Ergebnis 1 bis 16 von 16
  1. #1
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    Unfall, was zahlt die Versicherung?

    Mahlzeit Gemeinde.

    Ich wurde am letzten Wochenende vom Rad geschossen. Schuldfrage ist eindeutig, daher meine Frage, was ich von der Versicherung erwarten kann.

    Rahmen gestaucht, Gabel verbogen, Ergos im Arsch usw.

    Wird denn der Zeitwert oder der Neuwert ersetzt? Falls Zeitwert, dann frage ich mich, wie der berechnet wird. Für Fahrräder gibt es ja keinen übersichtlich strukturierten Gebrauchtmarkt.

    Postet mal Eure Erfahrungen.

  2. #2
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    Rechtschutzversichert

    Hallo,

    hast Du vielleicht eine Rechtschutzversicherung (Z.B. Verkehrsr.)? Wenn JA, dann würde ich den ganzen Kram einen Rechtsanwalt übergeben. Der holt sicherlich am meisten für Dich raus.

    Ist Dir Körperlich auch was passiert? Wenn Ja, auf alle Fälle zum Artzt.

    Gruß

    Stefan

  3. #3
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    Wenns nicht gerade ganz neu war, biste mit Zeitwert mies dran.
    Ich würde zum Händler gehen, mir nen Kostenvoranschlag für Reparatur machen lassen und den zur Versicherung schicken. Vielleicht hat der Händler ja auch Erfahrung, bis zu welcher Summe die Versicherung wegen Bagatelle keine Zicken macht.

    Gruß mess.

  4. #4
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    kein Rechtschutz, ich selber habe nur ein paar Kratzer

  5. #5
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    Der Haftpflichtversicherer des Unfallgegners übernimmt nur den Zeitwert. Zeitwert deshalb, weil die gesetzliche Haftung auch nur auf diesen beschränkt ist.

    Der Abzug für den Zeitwert ist sicher verhandelbar; wobei es für Fahrräder auch eine Art "Schwacke-Liste" wie bei den Autos gibt. Insofern ist es vorstellbar, dass der Schadenregulierer sich daran anlehnt.

    Auch wenn Du nur ein paar Kratzer abbekommen hast, gibt es dafür Schmerzensgeld. Also, der Hinweis auf die Rechtsschutzversicherung (wenn Du eine hast), ist sicher gut, denn die setzen für Dich die Ansprüche durch. Ansonsten Anwalt!

    Gruss,

    Stelvio

  6. #6
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    Vielen Dank schon mal für die Antworten. Wie gesagt ich habe keinen Rechtschutz. Primär interessiert mich, wie es in der Praxis bei Rennrädern abgelaufen ist und evtl. bei mir abläuft.

  7. #7
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    Hallo,

    du lasst dir einen Kostenvoranschlag machen über die Sachen die du schon geschrieben hast und die Sicherheitsrelevantenteile wie Lenker, Vorbau, Sattelstütze, wegen Haarrissen.


    Gruß

    Sunflowerbiker
    Keine Gnade, für die Wade

  8. #8
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    Haftpflichtversicherungen (Kfz- und Privathaftpflicht) erstatten leider nur den Zeitwert, nicht den Neuwert. Vorher stellt sich aber die Frage, ob Du überhaupt Anspruch auf Zeitwert hast oder aber auf die Reparaturkosten. Liegen die Reparaturkosten über dem Wiederbeschaffungswert (vereinfacht Zeitwert abzüglich Restwert) dann liegt ein "wirtschaftlicher Totalschaden" vor. Dann bekommst Du also den Zeitwert. Eine Ausnahme gibts, wenn Dein Rad wirklich nagelneu war. Dann dürftes Du wahrscheinlich auch ein neues Rad kaufen, wärst also nicht auf Reparatur angewiesen. Tatsächlich empfiehtl sich erstmal ein Kostenvoranschlag. Sind die Kosten nicht allzu hoch, z.B. bis 500 Euro, erstatten die Versicherungen in der Regel den Betrag ohne weitere Diskussion allein aus wirtschaftlichen Aspekten (langes Streiten lohnt sich für die hier nicht) ohne Anerkennung einer Rechtspflicht ohne jeden Abzug. Auch wenn die Schuldfrage eindeutig zu Deinen Gunsten war: Du kannst auch einen Anwalt einschalten. Dessen Kosten muß Dir die Versicherung auch erstatten. Zwar versuchen die immer wieder, in solchen Fällen ihre Übernahmepflicht zu bestreiten (da einfach gelagerter Sachverhalt), es gibt aber gegenteilige höchstricherliche Rechtsprechung.

  9. #9
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    ... hab gerade nochmal Deine Schadenbeschreibung gelesen. Das mit der Reparatur wirst Du wohl vergessen können, hört sich jedenfalls so an, als ob hier tatsächlich ein Totalschaden vorliegt. Dann aber leider nur Anspruch auf Zeitwert. Wenigstens denke ich, daß hier das Thema anzurechnender Restwert eher bedeutungslos ist. Anders als bei Auto ist mir ein MArkt für Unfallfahrräder, auf dem ein relevanter Preis zu erzielen wäre, nicht bekannt.

  10. #10
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    Vielen Dank schon mal, dann werde ich heute mal den Kostenvoranschlag machen lassen.

  11. #11
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    hi bimboo,

    wenn die schuldfrage klar ist, zahlt der unfallgegner auch
    die anwaltskosten ggfs sogar sachverständigenkosten.

    aber vielleicht kannst du dich ja auch schnell mit der versicherung über eine angemessene entschädigung einigen, denn die ist ja auch daran interessiert die schadennebenkosten zu vermeiden bzw. gering zu halten.

    vielleicht akzeptiert die versicherung sogar, wenn du ein neues fahrrad kaufst und das beschädigte in zahlung gibst. schlag mal vor und verhandle gut mit deinem fahrradhändler.

    gruss joe

  12. #12
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    Der Fall berührt eine ganz interessante Problematik des Schadensrechts. Es geht um die Frage, inwieweit ein Abzug Neu für Alt nach Treu und Glauben hingenommen werden muß.

    Bei sämtlichen sichereitsrelevanten und den gewichtsmäßig ausgereizten Bauteilen, wie Gabel, Lenker, Vorbau, Sattelstütze ist es meines Erachtens unbillig, lediglich den Zeitwert zu bezahlen und damit inzident auf ein Gebrauchtteil zu verweisen. Hier muß ein Neuteil bezahlt werden.

    Für Laufräder, evtl.(!) Rahmen, Mäntel, Kassette, Kette sieht das schon anders aus, hier muß sich der Geschädigte einen Abzug gefallen lassen.

    Den pauschalen Ersatz des Zeitwerts halte ich häufig auch für unmöglich, da ein Zeitwert mangels funktionierendem Markt gar nicht angemessen zu ermitteln ist.

    In der Praxis dürften die Versicherungen solche Fälle häufig durchwinken; wie das bei 3000 € Rennern aussieht kann ich nicht beurteilen.

    Gruß LKG
    Geändert von LKG (17.06.2003 um 17:00 Uhr)

  13. #13
    Avatar von Colnago
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    Vorsicht Bimboo!

    Viele Antworten zeugen von gefährlichem Halbwissen! Sorry, ich will sicherlich niemanden beleidigen.

    Bei Deinen wenigen Angaben ist es schwer, genaueres zu Deinen Schadenersatzansprüchen zu sagen. Interessant wäre daher eine konkretere Schilderung, bist Du mit einem PKW, Radfahrer, Fußgänger oder sonst irgendwem kollidiert; Radweg(e) vorhanden und benutzt; sonstige Verkehrszeichen etc..
    Wurde der Unfall polizeilich aufgenommen? Gibt es unbeteiligte Augenzeugen?

    Nach Änderung des Schadenersatzrechtes im letzten Jahr muß für einen Geschädigten 'höhere Gewalt' vorliegen, um garantiert 100% Schadenersatz zu bekommen. In der Realität kannst Du höhere Gewalt im Grunde vergessen, da sie zu 99,9% nie vorliegt. Der früher geläufige Unabwendbarkeitsnachweis gilt nicht mehr. Es kann Dir also passieren (muß aber nicht), daß Dir sehr wohl eine Mithaftung, wenn auch nur aus der Betriebsgefahr des Rades (z.B. 20-25%), in Abzug gebracht wird. Sowohl nur zum Grunde Deines (berechtigten) Anspruches. Also Vorsicht mit 'Schuldfrage ist eindeutig'.

    Zur Höhe ist es grundsätzlich so, daß Du nach dem BGB (hierin ist das Schadenersatzrecht geregelt) einen Anspruch auf Ersatz der Reparaturkosten bis zum Zeitwert eines beschädigten Gegenstandes hast. Bei einem Fahrrad wird sicherlich eine Gegenüberstellung von Reparaturkosten und Zeitwert des gesamten Fahrrades erfolgen. Wie auch bei Autos, ist der Wertverlust eines Fahrrades im ersten Jahr bei weitem am größten. Eine Schwackeliste gibt es hierfür nicht, aber so 30-40% Wertverlust im ersten Jahr können Dir schon die Tränen in die Augen drücken. Der Zeitwert des gesamten Fahrrades stellt den Maximalanspruch für das Fahrrad dar. Sofern Kleidung beschädigt wurde, kannst Du diese sicherlich auch (zum Zeitwert) geltend machen.

    Es besteht nur ein Anspruch auf beschädigte Teile. Aus Sicherheitsaspekten heraus von Dir ersetzte Teile wird man Dir wohl nicht erstatten. Bei einem Kfz wird man auch nicht bei einem Frontaufprall z.B. die komplette Lenkung, sämtliche Airbags (wenn sie nicht ausgelöst wurden) etc. ersetzt bekommen.

    Wenn Du ein höherwertiges Rennrad hast, kann es sein, daß die Versicherung einen Fahrrad-Sachverständigen einschaltet, der dann die Reparaturkosten und den Zeitwert (auch Restwert, wenn vorhanden) ermittelt.

    Wie Du siehst, ist es alles leider nicht so einfach. Wie gesagt, ich will und wollte hier niemanden beleidigen. Es ist nur so, daß man sich durch gut gemeinte 'falsche' Ratschläge oftmehr mehr Probleme und Ärger mit der Schadenregulierung einhandelt als nötig wäre.

  14. #14
    Registriert seit
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    Original geschrieben von bimboo
    kein Rechtschutz, ich selber habe nur ein paar Kratzer
    wenn die schuldfrage klar ist, brauchst du keinen rechtschutz. einfach anwalt nehmen, denn die AUtohaftpflicht des gegners muss die anwaltskosten in voller höhe übernehmen
    Der durch die Ritzen saust

  15. #15
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    Re: Vorsicht Bimboo!

    Original geschrieben von Colnago
    Viele Antworten zeugen von gefährlichem Halbwissen! Sorry, ich will sicherlich niemanden beleidigen.

    Nach Änderung des Schadenersatzrechtes im letzten Jahr muß für einen Geschädigten 'höhere Gewalt' vorliegen, um garantiert 100% Schadenersatz zu bekommen. In der Realität kannst Du höhere Gewalt im Grunde vergessen, da sie zu 99,9% nie vorliegt. Der früher geläufige Unabwendbarkeitsnachweis gilt nicht mehr. Es kann Dir also passieren (muß aber nicht), daß Dir sehr wohl eine Mithaftung, wenn auch nur aus der Betriebsgefahr des Rades (z.B. 20-25%), in Abzug gebracht wird. Sowohl nur zum Grunde Deines (berechtigten) Anspruches. Also Vorsicht mit 'Schuldfrage ist eindeutig'.

    Zur Höhe ist es grundsätzlich so, daß Du nach dem BGB (hierin ist das Schadenersatzrecht geregelt) einen Anspruch auf Ersatz der Reparaturkosten bis zum Zeitwert eines beschädigten Gegenstandes hast. Bei einem Fahrrad wird sicherlich eine Gegenüberstellung von Reparaturkosten und Zeitwert des gesamten Fahrrades erfolgen. Wie auch bei Autos, ist der Wertverlust eines Fahrrades im ersten Jahr bei weitem am größten. Eine Schwackeliste gibt es hierfür nicht, aber so 30-40% Wertverlust im ersten Jahr können Dir schon die Tränen in die Augen drücken. Der Zeitwert des gesamten Fahrrades stellt den Maximalanspruch für das Fahrrad dar. Sofern Kleidung beschädigt wurde, kannst Du diese sicherlich auch (zum Zeitwert) geltend machen.

    Es besteht nur ein Anspruch auf beschädigte Teile. Aus Sicherheitsaspekten heraus von Dir ersetzte Teile wird man Dir wohl nicht erstatten. Bei einem Kfz wird man auch nicht bei einem Frontaufprall z.B. die komplette Lenkung, sämtliche Airbags (wenn sie nicht ausgelöst wurden) etc. ersetzt bekommen.

    Wenn Du ein höherwertiges Rennrad hast, kann es sein, daß die Versicherung einen Fahrrad-Sachverständigen einschaltet, der dann die Reparaturkosten und den Zeitwert (auch Restwert, wenn vorhanden) ermittelt.

    Also den Schrott kann man nicht unerwidert lassen. Wenn hier jemand gefährliches Halbwissen hat dann bist Du das !!

    "Für einen Geschädigten muß höhere Gewalt vorliegen" ist z.B. Quatsch und entlarvt Dich brutal als Nicht-Juristen !
    Das Schadensersatzrecht ist auch keineswegs alleine im BGB geregelt.

    Also liebe Leute, das vergeßt mal ganz schnell wieder.
    So, länger beschäftige ich mich mit SOWAS nicht.

    Gruß LKG

  16. #16
    Avatar von Colnago
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    wenn Du meinst LKG!

    Schau lieber mal in den Spiegel.

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