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  1. #1
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    EIn Radfahrer sitzt oder liegt. Er läuft nicht.

    Ich glaube, es war Hincapie, der in seinem Buch beschrieben hat, dass in seiner aktiven Zeit selbst der kleinste Einkauf zu Fuss eine Qual für ihn war und er jeden Meter zu Fuss gemieden hat.

    Mir geht es da wohl ähnlich.
    Vor zwei Tagen mal wieder etwas wandern gewesen (9km / 250hm).
    Jetzt schon seit zwei Tagen total verhärtete Waden. Radfahren geht trotzdem, aber laufen und Treppe geht nur humpelnderweise.

    Kann es wirklich sein, dass Laufen und Radfahren eine derart andere Belastung darstellen, dass mir das bisschen Laufen so reinhaut?
    Woran liegt das?
    Ist es die ungewohnte muskuläre Belastung (Überlastung)?
    Oder ist es der ungewohnte Bewegungsablauf (Überdehnung)?
    DON'T PANIC !

    Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen.

  2. #2
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    Erstens kann das wohl durchaus sein und zweitens bist du eben auch nicht mehr jung.


    Als ich noch regelmäßig 15 km Distanz joggte war ich verwundert nach einem 25 km Wanderung Muskelkater zu haben. Sind wohl einfach andere Muskeln bzw. andere Beanspruchung als gewohnt.

  3. #3
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    Zitat Zitat von marvin Beitrag anzeigen
    Ich glaube, es war Hincapie, der in seinem Buch beschrieben hat, dass in seiner aktiven Zeit selbst der kleinste Einkauf zu Fuss eine Qual für ihn war und er jeden Meter zu Fuss gemieden hat.
    ...
    Kann es wirklich sein, dass Laufen und Radfahren eine derart andere Belastung darstellen, dass mir das bisschen Laufen so reinhaut?
    Woran liegt das?
    Ist es die ungewohnte muskuläre Belastung (Überlastung)?
    Oder ist es der ungewohnte Bewegungsablauf (Überdehnung)?
    Hast Du im Freundeskreis noch nie als Umzugshelfer eines Kumpels aushelfen müssen, der mit seiner neuen Herzallerliebsten damals gerade eine Altbauwohnung im vierten Stock bezogen hat und Dich dann gewundert, dass am nächsten Tag - trotz sehr guter Radfahrerbeine und Form - die Muskeln am ganzen Körper förmlich geglüht haben?
    Falls nicht, dann hast Du wirklich Glück im Leben gehabt...

    Natürlich werden dabei Muskelstränge beansprucht, die sonst beim Radfahren eher verkümmern. Meiner Erfahrung nach ist es vor allem das irgendwo einen 'Berg' runterlaufen, was den Muskelkater schnell aus dem Ärmel zaubern läßt. Da kommt dann womöglich ein Muskelkater samt Zerrung/Dehnug zum Vorschein, genaues weiß ich auch nicht, aber diese Art Muskelkater kenne ich sehr gut

  4. #4
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    Zitat Zitat von Ralphi Beitrag anzeigen
    Hast Du im Freundeskreis noch nie als Umzugshelfer eines Kumpels aushelfen müssen, der mit seiner neuen Herzallerliebsten damals gerade eine Altbauwohnung im vierten Stock bezogen hat und Dich dann gewundert, dass am nächsten Tag - trotz sehr guter Radfahrerbeine und Form - die Muskeln am ganzen Körper förmlich geglüht haben?
    Falls nicht, dann hast Du wirklich Glück im Leben gehabt...
    Der Vergleich Wandern zu schwere Kisten/Möbel schleppen ist jetzt irgendwie schräg.

  5. #5
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    Ja, ist so.
    Ich musste aus gesundheitlichen Gründen die Laufschuhe für einige Jahre komplett an den Nagel hängen. Der Wiedereinstieg ist dann echt übel. Die Wadenmuskulatur macht da nach 5min zu und nix geht mehr, dann kannste 2Wochen humpeln, das ist erstmal peinlich aber isso.
    Daher wirklich gaaanz piano in kleinen Schrittchen steigern und 2Tage Pause dazwischen, bis die Wadenmuskulatur sich anpasst dauersts ein paar Wochen.
    The Skinheads Broke My Walkman...………………………. A Sony

  6. #6
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    Zu schnell gegangen. Das legt sich wieder

  7. #7
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    Zitat Zitat von BerlinRR Beitrag anzeigen
    Der Vergleich Wandern zu schwere Kisten/Möbel schleppen ist jetzt irgendwie schräg.
    War auch bewußt schräg gehalten (man muss ja nicht immer alles so bierernst nehmen)
    Eine Treppe ist aber nichts anders als ein Berg und da Marvin angegeben hat 9km bei 250hm gewandert zu sein, gehe ich schwer davon aus, dass er im hiesigen Taunus (oder irgendwie wo's doch etwas bergiger ist) Wandern war. Wäre er hier z.B. an der Nidda entlang gewandert, hätte er sicherlich keinen so merklichen Muskelkater davon getragen.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Ralphi Beitrag anzeigen
    ...Meiner Erfahrung nach ist es vor allem das irgendwo einen 'Berg' runterlaufen, was den Muskelkater schnell aus dem Ärmel zaubern läßt...
    In der Tat, ja.
    Die Schmerzen fingen schon auf den letzten Kilometern auf dem Rückweg bergab an.

    Ich war früher viel in den Alpen unterwegs. Das waren Tageswanderungen mit Klettersteig, Geröllfeldern... da waren 1000 Höhenmeter Aufstieg und Abstieg nicht selten.
    Letztes Jahr noch in den Dolomiten gewesen. Immer im Wechsel zwei Tage Radfahren, ein Tag Wandern... ging alles ganz gut.
    Aber jetzt solche Probleme nach so einer Mini-Wanderung...

    Ich persönlich fänds ja nicht schlimm, muss nicht wandern gehen, aber meine bessere Hälfte macht das halt sehr gerne und da muss ich halt ab und zu ein Opfer zur Aufrechterhaltung des Haussegens bringen.
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  9. #9
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    Viel macht halt das gegangene Tempo aus. Gehe ich langsam, sind 12km ohne Probleme am nächsten Tag möglich. Gehe ich 6km schnell, so kann ich am nächsten Tag nicht mehr rühren.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Ralphi Beitrag anzeigen
    War auch bewußt schräg gehalten (man muss ja nicht immer alles so bierernst nehmen)
    Eine Treppe ist aber nichts anders als ein Berg und da Marvin angegeben hat 9km bei 250hm gewandert zu sein, gehe ich schwer davon aus, dass er im hiesigen Taunus (oder irgendwie wo's doch etwas bergiger ist) Wandern war. Wäre er hier z.B. an der Nidda entlang gewandert, hätte er sicherlich keinen so merklichen Muskelkater davon getragen.
    Treppensteigen ohne Gewicht dürfte man als Radfahrer noch halbwegs gut hinbekommen.
    Beim Umzug stört das Zusatzgewicht und damit die Spannung für Rücken/Bauch/Arme und beim Wandern wird es auch an den vielen kleinen Ausgleichsbewegungen liegen die für die Stabilisierung nötig sind, die sind halt ungewohnt.

  11. #11
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    Zitat Zitat von Kathrin Beitrag anzeigen
    Viel macht halt das gegangene Tempo aus. Gehe ich langsam, sind 12km ohne Probleme am nächsten Tag möglich. Gehe ich 6km schnell, so kann ich am nächsten Tag nicht mehr rühren.
    "Langsam" fällt mir natürlich grundsätzlich schwer... das liegt so garnicht in meiner Natur.

    Da muss ich mein wandermässig gut trainiertes Frauchen wohl um mehr Rücksichtnahme zugunsten ihres alten grauen Männes bitten.

    Es ist halt eine frustrierende bis besorgniserregende Erfahrung, wenn man sich als sehr gut trainierter (Rad-)Sportler plötzlich derart eingebremst fühlt.
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  12. #12
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    Kommt vom bergab laufen.

  13. #13
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    Zitat Zitat von marvin Beitrag anzeigen
    "Langsam" fällt mir natürlich grundsätzlich schwer... das liegt so garnicht in meiner Natur.

    Da muss ich mein wandermässig gut trainiertes Frauchen wohl um mehr Rücksichtnahme zugunsten ihres alten grauen Männes bitten.

    Es ist halt eine frustrierende bis besorgniserregende Erfahrung, wenn man sich als sehr gut trainierter (Rad-)Sportler plötzlich derart eingebremst fühlt.
    Mit der beim Radeln erworbenen Grundkondition solltest du deiner Frau ja immer noch über sein, oder? Daher wäre es für mich erst dann besorgniserregend, wenn du nach regelmäßigen Wanderungen auch noch nicht mitkommst. In dem Fall solltest du vielleicht wirklich darüber nachdenken, dir den Strick zu nehmen...

    Insbesondere bei Bergwanderungen kann ich deine Erfahrungen aber nur bestätigen. Bei Alpenwanderungen war das Bergablaufen regelmäßig die Hölle, insbesondere am 2. und 3. Tag bei Mehrtagestouren.

  14. #14
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    Ja. Bergab ist definitiv schlimmer als bergauf.
    In den Alpen war ich deswegen auch meist mit Stöcken unterwegs - da kann man einen Teil der Belastung gut auf den Oberkörper "umleiten".

    Aber warum geht das so in die Waden?
    Vom Bewegungsablauf her würde ich doch das Bergauflaufen mit den Waden in Verbindung bringen, nicht das Bergablaufen.
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  15. #15
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    Zitat Zitat von marvin Beitrag anzeigen
    Ja. Bergab ist definitiv schlimmer als bergauf.
    In den Alpen war ich deswegen auch meist mit Stöcken unterwegs - da kann man einen Teil der Belastung gut auf den Oberkörper "umleiten".

    Aber warum geht das so in die Waden?
    Vom Bewegungsablauf her würde ich doch das Bergauflaufen mit den Waden in Verbindung bringen, nicht das Bergablaufen.
    Deine Wadenmuskulatur verhindert dass Du beim auftreten und abfedern im Sprunggelenk eine zu starke Beugung des Unterschenkels nach vorne erfährst. Im Gegensatz zu einer "runden Bewegung " wie dem Radfahren ist das halt immer eine Belastungsspitze.

  16. #16
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    Zitat Zitat von marvin Beitrag anzeigen
    Ja. Bergab ist definitiv schlimmer als bergauf.
    In den Alpen war ich deswegen auch meist mit Stöcken unterwegs - da kann man einen Teil der Belastung gut auf den Oberkörper "umleiten".

    Aber warum geht das so in die Waden?
    Vom Bewegungsablauf her würde ich doch das Bergauflaufen mit den Waden in Verbindung bringen, nicht das Bergablaufen.
    Einer der Unterschiede dürfte das eher statische Element beim Radfahren sein.

    Radfahren ist ja eine recht dynamische (kontinuierliche kreisförmige Belastung) Geschichte für den einzelnen Muskel, wohingegen Laufen eher undynamisch ist und jeder Laufschritt quasi einer Sprungbewegung gleichkommt. Und beim (Wieder)Auftreten kommt dann eine Stoßbelastung hinzu, die beim Aufsetzen des Fußes abgefangen werden muss. Danach fängt das Spielchen wieder von vorne an, also Beschleunigung und Wiederabfangen der eingeleiteten Kraft, kurz aufeinander.

    Ich würde jetzt vermuten, dass es beim Laufen vor allem diese Stoßbelastung ist, die uns Radfahrern irgendwann naxch relativer kurzer Zeit wehtut. Was ja auch erklären würde, weshalb vor allem Abwärtslaufen diese - für uns ungewohnte - Überbelastung begünstigt. Bei Triathleten, die das Lauftraining nicht außer Acht lassen, wird das sicherlich nicht so ausgeprägt sein.

    Läuft demnach auf eine Trainings- als auch Technikfrage hinaus (gute Läufer bleiben ja fast am Boden kleben, weil sie die vertikale Bewegung optimiert haben). Oder wie man gerne sagt, die Macht der Gewohnheit zahlt sich auch beim Wandern aus (wenn man das häufiger machen muss)

    PS: ich kann sehr gut mitfühlen, auch bei mir hat die bessere Hälfte in diesen Corona-Zeiten sehr viel Vetorecht, was die Freizeitgestaltung betrifft, zugebilligt bekommen. Dafür kenne ich jetzt im Taunus viele Steine beim Namen

  17. #17
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    Alternative: zwei, dreimal die Woche bewusst joggen und ein, zwei Mal die Woche Yoga und/oder Stabi-Training on top.
    Soll ja auch was für die Radform bringen

  18. #18
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    Zitat Zitat von marvin Beitrag anzeigen
    Ich glaube, es war Hincapie, der in seinem Buch beschrieben hat, dass in seiner aktiven Zeit selbst der kleinste Einkauf zu Fuss eine Qual für ihn war und er jeden Meter zu Fuss gemieden hat.
    Ich denke es stand im Buch von Tyler Hamilton. Ich kann mich an die Aussage erinnern, dass er zu der Zeit einer der weltbesten Radsportler war, aber seine Frau beim einkaufen gehen auf ihn warten musste.

  19. #19
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    Zitat Zitat von Ralphi Beitrag anzeigen

    PS: ich kann sehr gut mitfühlen, auch bei mir hat die bessere Hälfte in diesen Corona-Zeiten sehr viel Vetorecht, was die Freizeitgestaltung betrifft, zugebilligt bekommen. Dafür kenne ich jetzt im Taunus viele Steine beim Namen
    Wie grosszügig. Ich hoffe, sie ist dir dankbar.

    Wir gehen jetzt auch erstmal wandern. Ich schätze, es wird auch Muskelkater geben.

  20. #20
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    Zitat Zitat von marvin Beitrag anzeigen
    Ja. Bergab ist definitiv schlimmer als bergauf.
    In den Alpen war ich deswegen auch meist mit Stöcken unterwegs - da kann man einen Teil der Belastung gut auf den Oberkörper "umleiten".

    Aber warum geht das so in die Waden?
    Vom Bewegungsablauf her würde ich doch das Bergauflaufen mit den Waden in Verbindung bringen, nicht das Bergablaufen.
    Stöcke haben mir auch immer sehr geholfen.
    Meine (Hobby-Experten-)Meinung dazu ist: Bergauflaufen ist noch eher mit Radfahren zu vergleichen als bergab. Beim Aufstieg (wie beim Treppensteigen) bringt man über 1-2s eine halbwegs kontinuierliche Kraft zum Strecken von Hüfte und Knie auf, während die Wade meist nur in gerader oder leicht aufwärts gerichteter Fußstellung statisch beteiligt ist.
    Bergab dagegen hast du kurze und sehr extreme Belastungsspitzen im Oberschenkel, da mit jedem Schritt das komplette Gewicht abgebremst werden muss (besonders beliebt mit schwerem Rucksack...). Das Fußgelenk ist dabei in einer gestreckten Position, in der die Wadenmuskulatur sehr ineffizient ist. Wenn es Stufen oder Absätze auf den Wegen gibt, ist es leichter, da es dann einer Treppe ähnelt. Je steiler der Abhang, desto übler, da man sich nicht den Hacken in die Erde rammen kann, sondern mit dem gestreckten Fuß bremsen muss. Das Ganze geht voll auf den Oberschenkel, der die Haltearbeit auch in einer ungünstigen, fast gestreckten Position verrichten muss.
    Das hat nun überhaupt nichts mit Radfahren gemein und führt dementsprechend sofort zu Muskelproblemen.

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