt eines Schadens zu vermeiden.
    Das war hier nie (!) angesprochen.

    Es ging einzig und allein um ein folgenloses, knappes Überholen.
    Mit der Folge ist ebenfalls gemeint, dass der Überholte keinerlei Reaktion zeigen musste- einfach nur weiterfahren.
    Coswiger sah es als 315b und c.

    Außerdem hast du folgendes wieder gekonnt übersehen:

    „ Praxishinweis:

    Im Zweifel wird, wenn die Tathandlung keine Auswirkungen auf das Fahrverhalten oder die Fahrsicherheit anderer Verkehrsteilnehmer gehabt hat, eine „konkrete Gefahr“ ausscheiden (vgl. u.a. BGH, NZV 2009, 155 = VRR 2009, 110 = StRR 2009, 191; NStZ 2010, 572).“


    Also bitte ich dich nochmals, ein passendes Urteil hier einzustellen, welches deine Ansicht untermauert.

  5. #325
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    Und deswegen nochmal:

    Red Bullet- du stellst dich wiederholt gegen die Rechtsprechung.
    Also bitte ich dich, deine Rechtsansicht zu belegen.
    Konkret- bitte auch nur ein Urteil, bei dem ein enges Überholen, ohne jegliche Folge, kein Windstoß, kein Ausweichen, keine Vollbremsung, kein Berühren, zu einem 315c inkl. Anklage und Verurteilung führte.

    Bevor du von Anmaßung schreibst, weil man sich an die Rechtsprechung hält, solltest du erst mal Belege liefern.
    Ansonsten ist deine Unterstellung anmaßend.

  6. #326
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    Zitat Zitat von Scatto Beitrag anzeigen
    Wer macht denn nochmal die Gesetze?

    Außerdem- jetzt sind wir schon beim Berühren.
    Bitte bei der Sache bleiben.
    Bei der Sache bleiben? Genau da wirds doch albern, genau da wird doch anscheinend kein Unterschied gemacht. 1 m, 80cm, 30cm, berührt? Alles wurscht und nix nachweisbar und interessiert uns auch null die Bohne solange nichts passiert ist. Genau das ist doch die Argumentation.

    Und es geht nicht darum, wer die Gesetze macht oder wie sie sind. Es geht darum, wie damit (und miteinander) umgegangen wird. Zweifellos hat es die Polizei mit so einigen Kleinkriminellen zu tun, die ebenso blöd wie assi sind. Wenn ich deshalb gleich vorneweg genauso angesprochen werde, dann redet man halt aneinander vorbei.

  7. #327
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    Exclamation Symptome und Krankheit

    Diese ganze Diskussion zeigt ein Grundproblem unseres sogenannten Rechtsstaates auf: dass der Glaube daran, die Polizei, Staatsanwaltschaften oder auch Gerichte würden objektiv ermitteln oder urteilen, auf keinerlei belastbaren Grundlage fußt. Das zeigt insbesondere das juristische Herumeiern die Frage betreffend, wann denn die wichtigen Tatbestandsmerkmale des 315c vorliegen oder nicht.

    Insbesondere unterliegen die Interpretationen von Rechtsnormen seit jeher dem jeweiligen Zeitgeist. Und wir leben halt im Zeitalter des grenzenlosen Automobilismus.

    Machen wir uns nichts vor: Das ist alles Lotto. Der Spruch "vor Gericht und auf Hoher See ist man in Gottes Hand" ist uralt. Und galt wohl nie mehr als heute. Es hängt von unzähligen Zufällen ab. Das meiste wird ja erst gar nicht angezeigt; mangels Aufnahmen oder Zeugen. Je nachdem, wer grade Wachhabender ist wird man abgewimmelt. Auch wichtig ist, bei welchem Staatsanwalt die Sache auf dem Tisch landet. Und bei welchem Gericht oder Richtern. Und da die alle überwiegend nur die Windschutzscheibenperspektive kennen, handeln und urteilen sie dementsprechend. Eine Objektivität gibt es hier nicht. Was dem Natenom so eine Flitzpiepe von der Staatsanwaltschaft geschrieben hatte (u. a. er sei ein "Verkehrshindernis" und lege einen "Belastungseifer" an den Tag), war inhaltlich schon hart an der Grenze zu dem, was alltäglich im Autobild-Forum herumgetrollt wird...

    Man sehe sich z. B. auch die regelmäßige Argumentation von Behörden, Polizei und Gerichten an, wenn es darum geht, Radfahrern die Nutzung der Fahrbahn oder ganzer Straßen vorzuenthalten. Das ist in aller Regel an rechtsstaatlicher Peinlichkeit und Willkür nicht zu überbieten. Aber: es ist halt alles auslegungsfähig. Und die herrschende Meinung ist stets auch die Meinung der Herrschenden.

    Ich hab drei Jahre im Staatsdienst (gehobener Dienst) studiert. Und ich bin (trotz der entgangenen lebenslangen Alimentation...) doch froh, dass ich da am Ende doch nicht gelandet bin. Denn grade diese alltägliche Willkür und Beliebigkeit, wie Amtsträger Rechtsnormen auslegen oder wie sie nach Ansicht / Order des Dienstherren auszulegen sind, hat mich zutiefst angewidert.

    Und machen wir uns auch nichts vor: Tatsache ist, dass im Rahmen neoliberaler "Reformen" im Öffentlichen Dienst in den vergangenen Jahrzehnten zig-, wenn nicht hunderttausende von Stellen in Staatsanwaltschaften, Polizeien und Gerichten wegfielen. Diese "Verfahrensökonomie" ist auch ein bedeutender Faktor, warum ständig Anzeigen verweigert, Verfahren eingestellt - oder gar nicht erst eröffnet werden. Die sind überlastet. Wer als Staatsanwalt noch hundert Akten auf dem Tisch hat, bindet sich nicht noch so einen "Kinderkram" wie durch Engüberholer gefährdete Radfahrer ans Bein...

  8. #328
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    Einfach froh sein immer wieder heil nach Hause zu kommen.
    Nach über einem Jahr habe ich von der Staatsanwaltschaft Braunschweig auch noch nix gehört. Die Akten vom Unfall sind dort hin. Laut Polizei bin ich selber Schuld und so wird es hier in diesem Fall auch sein.

  9. #329
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    Zitat Zitat von Scatto Beitrag anzeigen
    Auch in deinen Beispielen erfolgte ein aktives Tun, um den Eintritt eines Schadens zu vermeiden.
    Das war hier nie (!) angesprochen.

    Es ging einzig und allein um ein folgenloses, knappes Überholen.
    Mit der Folge ist ebenfalls gemeint, dass der Überholte keinerlei Reaktion zeigen musste- einfach nur weiterfahren.
    Coswiger sah es als 315b und c.

    Außerdem hast du folgendes wieder gekonnt übersehen:

    „ Praxishinweis:

    Im Zweifel wird, wenn die Tathandlung keine Auswirkungen auf das Fahrverhalten oder die Fahrsicherheit anderer Verkehrsteilnehmer gehabt hat, eine „konkrete Gefahr“ ausscheiden (vgl. u.a. BGH, NZV 2009, 155 = VRR 2009, 110 = StRR 2009, 191; NStZ 2010, 572).“


    Also bitte ich dich nochmals, ein passendes Urteil hier einzustellen, welches deine Ansicht untermauert.

    Nochmal! Das habe ich nie so behauptet, diese Aussage hast du hineininterpretiert.

    Ich habe nur gesagt das es eine Vorsätzliche Tat wäre da es da so eng zugeht das man da sich einfach rücksichtslos verhält.
    Aber für dich ist es ja rechtlich i.O. so lange nichts passiert.
    Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.

  10. #330
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    Zitat Zitat von Indurey Beitrag anzeigen
    Bei der Sache bleiben? Genau da wirds doch albern, genau da wird doch anscheinend kein Unterschied gemacht. 1 m, 80cm, 30cm, berührt? Alles wurscht und nix nachweisbar und interessiert uns auch null die Bohne solange nichts passiert ist. Genau das ist doch die Argumentation.

    Und es geht nicht darum, wer die Gesetze macht oder wie sie sind. Es geht darum, wie damit (und miteinander) umgegangen wird. Zweifellos hat es die Polizei mit so einigen Kleinkriminellen zu tun, die ebenso blöd wie assi sind. Wenn ich deshalb gleich vorneweg genauso angesprochen werde, dann redet man halt aneinander vorbei.
    +++1
    Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.

  11. #331
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    Zitat Zitat von Martinek1977 Beitrag anzeigen
    Zumal der Coswiger die eigenen Interpretationen ja noch weiterführt. Die Anderen können sowieso nicht, damit gebe Ich das Rechtsfahrgebot auf und fahre sicherheitshalber gleich mal in der Fahrbahn oder gar Straßenmitte... .
    War klar dass das wieder kommt.

    Ich halte Abstand vom Rand, damit verstoße ich nicht gegen das Rechtsfahrgebot!

    Sollte ein Polizeibeamter eigentlich wissen. Ich muss nicht an der Bordsteinkante "kleben".
    Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.

  12. #332
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    Zitat Zitat von Coswiger Beitrag anzeigen
    Nochmal! Das habe ich nie so behauptet, diese Aussage hast du hineininterpretiert.

    Ich habe nur gesagt das es eine Vorsätzliche Tat wäre da es da so eng zugeht das man da sich einfach rücksichtslos verhält.
    Aber für dich ist es ja rechtlich i.O. so lange nichts passiert.
    Demenz?
    Du hattest explizit gezielt danach vorwerfend gefragt, ob eine Gefährdung oder gefährlicher Eingriff nicht in Betracht kommt.
    Muss ich es denn erst hier einstellen?

  13. #333
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    Nachhilfe für martinek:

    https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaen...radfahren.html


    Der linke Radfahrer fährt richtig mit Abstand (mind. 1,00 m) zum parkenden Fahrzeug (oder Strassenrand), der rechte Radfahrer fährt zu knapp am parkenden Auto vorbei

    So verhalte ich mich Herr Polizist.
    Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.

  14. #334
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    wertvoller Beitrag hier, aus dem wahren realen Leben





    Zitat Zitat von DPS Beitrag anzeigen
    Diese ganze Diskussion zeigt ein Grundproblem unseres sogenannten Rechtsstaates auf: dass der Glaube daran, die Polizei, Staatsanwaltschaften oder auch Gerichte würden objektiv ermitteln oder urteilen, auf keinerlei belastbaren Grundlage fußt. Das zeigt insbesondere das juristische Herumeiern die Frage betreffend, wann denn die wichtigen Tatbestandsmerkmale des 315c vorliegen oder nicht.

    Insbesondere unterliegen die Interpretationen von Rechtsnormen seit jeher dem jeweiligen Zeitgeist. Und wir leben halt im Zeitalter des grenzenlosen Automobilismus.

    Machen wir uns nichts vor: Das ist alles Lotto. Der Spruch "vor Gericht und auf Hoher See ist man in Gottes Hand" ist uralt. Und galt wohl nie mehr als heute. Es hängt von unzähligen Zufällen ab. Das meiste wird ja erst gar nicht angezeigt; mangels Aufnahmen oder Zeugen. Je nachdem, wer grade Wachhabender ist wird man abgewimmelt. Auch wichtig ist, bei welchem Staatsanwalt die Sache auf dem Tisch landet. Und bei welchem Gericht oder Richtern. Und da die alle überwiegend nur die Windschutzscheibenperspektive kennen, handeln und urteilen sie dementsprechend. Eine Objektivität gibt es hier nicht. Was dem Natenom so eine Flitzpiepe von der Staatsanwaltschaft geschrieben hatte (u. a. er sei ein "Verkehrshindernis" und lege einen "Belastungseifer" an den Tag), war inhaltlich schon hart an der Grenze zu dem, was alltäglich im Autobild-Forum herumgetrollt wird...

    Man sehe sich z. B. auch die regelmäßige Argumentation von Behörden, Polizei und Gerichten an, wenn es darum geht, Radfahrern die Nutzung der Fahrbahn oder ganzer Straßen vorzuenthalten. Das ist in aller Regel an rechtsstaatlicher Peinlichkeit und Willkür nicht zu überbieten. Aber: es ist halt alles auslegungsfähig. Und die herrschende Meinung ist stets auch die Meinung der Herrschenden.

    Ich hab drei Jahre im Staatsdienst (gehobener Dienst) studiert. Und ich bin (trotz der entgangenen lebenslangen Alimentation...) doch froh, dass ich da am Ende doch nicht gelandet bin. Denn grade diese alltägliche Willkür und Beliebigkeit, wie Amtsträger Rechtsnormen auslegen oder wie sie nach Ansicht / Order des Dienstherren auszulegen sind, hat mich zutiefst angewidert.

    Und machen wir uns auch nichts vor: Tatsache ist, dass im Rahmen neoliberaler "Reformen" im Öffentlichen Dienst in den vergangenen Jahrzehnten zig-, wenn nicht hunderttausende von Stellen in Staatsanwaltschaften, Polizeien und Gerichten wegfielen. Diese "Verfahrensökonomie" ist auch ein bedeutender Faktor, warum ständig Anzeigen verweigert, Verfahren eingestellt - oder gar nicht erst eröffnet werden. Die sind überlastet. Wer als Staatsanwalt noch hundert Akten auf dem Tisch hat, bindet sich nicht noch so einen "Kinderkram" wie durch Engüberholer gefährdete Radfahrer ans Bein...
    Everyone smiles in the same Language

  15. #335
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    Zitat Zitat von C 59 Beitrag anzeigen
    wertvoller Beitrag hier, aus dem wahren realen Leben
    Das will erstens niemand, zweitens besonders Radfahrer nicht und drittens auch nicht angesichts ständiger(!) offensichtlicher(!) Praxis und Symptome wahr haben. Das ist ja das aberwitzige. Und so dokumentiert der Ruf nach besseren Wegelchen in Wirklichkeit die eigene Merk- und Denkbefreiung.

  16. #336
    Registriert seit
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    Zitat Zitat von DPS Beitrag anzeigen
    Diese ganze Diskussion zeigt ein Grundproblem unseres sogenannten Rechtsstaates auf: dass der Glaube daran, die Polizei, Staatsanwaltschaften oder auch Gerichte würden objektiv ermitteln oder urteilen, auf keinerlei belastbaren Grundlage fußt. Das zeigt insbesondere das juristische Herumeiern die Frage betreffend, wann denn die wichtigen Tatbestandsmerkmale des 315c vorliegen oder nicht.

    Insbesondere unterliegen die Interpretationen von Rechtsnormen seit jeher dem jeweiligen Zeitgeist. Und wir leben halt im Zeitalter des grenzenlosen Automobilismus.

    Machen wir uns nichts vor: Das ist alles Lotto. Der Spruch "vor Gericht und auf Hoher See ist man in Gottes Hand" ist uralt. Und galt wohl nie mehr als heute. Es hängt von unzähligen Zufällen ab. Das meiste wird ja erst gar nicht angezeigt; mangels Aufnahmen oder Zeugen. Je nachdem, wer grade Wachhabender ist wird man abgewimmelt. Auch wichtig ist, bei welchem Staatsanwalt die Sache auf dem Tisch landet. Und bei welchem Gericht oder Richtern. Und da die alle überwiegend nur die Windschutzscheibenperspektive kennen, handeln und urteilen sie dementsprechend. Eine Objektivität gibt es hier nicht. Was dem Natenom so eine Flitzpiepe von der Staatsanwaltschaft geschrieben hatte (u. a. er sei ein "Verkehrshindernis" und lege einen "Belastungseifer" an den Tag), war inhaltlich schon hart an der Grenze zu dem, was alltäglich im Autobild-Forum herumgetrollt wird...

    Man sehe sich z. B. auch die regelmäßige Argumentation von Behörden, Polizei und Gerichten an, wenn es darum geht, Radfahrern die Nutzung der Fahrbahn oder ganzer Straßen vorzuenthalten. Das ist in aller Regel an rechtsstaatlicher Peinlichkeit und Willkür nicht zu überbieten. Aber: es ist halt alles auslegungsfähig. Und die herrschende Meinung ist stets auch die Meinung der Herrschenden.

    Ich hab drei Jahre im Staatsdienst (gehobener Dienst) studiert. Und ich bin (trotz der entgangenen lebenslangen Alimentation...) doch froh, dass ich da am Ende doch nicht gelandet bin. Denn grade diese alltägliche Willkür und Beliebigkeit, wie Amtsträger Rechtsnormen auslegen oder wie sie nach Ansicht / Order des Dienstherren auszulegen sind, hat mich zutiefst angewidert.

    Und machen wir uns auch nichts vor: Tatsache ist, dass im Rahmen neoliberaler "Reformen" im Öffentlichen Dienst in den vergangenen Jahrzehnten zig-, wenn nicht hunderttausende von Stellen in Staatsanwaltschaften, Polizeien und Gerichten wegfielen. Diese "Verfahrensökonomie" ist auch ein bedeutender Faktor, warum ständig Anzeigen verweigert, Verfahren eingestellt - oder gar nicht erst eröffnet werden. Die sind überlastet. Wer als Staatsanwalt noch hundert Akten auf dem Tisch hat, bindet sich nicht noch so einen "Kinderkram" wie durch Engüberholer gefährdete Radfahrer ans Bein...
    Sorry, aber Dein Beitrag zeigt nur, dass Du nach einem FH-Studium im gehobenen Dienst einfach nicht den Überblick hast, sondern dazu neigst, anekdotische Erfahrungen (die ich Dir nicht absprechen möchte) zu verallgemeinern. Dass dann auch noch Phrasen wie "neoliberale "Reform"" dazu kommen spricht dann ebenfalls für sich. Ja, die Justiz und die Polizei sind überlastet. Und dennoch gibt es keine flächendeckende Willkür, erst Recht nicht gegen Radfahrer. Das mag Dir so vorkommen, ist aber nicht zu belegen.
    M'enfin!

  17. #337
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    Was du noch nett formulierst, würde ich schon als Surrealismus bezeichnen, dass zeigt auch dieser thread wunderbar. Ist es in heutigen Zeiten nicht eher der Bürger, der im Rahmen seiner eigenen Wichtigkeit und Zankerei, ein simples Bußgeld ( falsches Überholen z.B. ) über seine 30 Euro Rechtsschutz zieht ( die man ja auch amortisieren muß ), auf Straftaten prüft und damit einen riesen Verwaltungsaufwand einfordert ? Selbst hat man doch keinen Ärger, da legt man ein Video in die Wache oder macht das gleich online... Staatsdiener schreib... .

  18. #338
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    Dazu gibt es dann online immer mal wieder eine Anfrage, so nach dem Motto: ,, Bei welcher Versicherung kann ich jetzt noch meine beschädigte Rapha vergolden ? '' . Das Geschäft boomt dann natürlich auch anderweitig, ein Kratzer an der Stoßstange Made in Rumänien, sind dann gleich mal 1500 Euro in der Kasse des Bürgers und der Werkstatt- die Versicherungen und Anwälte frisst das Papier auf ( an dem sie gut verdienen )- Reaktion: ,, Gehen Sie mal zu Polizei, machen eine Anzeige, wir brauchen ja dringend ein Aktenzeichen... .
    Und dann kommen jede Menge Ideologen dazu, da wird aus fahrlässig begangenen Ordnungswidrigkeiten gleich mal ein Verbrechenstatbestand- man will ja Kampflinie fahren... .

  19. #339
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    Boa ich hab zwei Rapha (Merino) Trikots Und eins mit großen Tamtam, Tatütata, Krankenwagen, Polizei, Krankenhaus, Sonographie ... Und jetzt ist eines vergoldet, ein Gold-Rapha (Merino) Trikot
    Geändert von Sparky (16.12.2019 um 18:41 Uhr)

  20. #340
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    Wenn ich den Martinek so schreiben lese, frage ich mich, was er so ganz unideologisch machen würde, wenn ich mich mit wassergefüllten Ballons in die Fußgängerzone stellen und immer so einen Meter an den Passanten vorbeiwerfen würfe? Oder mit gefärbtem Wasser Richtung meines eigenen Hauses (sprich die Sauerrei wäre egal)? Oder mit Dartpfeilen immer auf Kopfhöhe gezielt vorbeiwerfen würde? "Bitte gehen Sie weiter: hier passiert doch gar nichts!", oder wie?

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